Heute muss der Werder-Sportchef das Kontrollgremium überzeugen

Murren im Aufsichtsrat: Darf Eichin weiter einkaufen?

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Heute ist der Aufsichtsrat gefordert: (von links) Marco Bode, Dr. Werner Brinker, Willi Lemke, Dr. Hubertus Hess-Grunewald, Hans Schulz und Axel Plaat.

Bremen - In dieser Sitzung steckt jede Menge Zündstoff: Heute wird die Geschäftsführung des SV Werder in Person des sportlichen Leiters Thomas Eichin den Aufsichtsrat bitten, Geld für weitere Neuverpflichtungen zur Verfügung zu stellen. Und er wird, das steht schon fest, keine schnelle Antwort bekommen. Denn die Stimmung im Aufsichtsrat ist schlecht. Einige Mitglieder des Kontrollgremiums sind mit der bisherigen Einkaufspolitik nicht zufrieden und sperren sich nun, noch einmal zu investieren und weiter rote Zahlen zu schreiben. Es wird eine heiße Diskussion erwartet.

Eichin will unbedingt noch mal den Kader verändern: Bryan Ruiz (FC Fulham) und Rafal Wolski (AC Florenz) stehen ganz oben auf der Liste. Mit Ruiz sind die Gespräche schon weit gediehen, der 29-Jährige will in die Bundesliga, will zu Werder. Laut „Bild“-Zeitung soll Eichin dem FC Fulham bereits eine Ablöse von vier Millionen Euro für den WM-Teilnehmer aus Costa Rica geboten haben. Zur Verwunderung des Aufsichtsrats. Denn einige Mitglieder fragen sich, wo dieses Geld herkommen soll. Das für diese Saison genehmigte Budget ist längst ausgereizt – und eigentlich müssten dringend noch Transfereinnahmen her, um am Ende der Spielzeit endlich wie angekündigt wieder eine schwarze Null und keine roten Zahlen wie in den beiden Vorjahren zu schreiben. Da passt es eigentlich nicht, jetzt noch einmal zu investieren – und das für Werder-Verhältnisse in nicht unerheblichem Maße.

Öffentlich sagt das freilich niemand – das hat Tradition bei Werder. Es wird sich hinter verschlossenen Türen gezofft, nicht davor. Die Unzufriedenheit einzelner Aufsichtsratsmitglieder ist trotzdem bekannt geworden. Im Zentrum der Kritik steht die Einkaufspolitik von Eichin. Kein Neuer habe richtig gezündet, einige hätten sogar ziemlich enttäuscht – und das wären nicht gerade die billigsten gewesen. Als erstes wird da Nils Petersen genannt, der nach einer Leihsaison vor einem Jahr dem FC Bayern abgekauft wurde – für vier Millionen Euro. Auch die drei Millionen Euro Ablöse für Cedrick Makiadi vom SC Freiburg werden nach dessen enttäuschender Saison sehr kritisch gesehen. Und dass Ludovic Obraniak (kam im Winter für knapp zwei Millionen Euro von Girondins Bordeaux) jetzt schon wieder verkauft werden soll, spräche für sich.

Das Vertrauen in Eichin ist nicht weg, aber es bröckelt. Der Sportchef muss heute gemeinsam mit seinen Geschäftsführer-Kollegen Klaus Filbry und Klaus-Dieter Fischer schon gute Argumente liefern, um den Aufsichtsrat mit Willi Lemke an der Spitze zu überzeugen und den gewünschten finanziellen Nachschlag für Ruiz und/oder Wolski zu bekommen.

kni

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