Werder zum Auftakt der Europa League gegen Funchal / „Wir müssen uns in der Gruppe durchsetzen“

Herausforderung Prinzenklasse

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Champions League war schön, die Europa League bietet aber auch ihren Reiz, meint Werder-Coach Thomas Schaaf.

Bremen/Funchal - Die erste Herausforderung hat Werder gestern bestanden. Die Landung auf dem gefürchteten Rollfeld des Airports Santa Catarina in Funchal war butterweich. Heute Abend nun (21.05 Uhr/live bei Sat.1 und Sky) müssen die Bremer die nächste in Angriff nehmen: den Europa-League-Auftakt beim portugiesischen Erstligisten Nacional Funchal.

Der ist weitaus weniger gefürchtet als sein Flughafen. Von der Papierform her gehen die Bremer deshalb als klarer Favorit ins Rennen. Als Vorjahresfinalist des UEFA-Cups und sechsmaliger Champions-League-Teilnehmer stellen die Bremer die erfahrenere und reifere Mannschaft. Funchal ist international eher ein Nobody, hat zudem den Saisonstart in Portugal verkorkst, ist mit zwei Punkten nach vier Spielen nur Tabellen-13. Doch halt, da war doch was? In der Qualifikation haben die Portugiesen ein Ausrufezeichen gesetzt und Zenit St. Petersburg, den UEFA-Cup-Sieger von 2008, aus dem Wettbewerb gekegelt. Die Spieler, warnt Werder-Trainer Thomas Schaaf, „können alle mit der Kugel umgehen. Sie sind körperlich fit, sehr beweglich und haben gute technische Fähigkeiten.“ Daher verbiete es sich von selbst, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir dürfen uns nicht täuschen lassen, dass Funchal diesen Start in der Liga hingelegt hat“, meinte der Bremer Coach.

Auch Klaus Allofs warnt seine Mannschaft vor Überheblichkeit, stellte fast im gleichen Atemzug aber fest: „Bei allem Respekt vor unseren Gegnern. Wir müssen uns in dieser Gruppe durchsetzen und uns für die nächste Runde qualifizieren.“ Werder trifft neben Funchal noch auf Austria Wien und den spanischen Erstligisten Athletic Bilbao.

Nach fünf Jahren in Folge in der Champions League ist die neue Europa League für Allofs eine „neue Herausforderung, der wir uns gern stellen“. Am liebsten allerdings würde der 52-Jährige so schnell wie möglich in die Königsklasse zurückkehren. „Was wir dort fünf Jahre hintereinander erlebt haben, war außergewöhnlich. Unser Ziel muss es sein, dass wir uns wieder für die Champions League qualifizieren.“

Das ist auch Schaafs Ziel in der Bundesliga, doch der Bremer Trainer wehrt sich dagegen, die „Prinzenklasse“ jetzt völlig abzuqualifizieren. „Natürlich bekommt man in der Champions League noch mehr Aufmerksamkeit, allein schon durch die großen Namen, die dort auflaufen“, sagte der 48-Jährige, „doch mit der Europa League wird doch versucht, sich der Champions League zu nähern“, glaubt Schaaf. Das Marketing, die Verpackung, der Modus – das alles komme der Champions League doch sehr nahe.

Nur heißt der Gegner heute nicht FC Chelsea sondern Nacional Funchal. Gibt’s da bei den Spielern vielleicht ein Motivationsproblem? „Überhaupt nicht“, sagt Mittelfeldspieler Tim Borowski, der im vergangenen Jahr mit den Bayern ebenfalls noch in der Königsklasse gekickt hatte: „Wir nehmen die Europa League sehr ernst. Und es ist ganz wichtig für uns, dass wir gleich einen guten Start hinlegen.“ Denn ein Sieg, so der 29-Jährige, „wäre eine gute Basis für die weiteren Aufgaben.“ Daher sei es völlig fehl am Platz, Funchal zu unterschätzen und die drei Punkte in Gedanken schon auf der Habenseite zu verbuchen, nur weil das Team nicht gut in die Liga gestartet ist. „Es wäre dumm und fatal so etwas zu tun“, glaubt „Boro“: „Die Portugiesen sind bekannt dafür, dass sie einen guten Ball spielen. Wir müssen aufpassen, aber natürlich unser Spiel durchsetzen.“

Womit „Boro“ seinem Trainer einen Steilpass geliefert hat. „Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie sich international beweisen will, dass sie stark spielt, sich verbessert, kompakt steht und sich geschlossen präsentiert“, hat Schaaf ganz klare Vorstellungen, wie seine Truppe heute im Estadio da Madeira aufzutreten hat.

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