Keeper Mielitz verspricht: „Jeder wird kämpfen, bis er umfällt“

Härtetest für aufblühende Bremer

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Setzen sich Bremen und Sokratis heute in Hannover durch? 

Bremen - Das Schöne an Fußball-Profis ist ihre selektive Erinnerung. Tolle Spiele, schöne Siege – ja, die bleiben im Gedächtnis. Herbe Schlappen, Rote Karten – nein, die haben im Hinterstübchen nichts zu suchen. Bei Marko Arnautovic und Sebastian Mielitz funktioniert das so. Beide hatten in der vergangenen Saison keine schönen Erlebnisse in Hannover, beide wollen davon vor dem Auftritt Werder Bremens heute (15.30 Uhr) in der AWD-Arena nichts mehr wissen.

2:3 verlor Werder vor knapp einem Jahr, Arnautovic erzielte zwar ein Tor, flog nach einem Foul an Sergio Pinto aber mit Rot vom Platz. Doch davon, sagt der Österreicher, „ist absolut nichts mehr im Kopf“. In selbigem wuselt angeblich nicht mal mehr sein Blackout vom Dienstag herum. Alle Gehirnfunktionen sind auf 96 eingestellt.

Auch bei Mielitz, der in der Vorsaison zwar nicht vom Platz gestellt wurde, als Vertreter des gesperrten Wiese aber drei Gegentore kassierte – alle mit dem Absender Mohammed Abdellaoue versehen. Doch keine Angst: Hannovers Norweger wird heute nicht von Anfang an spielen. Gut für Mielitz, dessen Selbstbewusstsein vor dem „kleinen“ Nordderby aber natürlich nicht auf der Abwesenheit Abdellaoues fußt. „Ich bin voller Optimismus“, sagt er vor der Neuauflage eines Duells, das in den vergangenen Jahren spektakuläre Begegnungen geliefert hatte. Von 2006 an gewann Werder 5:0, 4:2, 3:0, 6:1, 4:1, 5:1, 3:0. Zwischendrin feierte Hannover torreiche Siege – 4:2, 4:3, 4:1 und eben 3:2. Zweimal war ein 1:1 dabei, einmal ein 0:0 – Ausreißer in einer ansonsten prickelnden Statistik, die für heute wieder ein packendes Spiel verspricht. Wenngleich Mielitz nichts gegen Ruhe in seinem Arbeitsbereich hätte: „Ich würde mich freuen, wenn ich nicht so viel zu tun bekäme.“

Es bleibt sehr wahrscheinlich ein frommer Wunsch, denn Hannover hat mit bereits 27 Toren in sieben Pflichtspielen (Bundesliga, DFB-Pokal, Europa-League-Qualifikation) alles gezeigt, aber gewiss keine Zurückhaltung im gegnerischen Strafraum. Mielitz weiß das, bleibt aber unbeirrt zuversichtlich: „Wir wollen auswärts punkten. Dafür werden wir alles geben. Da wird jeder kämpfen, bis er umfällt.“

Es ist ein Versprechen, das der Gewissheit entspringt, dass bei Werder wieder alles stimmt. Bremen blüht auf – das ist der Eindruck nach den ersten beiden Punktspielen der Saison. Und diesen Eindruck will das Team heute festigen. „Ich verschwende keinen Gedanken an eine Niederlage“, meint Mielitz, der die Stimmung der vergangenen zwei Wochen so beschreibt: „Seit dem Sieg über den HSV sind wir voller Euphorie und Tatendrang.“ Die Heimspiel-Könige von Hannover 96 (seit 19 Partien im eigenen Stadion ungeschlagen) sollen es heute zu spüren bekommen. · csa

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