Freispiel gegen Freiburg – 4:0

Brmen - Am Ende fanden 37 000 Zuschauer im Weserstadion das Leben als Werder-Fan mal wieder wunderschön. „La Ola“ schwappte über die Tribünen, die Begeisterung schäumte über.

 Und auf dem Rasen fuhr das Bremer Team gegen den SC Freiburg einen souveränen 4:0 (1:0)-Sieg ein, der an zwei anderen Orten der Republik noch veredelt wurde. In Mainz siegte der FSV gegen den Tabellenvierten Borussia Dortmund mit 1:0, in Leverkusen büßte der Tabellendritte beim 1:1 gegen Bayern München Boden ein. Folge: Für Werder sind es nur noch drei Zähler bis zur Champions League – Schlagdistanz. Es darf wieder ein bisschen mehr geträumt werden.

Auch, weil die Leistung des Bremer Teams gestern zu allen Hoffnungen berechtigte. Gegen die akut abstiegsgefährdeten Freiburger zeigte Werder blitzsauberen Kombinationsfußball und fügte den Breisgauern nach dem 6:0 im Aufregung um Özil Hinspiel die nächste heftige Pleite zu. „Wenn wir so gewinnen“, sagte Claudio Pizarro mit Blick auf die feiernden Fans, „ist es eben Spaß für alle – auch für uns.“

Bremen überrollt Freiburg

Für ihn wohl am meisten. Denn der Peruaner hatte das 1:0 (36.) und 3:0 (55.) selbst erzielt, zudem beim 2:0 durch Aaron Hunt die Vorbereitung geleistet. Nur das 4:0 fiel gänzlich ohne Pizarros Zutun, sondern war allein das Verdienst von Mesut Özil. Mit einem tollen Solo im Freiburger Strafraum (65.) krönte er seine starke Leistung und setzte an einem Tag, an dem angebliche Neuigkeiten um seine Vertragssituation die Runde machten, das sportliche und damit einzig wahre Ausrufezeichen.

Aufregung um Özil

Dass er sich – wie von der „Bild“-Zeitung vermeldet – mit Sportchef Klaus Allofs über die Verlängerung seines bis 2011 laufenden Vertrages um ein Jahr einig sei, „stimmt nicht“, sagte Özil nach dem Match und schwieg sich ansonsten aus: „Über meine Vertragssituation werde ich in der Öffentlichkeit nicht mehr sprechen.“ Es gibt es auch nichts wirklich Neues zu berichten. Allofs bestätigte lediglich den Fortgang der Gespräche, aber von einer Einigung könne keine Rede sein: „Es wäre schön, wenn es darauf hinausläuft. Aber im Moment ist es nicht so.“

Schön wäre es auch, wenn Werder am Ende der Bundesliga-Saison auf Rang drei stünde. Dieses Ziel schien am vergangenen Spieltag nach der 1:2-Niederlage bei Borussia Dortmund schon verpasst. Doch nun sind die Bremer wieder drin im Dreikampf mit Bayer und der Borussia. „Die kleine Chance, die wir noch haben, wollen wir jetzt auch nutzen“, sagte Kapitän Frings nach dem 4:0-Erfolg, den er tunlichst „nicht überbewerten“ wollte. Schwache Gäste seien kein Prüfstein gewesen, „die drei Punkte absolute Pflicht“.

Im Grunde gewährte Freiburg den Bremern gestern sogar ein Freispiel. Der neue Tabellenvorletzte leistete wenig Gegenwehr, brachte Werder nur in der Anfangsphase in Verlegenheit. Torhüter Tim Wiese musste gegen Johannes Flum (7.) und Papiss Demba Cissé (21.) einen Rückstand zu verhindern. Danach spielten nur noch die Platzherren – und zwar den hilflosen Gegner an die Wand und sich selbst in einen kleinen Rausch. Ein 6:0 wie im Hinspiel war möglich, konsternierte Freiburger hatten es einzig Torwart Simon Pouplin zu verdanken, dass es beim 0:4 blieb. Der Franzose parierte gegen Marko Marin (35.), Özil (58.) und Naldo (59.) dreimal glänzend.

Gegen Claudio Pizarro war der SC-Schlussmann zweimal aber machtlos – was bedeutet: Der Werder-Stürmer hat nunmehr 131 Bundesliga-Tore auf dem Konto. Der Rekord von Giovane Elber als erfolgreichster ausländischer Torschütze in der Bundesliga ist nicht mehr fern. Nur noch zwei Tore, dann hat’s Pizarro gepackt. Das und Platz drei, sagte er, „ist jetzt mein Ziel für die restliche Saison“. Vier Spiele bleiben noch.

Die Endstände der anderen Spiele:

Hertha BSC Berlin - VfB Stuttgart 0 : 1

FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund 1 : 0

Hannover 96 - FC Schalke 04 4 : 2

TSG 1899 Hoffenheim - 1. FC Köln 0 : 2

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