Markus Rosenberg wechselt auf Leihbasis zu Racing Santander / „Natürlich ein wenig traurig“

Ein Held sagt leise servus

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Als Markus Rosenberg gestern Abend das Bremer Trainingsgelände verließ, hatte er zumindest ein Lächeln auf den Lippen

Bremen - Von Arne Flügge · Es war ein verdammt hartes Ringen gewesen. Um 14.00 Uhr traf Markus Rosenberg auf der Geschäftsstelle ein, erst fast vier Stunden später, zehn Minuten vor Meldeschluss, kam er wieder raus – mit einem neuen Verein in der Tasche.

Der Stürmer von Werder Bremen wird ohne Kaufoption für ein Jahr an den spanischen Erstligisten Racing Santander ausgeliehen. Die Leihgebühr wird auf rund 700 000 Euro geschätzt.

Bevor die beiden Clubs den Transfer endlich in trockenen Tüchern hatten, hatte Rosenberg seinen 2011 auslaufenden Vertrag bei Werder noch um ein Jahr verlängert. Eigentlich hatten die Bremer den 28-Jährigen für 2,5 Millionen Euro verkaufen wollen, doch der Preis war den Spaniern zu hoch gewesen. „Der Markt ist derzeit nicht so, dass wir einen reellen Preis für Markus bekommen hätten. Und wir wollten ihn auch nicht verschenken“, begründete Werder-Sportchef Klaus Allofs, warum es jetzt zu diesem Transfermodell kam. „Das ist für alle Beteiligten eine sinnvolle Lösung. Markus möchte Spielpraxis sammeln, das konnten wir ihm aber nicht garantieren“, ergänzte der Werder Boss.

Rosenberg verließ nach dem mehrstündigen Verhandlungsmarathon dann auch erleichtert die Geschäftsstelle. „Ich bin froh, dass es geklappt hat, da sind ganz schön viele Papiere hin- und hergegangen“, sagte der Schwede: „Die Lösung, die wir gefunden haben, ist super. Ich wollte gerne nach Spanien. Die Primera Division ist eine super Liga.“

Nach dreieinhalb Jahren fällt dem Angreifer der Abschied aus Bremen, auch wenn es vermutlich nur einer auf Zeit ist, nicht ganz leicht. „Natürlich bin ich auch ein wenig traurig. Wenn du hier so lange gespielt hast, ist es nicht einfach, die Koffer zu packen. Aber ich wusste ja, dass dieser Tag irgendwann kommen wird.“

Schließlich will Rosenberg nicht auf der Bank versauern. „Ich brauche Spielpraxis. Ich bin im besten Fußballeralter. Da muss ich spielen. Und bei Santander habe ich dafür die besseren Möglichkeiten.“

Rosenberg hatte drei Angebote aus Spanien „und eines aus Italien. Aber ich gehe nach Santander, weil mich der Club schon lange haben wollte. Ich habe da ein gutes Gefühl“, erklärte der Stürmer.

Heute wird Rosenberg, der im Januar 2007 von Ajax Amsterdam gekommen war und in 90 Bundesligaspielen 30 Tore erzielte, bereits nach Spanien fliegen. Seine Freundin Maria und seine kleine Tochter kommen gleich mit: „Ich bin kein Typ, der alleine im Hotel wohnen kann. Ich brauche meine Familie um mich herum.“ .

Wie schnelllebig doch der Fußball sein kann. Vergangenen Woche war Rosenberg in Genua noch von Tausenden als Held gefeiert worden, als er mit seinem Tor in der Nachspielzeit den Bremern die Tür zur Champions League öffnete. Gestern Abend verließ er nun fast unbemerkt das Bremer Trainingsgelände. „So ist das eben“, sagte Rosenberg: „Es ist doch schön, dass ich Werder helfen konnte, die Champions League zu erreichen. Und wenn ich mir die Bremer Spiele dann vor dem Fernseher anschaue, kann ich sagen: Jungs, dass ihr da seit, dafür müsst ihr Euch bei mir bedanken. Das ist doch auch etwas.“ Sprach’s und düste mit seinem schwarzen Geländewagen davon.

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