Werder-Neuzugang schon auf Norderney, aber noch läuft der Poker mit „Juve“

Hängepartie um Elia: Keine Erlösung ohne Auflösung

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Zwar hat sich Elia mit Werder geeinigt und Werder mit Juventus Turin. Doch zwischen Elia und „Juve“ läuft noch der Poker um die Auflösung des bis 2015 datierten Vertrages.

NORDERNEY · Es war eine Minute vor eins, als Eljero Elia vor dem Werder-Teamhotel auf Norderney dem VW Phaeton von Geschäftsführer Klaus Allofs entstieg. Lächelnd, gut gelaunt, mit der Werder-Raute auf dem Polo-Shirt. Endlich angekommen signalisierten die Bilder– aber so ganz stimmt das immer noch nicht.

Zwar hat sich Elia mit Werder geeinigt und Werder mit Juventus Turin. Doch zwischen Elia und „Juve“ läuft noch der Poker um die Auflösung des bis 2015 datierten Vertrages. Es geht ums Geld. Und bis gestern Abend hat noch niemand nachgegeben.

Deshalb passierte auf Norderney Folgendes: Nichts! Weder fand die für 15.30 oder 16.00 Uhr avisierte Vorstellung des prominenten Neuzugangs statt noch trainierte Elia mit der Mannschaft. Er blieb einfach im Hotel. Die Hängepartie um die Verpflichtung des 25-jährigen Flügelstürmers erfuhr eine unerwartete Verlängerung.

Dabei sind bei Werder alle ungeduldig, dass die Verpflichtung endlich perfekt ist. „Es ist aber ein Problem, das nicht von uns zu lösen ist“, erklärte Geschäftsführer Klaus Allofs, der Elia auf die Insel chauffiert hatte. Außerdem sagte Allofs noch, dass er nicht beurteilen könne, ob das Problem „unüberwindlich ist oder nicht“. Ein Satz, der stutzig macht. Sollte der Transfer am Ende noch platzen?

Eljero Elia ist auf Norderney angekommen

Eljero Elia ist bei Werder Bremen

Allofs machte nicht den Eindruck, als ob diese Angst ihn umtreiben würde. Fröhlich tauchte er am späten Nachmittag am Trainingsplatz auf und schilderte die Lage. Der Transfer könne erst dann als perfekt gemeldet werden, wenn die Dinge zwischen Juventus und dem Spieler geregelt sind – „materielle Dinge“, wie Allofs ergänzte. Konkret: Elia verdient bei Werder weniger als in Turin. Die Differenz möchten sich Spieler in solchen Fällen gerne vom alten Arbeitgeber auszahlen lassen. In den meisten Fällen trifft man sich mal näher dran an der Mitte, mal weiter weg. Aber Elia und „Juve“ haben sich noch nicht getroffen. Und Allofs beteuerte, er wisse auch nicht, wie weit die Parteien voneinander entfernt seien.

Was er aber bestimmt weiß, ist, dass sich Elia mit den Italienern nicht zu einem Gordischen Knoten verheddert hat, der nicht zerschlagen werden kann. Sonst hätte er den Niederländer gewiss nicht schon nach Norderney gebracht.

Einerseits „ist es schön, dass Elia schon da ist“, sagte Trainer Thomas Schaaf, andererseits „wollen wir ihn natürlich auch im Training dabei haben. Wir hoffen, dass die Situation so schnell wie möglich geklärt ist.“ Das darf als Aufforderung an den Niederländer verstanden werden, im Poker nachzugeben.

So wie Werder letztlich auch nachgegeben hatte, als die Frage um Ausleihen oder Kaufen mit Juventus zu klären war. Allofs räumte ein, dass Turin auf den Bremer Wunsch, einer Testphase mit Kaufoption nicht eingegangen war. „Das wäre am schönsten gewesen. Die Konditionen, ihn definitiv zu verpflichten, waren aber interessant. Das war im anderen Fall nicht so“, erklärte er.

Also zahlt Werder nun eine Ablöse knapp unter sechs Millionen Euro, bindet Elia bis 2016 und hofft, dass der 26-fache Nationalspieler und Vize-Weltmeister von 2010 voll einschlägt und alles nachholen will, was er in einem Jahr auf der Juventus-Bank verpasst hat. Allofs: „Im Gespräch mit ihm haben wir das Gefühl gehabt, dass er durchstarten möchte. Wir erwarten, dass er seine Qualitäten zeigt. Beim HSV hat er das überragend gemacht. Eljero ist ein Spieler, der beim Gegner viel Unheil anrichten kann.“

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