Heute Untersuchung beim Spezialisten / Plötzlich ist Lorenzen wieder ein Thema

Alarm im Sturm: Johannsson droht eine lange Pause

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Baustelle Aron Johannsson: Der Stürmer wird Werder Bremen vermutlich länger fehlen. Genauere Informationen werden heute nach einer Untersuchung in Berlin erwartet.

Bremen - Torflaute im Werder-Sturm und jetzt auch noch das: Angreifer Aron Johannsson droht eine längere Pause. Der US-Nationalspieler lässt sich wegen seiner Adduktorenbeschwerden heute in Berlin von Dr. Jens Krüger untersuchen. Auf dem Spezialisten – inoffizieller Titel: Leistenpapst – ruhen nun die Bremer Hoffnungen. Er muss Johannsson schnell wieder fit bekommen. Denn ohne den 24-Jährigen wird es bei Werder personell ganz schön eng im Sturm.

Co-Trainer Torsten Frings weiß zwar auch noch nichts Genaues über die Schwere der Johannsson-Verletzung, aber so viel lässt sich auch ohne Untersuchungsergebnis schon sagen: „Wir gehen davon aus, dass uns Aron erst mal nicht zur Verfügung steht. Das ist bitter für Aron, weil er gerade angefangen hat, sich bei uns zurechtzufinden.“ Alarmierend für die Bremer ist die Tatsache, dass Johannsson in seiner Karriere schon häufiger Leistenprobleme hatte. Im Sommer 2014 war er sogar operiert worden, pausierte anschließend zwei Monate. Aktuell hat der gebürtige Isländer bereits die Partien gegen Bayer Leverkusen (0:3) und Hannover 96 (0:1) verpasst. Zudem sagte er die Teilnahme an den Länderspielen mit den USA ab.

Für Werder wäre ein langfristiger Johannsson-Ausfall eine kleine Katastrophe. Der 4,2-Millionen-Euro-Einkauf ist fest als Sturmpartner von Anthony Ujah vorgesehen. Beide trafen bislang zwei Mal, was nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht ist. Hinter dem Duo türmen sich aber definitiv Probleme auf. Claudio Pizarro wurde als erfahrener Stürmer Nummer drei verpflichtet. Aber dass der 37-Jährige noch nach Form und Fitness sucht, war in seinen bisherigen Einsätzen nicht zu übersehen. Fin Bartels gilt zwar nominell auch als Stürmer, doch Tore schießt er nur in absoluten Ausnahmefällen.

Als weitere Option gilt Melvyn Lorenzen. Allerdings ist der 20-Jährige zum einen extrem verletzungsanfällig und musste zum anderen gerade gemaßregelt werden, weil er sich in der U23 nicht so benommen hatte, wie er sollte. Doch das sei erledigt, meint Frings und kündigt an: „Melvyn wird ab sofort wieder bei uns trainieren.“ Sprich: bei den Profis. Heute, 15.00 Uhr, geht es los für Lorenzen.

Und der begabte Stürmer kommt mit der Empfehlung eines Dreierpacks, geschnürt im Testspiel der U23 gegen den FC St. Pauli am Dienstag (5:1), zu den Profis. „Melvyn hat ein überragendes Spiel gemacht. Wir waren begeistert“, berichtet Augenzeuge Frings: „Wir hoffen, dass er das auch bei uns im Training zeigt, dann ist er eine ernsthafte Alternative.“

Danach hatte es vor wenigen Tagen noch überhaupt nicht ausgesehen. Lorenzen war in die U23 geschickt worden, weil er wegen andauernder Probleme mit seinem Knie nie richtig fit wurde. „70 Prozent reichen nicht für die Profis“, begründete Chefcoach Viktor Skripnik zuletzt den Verzicht auf Lorenzen. Der Angreifer hatte aber auch Einstellungsprobleme, die in seiner Suspendierung vor der Reise zum U23-Spiel in Erfurt gipfelten. Angeblich wegen eines Baguettes, das er sich für die lange Fahrt mitgebracht hatte. Das Brot passte aber nicht zum Ernährungsplan des Drittligisten. „Fakt ist, dass er sich nicht vernünftig verhalten hat, in dem Rahmen, den Trainer Alexander Nouri vorgibt“, sagt Frings und deutet damit an, dass es um mehr als nur das Baguette ging.

Aber was zählt das alles, wenn Not am Mann ist? Lorenzen wird gebraucht, fast schon erwartet. Denn mit seinen wenigen Auftritten in der Vorsaison hat er für viel Phantasie gesorgt. Er ist so schnell wie kein anderer Spieler im Kader, er hat aber auch das wohl wackligste Knie im Team. „Wir müssen sehen, wie er das Training wegsteckt“, sagt Frings deshalb. Die Vorsicht im Umgang mit Lorenzen ist greifbar. Zu oft schon gab es Rückschläge.

Und Pizarro? Niemand weiß, in welcher Verfassung der Peruaner von seiner Länderspielreise nach Südamerika zurückkehrt. Niemand weiß, ob er überhaupt noch mal zu einer bundesligatauglichen Fitness finden wird. Frings sagt: „Vielleicht haben wir Claudio mit dem 90-Minuten-Einsatz gegen Leverkusen keinen Gefallen getan. Das war zu viel für ihn.“ Er sagt aber auch: „Im Training macht er einen sehr guten Eindruck, sonst würden wir ihn nicht spielen lassen.“

csa/kni

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