Sieben Spiele in 21 Tagen – und Allofs erhofft sich eine Aufholjagd

Im harten März-Marathon muss Werder sich quälen

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Sieben Spiele in 21 Tagen und die Werder PRofis wollen auch weiterhin so jubeln wie gegen Entschede.

Bremen - Von Carsten Sander · Der Februar war hart, aber erfolgreich. Der März wird noch härter – und noch erfolgreicher? Innerhalb von nur 21 Tagen muss Werder Bremen sieben Spiele in drei Wettbewerben absolvieren.

„Das wird schon eine extreme Belastung“, sagt Kapitän Torsten Frings vor dem Spiele-Marathon, an dessen Ende Werder drei Ziele erreicht haben will: Das DFB-Pokal-Endspiel, das Europa-League-Viertelfinale und mindestens Platz fünf in der Bundesliga. Die Bremer haben richtig was vor!

Nun ist es nicht so, dass ein derart vollgestopfter Spielplan etwas Neues wäre für die Spieler. „Im Grunde“, sagt Torhüter Tim Wiese, „ist es doch jedes Jahr das Gleiche.“ Jedes Jahr ist zwar nicht richtig, aber speziell in 2009 war es so. Werder stieß bis in zwei Finals vor, folglich gab’s im Frühjahr richtig was zu tun.

Werder bewältigte die Aufgaben mit Bravour – jedenfalls die in den Pokalwettbewerben. Die Bundesliga blieb allerdings auf der Strecke. Das soll diesmal nicht passieren. Frings fordert: „In der Liga müssen wir in den kommenden Wochen Boden gutmachen!“ VfB Stuttgart, 1899 Hoffenheim, VfL Bochum und 1. FC Nürnberg heißen die Gegner, gegen die Punkte, Punkte, Punkte gesammelt werden müssen, um im Rennen um die Europa-League-Plätze zu bleiben und eventuell sogar noch die Weichen Richtung Platz drei zu stellen. Selbiger würde eine Rückkehr in die Champions League verheißen, ist derzeit aber zehn Punkte entfernt. Dennoch: Machbar ist das, sagt Clubchef Klaus Allofs und will die Werder-Profis im März in einer Doppelrolle sehen: Dauerspieler und Aufholjäger. „Wir müssen eine Serie hinlegen“, fordert der 53-Jährige. Nur dann kann eintreten, was Allofs sich erträumt. Er erinnert an den eigenen Negativlauf von fünf Pleite in Folge im Dezember und Januar und sagt: „Wenn es uns passiert ist, wieso soll es dann nicht auch anderen passieren?“

Es müsste jedoch nicht irgendwen, sondern im Idealfall den aktuellen Dritten FC Schalke treffen. Aber der ist, anders als Werder, nicht europäisch vertreten, hat also nicht ganz so viele Aufgaben vor der Brust. Und deshalb im Bundesliga-Alltag mehr Puste?

Torsten Frings sagt, dass Werder im März „die Kräfte bündeln“ muss. Und Kraft ist ein gutes Stichwort: Wird sie Werder irgendwann verlassen oder ist genügend vorhanden? Tim Wiese lehnt die Diskussion darüber zwar ab („Uns erwartet zwar ein anstrengendes Programm, aber wir werden alle gut bezahlt, damit wir das durchhalten“), doch Trainer Thomas Schaaf hat schon im Januar Bedenken geäußert – speziell wegen der in dieser Saison erstmals verkürzten Winterpause. Er befürchtet unangenehme Spätfolgen. „Wie wird’s im März oder April aussehen, wenn wir hoffentlich noch viele Spiele haben werden? Reicht die Kraft dann noch?“, stellte er zu Jahresbeginn Fragen, auf die es bald die Antworten geben wird. Ganz klar ist für den Coach aber, dass die nötige Regeneration auf der Strecke bleiben wird. „Wir sind nicht in der Lage, unseren Spielern die Pausen zu geben, die sie brauchen. So einen großen Kader haben wir nicht.“

Mit anderen Worten: Die Mehrfachbelastung ist zwar schön, weil sie Kurzweil bietet und viele Spiele viele Einnahmequellen darstellen. Im Kerngeschäft Bundesliga kann sie aber auch zum Nachteil werden – siehe die Vorsaison.

Zur Verdeutlichung: Wenn Schalke durchschnauft, spielt Werder in der Europa League zweimal gegen den FC Valencia. Das werden Spiele, in die der Vorjahresfinalist ebenfalls seine ganze Energie stecken muss. Valencia sei schließlich ein „ganz anderes Kaliber“ (O-Ton Clemens Fritz) als Twente Enschede, das die Bremer im – mit sieben Partien ebenfalls extremen – Februar ausgeschaltet hatten.

Fast am Ende des März-Marathons wartet dann noch das DFB-Pokal-Halbfinale gegegen den Zweitligisten FC Augsburg. Es ist das vermeintlich leichteste Spiel, ganz sicher aber das, in dem die meiste Bremer Liebe steckt. „Gerade in diesem Spiel können wir etwas sehr Schönes erreichen. Zum Finale nach Berlin zu fahren, ist immer etwas Besonderes“, sagt Käpt‘n Frings und spricht das Schlusswort: „Der März wird für uns ein sehr schwerer und sehr wichtiger Monat.“

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