Hartherz lobt das Projekt Paderborn und sieht auch Werder auf richtigem Weg

„Hier entwickelt sich was“

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Voll fokussiert auf Paderborn: „Ich spiele ordentlich und hoffe, dass es so weitergeht“, sagt der Ex-Bremer Florian Hartherz.

Bremen - Zwei Jahre trug Florian Hartherz das Werder-Trikot – zunächst im damaligen Drittliga-Team der Zweiten, später bei den Profis unter Trainer Thomas Schaaf. Der ermöglichte ihm im Januar 2012 das Bundesliga-Debüt, doch nach zehn Spielen im Oberhaus ging es eine Saison später für den Linksverteidiger wieder in die Zweite. 2013 folgte der Abschied in Richtung Paderborn – und gleich in seiner ersten Serie für den SC stieg Hartherz in die Bundesliga auf. „Ich fühle mich wohl hier“, sagt der 21-Jährige. Für das morgige Wiedersehen verspricht er seinen Ex-Kollegen „ein schönes Kampfspiel“.

Herr Hartherz, beim 2:1 gegen Augsburg vor zwei Wochen haben Sie beide Vorlagen gegeben. Muss jetzt Werders Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie Angst vor Ihnen haben?

Florian Hartherz (lacht): Ich hoffe, er muss sehr aufpassen! Jedenfalls freue ich mich auf dieses Duell. Es wird ein schönes Spiel – ein schönes Kampfspiel.

Fußball-Delikatessen sind also nicht zu erwarten?

Hartherz: Doch, aber wir müssen erstmal die Tugenden reinbringen, die man im Abstiegskampf braucht: das Laufen und Kämpfen. Wir haben einiges an spielerischer Qualität in der Mannschaft. Aber wir müssen erstmal gut ins Spiel kommen. Werder bekommt nichts geschenkt.

Sie haben zuletzt zwei Mal durchgespielt – es läuft für Sie im Moment, oder?

Hartherz: Ja, ich spiele ordentlich und hoffe, dass es so weitergeht.

Dann dürften Sie ja weiter beruhigt nach vorn sehen. Denn Linksverteidiger sind ein seltenes Gut. Wie froh sind Sie, Linksfuß zu sein?

Hartherz (lacht): Ja, das stimmt, Linksverteidiger werden überall gesucht, und ich bin froh und stolz, dass ich das lernen durfte. Linksverteidiger – das ist ein großes Privileg.

Auch bei Ihrem Ex-Verein drückt da nach dem Ausfall von Santiago Garcia der Schuh. Stehen Sie noch in Kontakt zu Werder?

Hartherz: Nein, nicht mehr so sehr, denn viele von damals sind nicht mehr da, und auch die Trainer sind andere. Etwas Kontakt gibt es noch zu Özkan Yildirim, mit dem ich auch in den Nachwuchs-Nationalmannschaften gespielt habe.

Und der ist nach vielen Verletzungen gerade wieder zurück im Team. Lernt man bei solch einer Krankengeschichte Dankbarkeit?

Hartherz: Auf jeden Fall. Bis auf meinen Mittelfußbruch am Ende der letzten Saison bin ich ja größtenteils gesund geblieben. Dafür bin ich sehr dankbar. Verletzungen sind das Schlimmste, das gönnt man keinem.

Besteht in Paderborn ein größeres Verletzungsrisiko? Immerhin steht Ihnen da nur ein Trainingsplatz zur Verfügung, der bestimmt ziemlich beansprucht wird…

Hartherz: Nein, das nicht, aber wer sich das hier mal angesehen hat, sieht im Vergleich zu Werder zwei Welten. Wir trainieren auf einem Platz, Werder hat zwölf. Aber Fußball bedeutet immer noch das Gleiche: Elf gegen elf. Und unser Platz in der Arena ist super, da gibt es für Sonntag keine Ausreden. Unser Stadion ist ausverkauft, unsere Fans sind super, da werden uns wieder 15000 anfeuern.

Das klingt gut. Welche Vorzüge hat Paderborn noch?

Hartherz: In den zwei Jahren, die ich jetzt hier bin, hat vieles zusammengepasst. Wir haben ein gutes Team, sind im letzten Jahr aufgestiegen, haben sehr gute Leistungen in der Hinrunde und auch in der Rückrunde gezeigt. Die Mannschaft passt, das Trainerteam auch, ich fühle mich wohl in der Stadt. Jetzt wird das Trainingsgelände gebaut und ist im Winter fertig – hier entwickelt sich was.

Bei Werder hat sich auch einiges getan. Wie erklären Sie sich den Aufschwung vom Abstiegs- zum Europa-Kandidaten?

Hartherz: Viktor Skripnik scheint ein sehr, sehr guter Trainer zu sein, er hat gute Impulse gesetzt. Die jungen Spieler machen einen Super-Job und haben sich mit den älteren gefunden. Sie spielen guten Fußball. Werder ist auf dem richtigen Weg.

ck

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