Halbe Kraft voraus! Ekici kommt nicht in Fahrt

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Mehmet Ekici - hier im Spiel gegen Hertha BSC

Bremen - Bisher kam und ging Mehmet Ekici an Trainingstagen eigentlich immer alleine. Gestern hatte er Onur Ayik, nach einem Kreuzband-riss gerade wieder genesen, an seiner Seite. Ekici scheint also Anschluss zu finden bei Werder Bremen. Jedenfalls im zwischenmenschlichen Bereich. Sportlich geht es dagegen nur schleppend voran.

Dabei sind die Voraussetzungen mittlerweile gut – das bestätigt auch Ekici: „Ich fühle mich gut, bekomme alle Unterstützung, die ich brauche – sowohl vom Trainer als auch von den Kollegen. Was allerdings fehlt, ist der Nachweis der großen individuellen Klasse, die sich Werder von seinem neuen Spielmacher verspricht. Den blieb der Fünf-Millionen-Euro-Einkauf vom FC Bayern auch am Sonntag gegen Hertha BSC Berlin schuldig. Der dritte Einsatz als Mitglied der Startelf brachte noch nicht den Durchbruch, auf den alle warten. Auch Ekici. Aber er plädiert weiter für Geduld. Den Rückstand, den er sich während seiner zweiwöchigen Zwangspause in der Vorbereitung eingehandelt hatte, habe er noch nicht aufgearbeitet, sagt der 21-Jährige: „Das geht auch nicht von Null auf Hundert. Wenn man verletzt war, muss man sich langsam herantasten.“

Training am Dienstag

Training - Sokratis vor Rückkehr

Das hört sich Ende September freilich komisch an – speziell, wenn die Pause im Juli war. Doch Trainer Thomas Schaaf gibt Ekici Recht. „Ich sehe, dass er noch Zeit braucht – und weiß, dass er besser spielen kann. Seine ganz großen Qualitäten haben wir noch nicht gesehen.“

Dass er den türkischen Nationalspieler gegen die Hertha dennoch zum dritten Mal in die Startelf gestellt hatte, war zwei Umständen geschuldet. Erstens: Ekicis Mitbewerber Marko Marin hatte zuvor ein paar Tage mit dem Training aussetzen müssen, war in Schaafs Einschätzung körperlich nicht voll auf der Höhe. Zweitens: Ekici hatte im Spiel zuvor gegen seinen Ex-Club 1. FC Nürnberg das erste Tor im Werder-Trikot erzielt. Es hätte ein Brustlöser für den gebürtigen Münchner sein können. War es aber nicht. „Memo“ wirkte auch gegen die Hertha irgendwie gehemmt, war sehr darauf bedacht, keine Fehler zu machen, scheute das Risiko – alles zu Lasten der Kreativität, die er eigentlich liefern soll. „Ihm fehlt noch die Sicherheit“, fasste Sportdirektor Klaus Allofs später Ekicis Vorsichtsfußball zusammen.

Thomas Schaaf übernimmt aber die Verteidigung seines Mittelfeldmannes: „Er hatte ein paar gute Aktionen. Insgesamt war es schwierig, sich in dem Gedränge um den Berliner Strafraum zu behaupten.“ Wie zuvor in Leverkusen (0:1) und Nürnberg (1:1) wurde Ekici nach etwa einer Stunde ausgewechselt, fand seine Leistung aber „ganz ordentlich. Ich merke, dass es von Spiel zu Spiel besser wird.“

Es wird auch Zeit. Denn Werder braucht einen starken Mehmet Ekici – auch wenn es bislang mit einem in maximal mittelmäßiger Form schon gut gelaufen ist. Der zweite Platz nach sieben Spieltagen überrascht den Neuzugang übrigens kein bisschen: „Wir haben eine charakterlich und sportlich starke Mannschaft, die Qualität ist gut. Wir stehen bestimmt nicht umsonst so weit oben in der Tabelle.“ · mr/csa

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