Aber Werder geht auch mit Respekt und Gänsehaut ins „Endspiel“ gegen den HSV

Und heute wollen sie unbedingt wieder tanzen

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Die Bremer drängen heute Nachmittag in die äußerst lukrative „Königsklasse“ – und erst wenn dieses Ziel (zumindest die Qualifikation) erreicht ist, dürfen im Weserstadion letztmals in dieser Saison die Tanzbeine geschwungen werden.

Von Björn Knips und Malte Rehnert · Mesut Özil geht bekanntlich lieber auf dem Platz als bei Interviews aus sich heraus. Doch vor dem Nordderby ist alles anders, der Spielmacher des SV Werder Bremen kaum wiederzuerkennen. „Das wird so ein geiles Spiel“, prophezeit der 21-Jährige und kann seine Freude auf das heutige „Endspiel“ um die Champions-League-Qualifikation gegen den Hamburger SV (15.30 Uhr) kaum bändigen: „Unsere Hütte wird voll sein, unsere Fans werden uns pushen – ich kriege vor dem Spiel bestimmt Gänsehaut.“

Und nach dem Spiel wahrscheinlich auch, denn dann ist wieder der „Andree-Wiedener-Tanz“ angesagt. „Wenn man sich freut, macht man eben alles mit“, schmunzelt Özil, der sich selbst als „guter Tänzer“ bezeichnet, über die eigenwillige Choreographie der Fans in Anlehnung an den Ex-Bremer Wiedener. Dessen ungewöhnliche Zwischenschritte bei Zweikämpfen wurden nun zu einem flotten Tanz, den Per Mertesacker „ziemlich gut“ findet. Kapitän Torsten Frings wundert’s nicht: „Per ist eben unser bester Tänzer, der Vortänzer sozusagen.“ Er selbst fühle sich mit den Einlagen „eher wie ein Roboter“, genießt das Spektakel aber auf seine Art: „Es ist doch immer ein schönes Gefühl, mit den Fans zu feiern. Denn das macht man nur, wenn man erfolgreich war.“

Um das auch heute Nachmittag zu sein und hinterher zum Champions-League-Qualifikations-Tanz antreten zu können, „müssen wir eine Top-Leistung bringen. Das wird ein sehr hartes Stück Arbeit“, ahnt Frings und lenkt die Bremer Konzentration damit wieder auf die eigentliche Sportart Fußball. Genau wie Mertesacker, der den HSV zuletzt gegen Nürnberg (4:0) „überragend“ gesehen hat und vor einem extrem motivierten Gegner warnt: „Hamburg hat eine sehr starke Mannschaft.“

Hinzu kämen die sportlichen Rückschläge des Nord-Rivalen mit dem Abrutschen in der Bundesliga sowie dem Scheitern in der Europa League kurz vor dem Finale im eigenen Stadion – und letztlich auch noch ein wenig die dreifache Derby-Schmach im Frühjahr 2009, als Werder die Hamburger in UEFA-Pokal, DFB-Pokal und Bundesliga aus allen Träumen riss. „Der HSV ist sicher noch enttäuscht über das internationale Aus, das lässt sich nicht so einfach abschütteln. Und dazu noch das letzte Jahr – das macht die Brisanz aus“, sagt Mertesacker.

Auch Özil rechnet mit einer „sehr schwierigen Aufgabe“ und einem Gegner, der bedingungslos um seine letzte kleine Chance aufs internationale Geschäft kämpft – und bei dem längst nicht alle Wunden verheilt sind: „Die wissen, was wir ihnen im letzten Jahr angetan haben und werden sehr heiß sein.“

Werder aber ebenso: Die Bremer drängen heute Nachmittag in die äußerst lukrative „Königsklasse“ – und erst wenn dieses Ziel (zumindest die Qualifikation) erreicht ist, dürfen im Weserstadion letztmals in dieser Saison die Tanzbeine geschwungen werden. „Das kommt alles ganz spontan“, versichert Özil, verspricht dann aber doch: „Wenn wir gewinnen, werden wir sicher wieder tanzen . . .“

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