Die Bremer Aufgabe: Berliner Bollwerk knacken

Harte Arbeit gegen Hertha

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Zehn, zwanzig oder hundert Ballkontakte – das ist Sebastian Mielitz heute ziemlich egal. Hauptsache er hält seinen Kasten sauber.

Von Carsten Sander - Ob Sebastian Mielitz das Feld heute mit glühenden Handschuhen verlässt? Vermutlich wagt sich niemand zu weit nach vorne, wenn er sagt: Sicher nicht. Denn wenn Werder Bremen um 17.30 Uhr zum Abschluss des siebten Bundesliga-Spieltages Hertha BSC empfängt, dann ist die Grundtendenz der Partie schon vorher klar.

Die Bremer werden anrennen, die Berliner mauern.So erwartet es auch Werder-Trainer Thomas Schaaf, der den Gegner natürlich genauestens unter die Lupe genommen hat. Speziell das Spiel beim Deutschen Meister Borussia Dortmund, das die Hertha völlig überraschend mit 2:1 gewonnen hatte. Und zwar mit der simpelsten aller Taktiken. Schaaf: „Hertha hat mit einer guten Defensive, in der sich alle gut ergänzt haben, agiert. Dann wurde gekontert.“ Weil das bestens geklappt hat und der Aufsteiger mit diesem Rezept in diesem Jahr spielklassenübergreifend auswärts noch ungeschlagen ist, „werden sie das gegen uns sicher wieder so probieren“, vermutet der Werder-Coach.

Für Sebastian Mielitz, der anstelle des gesperrten Tim Wiese das Bremer Tor hüten wird, bedeutet das eine Herausforderung der besonderen Art. Wach bleiben, auch wenn‘s langweilig wird. Oder wie Bayern-Keeper Manuel Neuer es vor einer Woche nach dem überlegenen Spiel beim FC Schalke formulierte: „Ich musste mich konzentrieren, um konzentriert zu bleiben.“ Mielitz wird freilich egal sein, ob in seiner Bilanz hinterher zehn, zwanzig oder hundert Ballkontakte stehen – Hauptsache es ging kein Ball rein. „Ich will der Mannschaft wieder helfen – wie ich es schon häufig getan habe“, sagt der 22-Jährige, der bereits neunmal für Wiese aushelfen musste. Immer erfüllte er die Erwartungen. Nun steht er vor einer Serie von drei Partien, die in seiner jungen Karriere als Weichensteller fungieren können. Wenn im Sommer der Vertrag von Tim Wiese ausläuft und möglicherweise nicht verlängert wird, will Mielitz nachrücken. „Ich würde hier gerne die Nummer eins werden“, sagt er: „Aber im Moment denke ich noch nicht an den Sommer.“

Im Moment denkt er an Hertha und an die „harte Arbeit“ (Geschäftsführer Klaus Allofs), die vielleicht nicht auf ihn, aber gewiss auf seine Vorderleute zukommt. Den Berliner Abwehrriegel zu knacken lautet die Aufgabe. Mielitz ist zuversichtlich: „Ich glaube, wir gewinnen.“

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