0:7 gegen Werder Bremen an einem perfekten Abend / Fischer: „Wir sind stolz auf uns“

Heiligenfelde im siebten Himmel

+
Werder-Profi Cimo Röcker (rechts) schreibt Autogramme in der großen Menschenmasse von Heiligenfelde. · Fotos (3): Gumz

Heiligenfelde - Von Arne Helms und Carsten Sander. Sieben Tore, 2 300 Zuschauer und ein Held: Das „Spiel des Jahrzehnts“ des SV Heiligenfelde gegen die Profis von Werder Bremen ließ gestern keine Wünsche offen – jedenfalls nicht bei dem Kreisliga-Team.

Aus Sicht des Bundesligisten war das 7:0 (3:0) dagegen ein etwas mageres Ergebnis. Immer wieder waren die Bremer an SVH-Torwart Christian Gerlach gescheitert.

Das 3:0 für Werder: Aaron Hunt (Mitte) habe „den Schuss dreimal angetäuscht und mich dann überlupft“, sagte SVH-Keeper Christian Gerlach (r.) anerkennend.

Seine Leistung war gestern gewissermaßen die Kirsche auf der Sahne für die Heiligenfelder, die wussten, dass sie Großes geleistet hatten. Nicht nur, dass der Rahmen der Partie mit eigens aufgebauten Tribünen, Disco-Truck und jeder Menge Fans perfekt war – auch auf dem Platz lief es für den Zweiten der Kreisliga erstaunlich gut. Trotz der sieben Gegentore wähnte sich Trainer Frank Fischer im siebten Himmel: „Das ist ein absolut achtbares Resultat. Wir sind total stolz auf unsere Leistung. Die Spieler sind an ihre Grenzen gegangen – und manche sogar darüber hinaus.“

Der SVH-Coach hatte seine Mannschaft ziemlich gut auf die ohne neun Nationalspieler angetretenen Bremer eingestellt. Die Defensive hielt dem ersten Werder-Ansturm zwar nur fünf Minuten stand, dann traf Nils Petersen zum ersten Mal, doch in der Folge blieb das ganz schlimme Schützenfest aus. Bis zur Pause trafen nur noch erneut Petersen (19.) und Aaron Hunt (38.). Zwischen den Gegentoren scheiterte Werder immer wieder an Gerlach. Allein in Halbzeit eins parierte der wuchtige Keeper zwölf Bälle, und als er nach 65 Minuten unter Beifall den Platz verließ, wusste er: „Das war das Spiel meines Lebens.“

Das galt allerdings für alle Spieler des SVH, das galt sogar für den ganzen Verein. Vorsitzender Wilfried Helms sprach von „sehr, sehr großer Zufriedenheit. Es war ein runder Abend.“

Für Werder begann er allerdings mit einigen Problemen. Das durch den schweren Unfall auf der A1 ausgelöste Verkehrschaos in Bremen zwang den Teambus zu einer eher ungewöhnlichen Route. Über die A 27, Abfahrt Achim-Uesen runter und von dort übers Land nach Heiligenfelde. Fahrzeit: Eine Stunde und zwanzig Minuten. Pünktlich kam der Tross um Trainer Thomas Schaaf dennoch an, bereit für eine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen. Die Maßgabe in solchen Spielen ist immer die gleiche. „Tore, Tore, Tore, damit wir uns die Sicherheit holen“, so Geschäftsführer Klaus Allofs. Doch auch nach der Pause lief die Produktion weiter nur stockend. „Wir haben“, analysierte Allofs, „ganz gut kombiniert. Aber im Abschluss hat es nicht funktioniert.“ Lediglich Lukas Schmitz (59.), Petersen mit seinem dritten Streich (63.) sowie Assani Lukimya (75.) und U 23-Akteur Florian Nagel (88.) trafen noch. Und Frank Fischer durfte feststellen, dass sein Team die Vorgaben mehr als umgesetzt hatte. Vor dem Spiel wäre der Coach mit einem 1:9 zufrieden gewesen, da ist ein 0:7 – auch wenn das eigene Tor nicht gefallen ist – definitiv ein Grund zum Feiern.

Das taten die Heiligenfelder auch. Zunächst sogar mit den Werder-Profis, die die Einladung zum gemeinsamen Essen im Dorfgemeinschaftshaus angenommen hatten. Später dann unter sich. Und soviel ist sicher: Im Ausschank hat es nicht nur Wasser gegeben – obwohl der SVH davon momentan mehr als reichlich anzubieten hat. Denn das Spiel hatte sich der Club durch den Kauf von 611 Wasserkisten bei Werder-Sponsor Vilsa verdient. Ein Teil davon wurde gestern Abend verkauft, das Meiste wartet aber noch darauf, getrunken zu werden. „Ich habe allein 70 Kisten bei mir im Keller stehen. Aber das kriegen wir schon irgendwie weg“, meinte Wilfried Helms mit einem Lachen: „Zur Not hilft uns das Kreisfeuerwehrzeltlager im nächsten Jahr…“

Das könnte Sie auch interessieren

Amri-Ausschuss in NRW nimmt Rolle von V-Mann ins Visier

Amri-Ausschuss in NRW nimmt Rolle von V-Mann ins Visier

Das sind die zehn reichsten Menschen der Welt

Das sind die zehn reichsten Menschen der Welt

Werder-Ankunft in Köln

Werder-Ankunft in Köln

Der Freimarkt am Donnerstag

Der Freimarkt am Donnerstag

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Samstag

Das passiert am Samstag

Zehn Fakten zum Werder-Spiel gegen Gladbach

Zehn Fakten zum Werder-Spiel gegen Gladbach

Wohin mit Kainz? Nouri hat die Wahl

Wohin mit Kainz? Nouri hat die Wahl

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Kommentare