Heute Skripniks Premiere auf der Werder-Bank / Erste Amtshandlung: Makiadi und Elia nicht im Kader

Auf geht’s, Viktor!

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Viktor Skripnik erklärt, was er heute von seiner Mannschaft erwartet. Nicht nur Co-Trainer Torsten Frings hört aufmerksam zu.

Bremen - Nein, zimperlich ist Viktor Skripnik nicht. Vor seinem ersten Spiel als Cheftrainer des SV Werder trifft der 44-Jährige gleich klare personelle Entscheidungen und rasiert Cedrick Makiadi sowie Eljero Elia. Beide fehlen heute im Kader für das DFB-Pokalspiel bei Drittligist Chemnitzer FC (19.00 Uhr/Sky). Dafür sind Ludovic Obraniak und Levent Aycicek nominiert – zwei Kreativkräfte, die unter Skripniks Vorgänger Robin Dutt so gut wie keine Rolle gespielt hatten.

Zwei rein, zwei raus – das sind die ersten erkennbaren Veränderungen vor Skripniks Premiere als Werder-Cheftrainer. Und sie sind der erste Versuch, einen Missstand zu beheben, den Skripnik erkannt haben will. „Die Mannschaft kann Fußball spielen“, hatte er bei seiner Vorstellung am Sonntag doziert: „Aber es fehlt die Konstanz und die letzte Kreativität.“ Obraniak, dessen Einsatz von Anfang an sicher erscheint, soll Abhilfe schaffen. Assistiert vielleicht von Aycicek, dessen Stärken und Schwächen Skripnik nach eineinhalb gemeinsamen Jahren bei der U23 bestens vertraut sind. „Ich traue Levent die Bundesliga zu. Aber er braucht noch Zeit, sich im Profi-Bereich zu etablieren. er ist in jedem Fall eine große Hoffnung“, erklärte der Coach.

Allerdings sagte er auch, dass die Partie in Chemnitz nicht geeignet ist, irgendwelche Experimente zu betreiben. „Dafür ist jetzt nicht die Zeit. Wir machen nur, was für dieses eine Spiel wichtig ist“, so Skripnik.

An oberster Stelle steht dabei, nach der Aufregung um den Trainerwechsel die Köpfe wieder frei zu bekommen. „So eine Trainerentlassung ist nichts Schönes. Wichtig ist, dass wir das jetzt so schnell wie möglich abschütteln“, sagt Kapitän Clemens Fritz. Ihn selbst plagt allerdings noch das schlechte Gewissen, „als Mannschaft versagt“ zu haben: „Diesen Schuh müssen wir uns anziehen. Wir fühlen uns alle schuldig an der Entlassung von Robin Dutt.“

Werder-Abschlusstraining vorm DFB-Pokalspiel

Aber nur bis heute, 19.00 Uhr. Dann ist Bessermachen gefordert – und zwar „nicht mit Nase hoch, sondern mit breiter Brust“, wie Viktor Skripnik es fordert. Heißt: Selbstbewusst ja, überheblich nein. Aber wer, wenn nicht Werder Bremen, weiß, wie gefährlich Drittligisten im Pokal sein können? In den vergangenen drei Jahren scheiterten die Grün-Weißen jeweils in Runde eins an einem zwei Klassen tiefer beheimateten Club. Nun ist zwar Runde zwei ereicht, aber wieder wartet ein Underdog. Und Fritz verspricht: „In einem Punkt können wir uns sicher sein: Wir werden den Gegner auf keinen Fall unterschätzen. Wir wissen ja, wie es laufen kann.“

Das haben die Spieler vor einem Jahr und vor zwei Jahren auch gesagt. Hoffentlich stimmt es diesmal. Denn Werder kann sich das Ausscheiden im wahrsten Wortsinn nicht leisten. Schließlich ist im DFB-Pokal dringend benötigtes Geld zu verdienen. Heute geht es um eine Viertelmillion Euro mehr, in den weiteren Runden locken weit höhere Prämien. „Wirtschaftlich ist Potenzial da, das sollte man nicht liegen lassen“, fordert Aufsichtsratschef Marco Bode.

Geschäftsführer Thomas Eichin rückt den finanziellen Aspekt jedoch in die zweite Reihe. „Daran denke ich nicht. Wir müssen in diesem Spiel zeigen, dass die Saison für uns neu los geht“, sagt er. Aber natürlich soll der Re-Start erfolgreich verlaufen. Eichin: „Es ist eine Runde, wo du weiterkommen musst.“

Das würde dem am Boden liegenden Bremer Selbstvertrauen wieder etwas auf die Beine helfen. „Es ist mal wieder Zeit für ein Erfolgserlebnis“, meinte Clemens Fritz. Es klang wie ein Stoßgebet.

csa

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