Nach Naldo würde auch Wesley Werder gerne verlassen – darf es aber nicht

Heimweh mit Hindernissen

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Ihr Lachen haben Naldo und Wesley in Bremen längst noch nicht verloren, trotzdem würden sie gerne so schnell wie möglich in ihre brasilianische Heimat zurückkehren.

Belek · Für die angedachte Südamerika-Reise des SV Werder nach dieser Saison könnte es keine bessere Werbung geben: Der Bundesligist ist am Zuckerhut täglich in den Schlagzeilen, weil die Bremer Brasilianer Naldo und Wesley Heimweh haben. Und da fühlen sich Clubs und Medien in der Pflicht, fast alles für eine Rückkehr zu tun.

Speziell im Fall Naldo, dem unterstellt wird, er würde hinter den Kulissen seine Freigabe erzwingen. Dabei hatte er dem SC Internacional bereits vor einigen Tagen einen Korb gegeben.

„Das ist total falsch, ich setze keinen unter Druck“, stellte Naldo gestern klar. Und der 29-Jährige wirkte dabei – kurz vor dem Abflug vom Trainingslager in der Türkei nach Bremen – sichtlich empört: „Für mich ist das Thema erledigt. Ich bin mit meinem Kopf nur bei Werder.“ Dass der SC Internacional Porto Alegre sein Angebot mittlerweile auf fünf Millionen Euro geschraubt habe, „davon weiß ich nichts, und ich habe gerade erst mit meinem Berater gesprochen“.

Werder Training am Freitag

Werder-Training am Freitag

Auch bei Werder ist diese neue Offerte – wie schon die Angebotserhöhung zuvor – nicht angekommen. Zudem merkte Geschäftsführer Klaus Allofs gestern auf dem Flughafen in Antalya ziemlich genervt an: „Ich kann das nicht jedes mal kommentieren, wenn denen wieder irgendetwas einfällt.“ Fest stehe allerdings, dass auch die kolportierten fünf Millionen Euro keine Gesprächsgrundlage darstellen würden.

Naldo weiß das – und gesteht: „Die Sache hat sich nur erledigt, weil die das Geld für die Ablöse nicht aufbringen können.“ Deshalb hätten er und sein Berater auch auf eine direkte Absage beim Club verzichtet, seine Forderungen seien schließlich erfüllt worden. Ein kleines Hintertürchen hält sich der 29-Jährige also offen.

Sein Landsmann hat das Tor sogar weit aufgestoßen. Wesley wird von der brasilianischen Zeitung „Terra“ mit den Worten zitiert: „Ich bin seit eineinhalb Jahren in Deutschland und finde, das ist der Zeitpunkt, zurück nach Brasilien zu gehen. Ich verhehle den Wunsch nicht.“ Nach der Rückrunde hatte der 24-Jährige noch angekündigt, sich bei Werder durchbeißen zu wollen. Doch im Trainingslager wirkte Wesley eher zahnlos statt angriffslustig – deshalb fehlte er sogar im Kader für das Testspiel gegen Alkmaar. Dabei hat der Mittelfeldspieler große Ziele, wenn er nur wieder unterm Zuckerhut spielen darf: „Dass die WM in Brasilien stattfindet, ist wichtig für mich, ich will in die Selecao zurück.“

Das hatte auch schon Naldo gesagt. Bei den Interessenten und vermeintlichen Offerten gibt‘s sogar kuriose Parallelen: Denn ausgerechnet der SC Internacional hat sich angeboten und seinem bei Ablösesummen inzwischen sehr knauserigen Ruf alle Ehre gemacht. „Es gibt keine Angebote, die uns zum Nachdenken bringen“, seufzte Allofs und merkte noch an: „Wir können nicht einfach sagen: Weg mit Schaden.“

Will heißen: Werder will den Großteil der vor anderthalb Jahren bezahlten Ablösesumme von 7,5 Millionen Euro für Wesley wieder aufs Konto bekommen. Gelingt das nicht, bleibt der Brasilianer. Und Allofs rechnet fest mit professionellem Verhalten des Spielers: „Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, sich voll für Werder einzusetzen, auch wenn man mal nicht so glücklich ist.“

Wesleys Trainingsleistungen machten einen anderen Eindruck, seine Aussagen in der Zeitung „Terra“ dagegen etwas Hoffnung: „Bremen ist ein Verein, wo man gut arbeiten kann. Ich werde hier gut behandelt.“ Und möglicherweise sogar mit einer Südamerika-Reise nach Saisonende beschenkt… · csa/kni

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