Ein Überblick

Halten, holen, abgeben – da nimmt sich Eichin Zeit

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Noch keine Transferaktivitäten: Thomas Eichin. ·

Bremen / Jerez - Es wäre das erste Mal seit vielen Jahren, dass Werders Verantwortliche tatenlos an einem offenen Transferfenster vorbeigehen. Doch Sportchef Thomas Eichin will in der noch bis Ende Januar laufenden Wechselfrist „keinen Aktionismus, sondern das Machbare“.

Zudem müsse jeder Kandidat „viel besser sein als der, der auf dieser Position schon bei uns ist – und solch einen habe ich noch nicht gefunden.“ Gestern sprach der 47-Jährige über Profis, die er gern halten möchte, die er gern bei Werder hätte – aber auch über Abschiede.

Aaron Hunt

„Das ist unser Zugpferd“, sagt Eichin über Werders „Zehner“. Käme dem Sportchef jetzt ein Angebot für den 27-Jährigen auf den Tisch geflattert, „würde ich sagen: Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Aaron ist ein eminent wichtiger Spieler – und ich habe auch die Hoffnung nicht aufgegeben, ihn zu halten.“ In den nächsten vier Wochen will er mit Hunt intensiver über eine Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrags sprechen. Das Finanzielle bereitet Eichin da weniger Kopfzerbrechen: „Ich werde mich schon bemühen, dass er keine Abstriche machen muss.“ Davon abgesehen, „geht es ihm nicht unbedingt nur ums Geld“, sagt er über Werders dienstältesten Profi. Andererseits befinde sich Hunt in einer „Phase, in der er gut spielt. Da könnte er sich noch mal einen Verein suchen, bei dem er sehr viel verdienen kann.“ Also ist Verhandlungsgeschick gefragt – und da „hoffe ich auf emotionale Momente und den richtigen Zeitpunkt, um Aaron zu überzeugen“. Denn „verlierst du ein Spiel, herrscht hier eine Woche depressive Stimmung. Gewinnst du aber, liegen sich alle in den Armen. Dann ist es sicher einfacher…“

Philipp Bargfrede

Noch konnte sich Eichin kein exaktes Bild über Werders „Sechser“ machen. „Er war lange verletzt und muss jetzt erstmal verletzungsfrei spielen – aber ich würde ihn gern hier behalten“, sagt Eichin. Denn „in den paar Spielen, die ich ihn gesehen habe, war er immer gut.“ Ende Januar will Thomas Eichin mit dem 24-Jährigen, dessen Vertrag ebenfalls nur noch bis Sommer läuft, über ein weiteres Engagement sprechen.

Sebastian Mielitz

Ende November ist es ungemütlich für den bisherigen Stammtorwart geworden: Raphael Wolf hat ihn verdrängt, und „Mieles“ Kontrakt läuft nur noch für ein halbes Jahr. Keine gute Verhandlungsbasis für den Keeper – das könnte Eichin nutzen. „Aber das wäre nicht fair“, stellt der Manager klar. Stattdessen sollen die Gespräche nach Beginn der Rückrunde starten, wenn sich Trainer Robin Dutt auf die Nummer eins für das Restprogramm festgelegt hat. „Dann haben wir einen Status quo“, sagt der 47-Jährige.

Mateo Pavlovic

Den Winter-Neuzugang des Vorjahres, dessen Wechsel noch Eichins Vorgänger Klaus Allofs eingefädelt hatte, will der neue Sportchef möglichst schnell verleihen: Pavlovic kam in Werders Bundesliga-Team nie so recht zum Zug, der Innenverteidiger stieg stattdessen in den Regionalliga-Kader ab: „Es wäre wichtig für Mateo, wenn er einen neuen Verein fände“, unterstreicht Eichin. „Denn bei uns wird er nicht den Platz finden, den er sich vorstellt. Das ist schon enttäuschend für den Jungen. Also bemühen wir uns sehr, dass wir für ihn etwas in wenigstens einer Liga höher, bei einem Drittligisten finden, damit er sich verbessert.“

Marco Motta

Jetzt sieht Eichin den Mann von Juventus Turin wieder mit anderen Augen. Am Donnerstag hatte er einen Wechsel in diesem Winter noch ausgeschlossen (wir berichteten). Doch nun droht Clemens Fritz auf seiner Rechtsverteidiger-Position länger auszufallen (siehe Extra-Text). „Wir müssen abwarten, was Clemens tatsächlich hat“, sagt Eichin. Eine „Unterdeckung auf der rechten Seite“ könnte zur Folge haben, dass Werder doch noch einmal mit Juventus ins Detail geht. Gibt Fritz zumindest teilweise Entwarnung, sieht Eichin keinen akuten Handlungsbedarf. · ck

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