Die Harnik-Schablone

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Kevin Schindler will und wird Werder Bremen verlassen. „Ich bekomme hier keine Chance“, klagt er.

Bremen - Das Umdenken hat bei Kevin Schindler zu einem klaren Ergebnis geführt. Noch vor sechs Wochen wollte er „nicht auf Teufel komm raus weg aus Bremen“, mittlerweile gilt das Gegenteil.

Der 23-Jährige hat die Nase voll und folgt der Empfehlung von Vorstandschef Klaus Allofs, sich einen neuen Club zu suchen. „Hier bekomme ich vom Trainer ja eh‘ keine Chance zu spielen. Egal, wie ich trainiere“, schimpft Schindler und macht klar: Wenn er geht, dann nicht in Frieden.

Nach drei Ausleihgeschäften in die zweite Liga und einer langen Verletzungspause wegen eines Knorpelschadens im Knie sollte diese Saison eigentlich die Saison des Durchbruchs werden. Dachte Kevin Schindler. Coach Thomas Schaaf schätzte die Situation anders ein, machte aus dem Stürmer einen Rechtsverteidiger. Dieser Werdegang ist ungewöhnlich, aber keine exklusive Schindler-Story. Martin Harnik erging es bei Werder genau so. Erst Stürmer mit aufsehenerregendem Profi-Debüt, dann die Versetzung in die Abwehr. Schließlich der frustrierte Abgang.

Harnik fand den Weg über den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf zum VfB Stuttgart und entwickelte sich zum etablierten Bundesliga-Spieler. Das Beispiel macht Schindler Mut, dass er es ebenfalls schaffen kann. Der gebürtige Delmenhorster, der seit frühester Jugend bei Werder kickt, versucht die Harnik-Schablone auf die eigene Karriere zu legen und wählt ebenfalls den Gang in Liga zwei. „Ich bin mit einem Club schon sehr weit. Ein Vertrag ist aber noch nicht unterschrieben“, verrät er.

Von Vereinsseite werden ihm keine Knüppel zwischen die Beine geworfen. Allofs hatte Schindler schließlich geraten, sich umzugucken. Darüber empörte sich der Spieler zunächst („Ich bin sauer und enttäuscht“), doch die ersten Wochen der neuen Saison haben ihm klar gemacht, dass Werder für ihn eine Sackgasse ist. Eigenes Verschulden? Kevin Schindler sieht keines: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen, habe immer alles gegeben.“ Gereicht hat es trotzdem nicht – jedenfalls nach Meinung von Thomas Schaaf. Dass der aber auch mal daneben liegen kann mit seinem Urteil, zeigt der Fall Harnik. · csa

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