Torschütze Pizarro nach dem 1:1 in Mainz: „Das war die Wende“ / Werder klettert auf Platz 13

Der gutgläubige Glücksbringer

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Er ist eben ein kühner Optimist, dieser Claudio Pizarro. Nach dem 1:1 (0:1) beim FSV Mainz 05 glaubt er – trotz einer über weite Strecken nicht gerade Mut machenden Leistung – fest an bessere Zeiten für Werder.

Werder-Bremen - Von Malte Rehnert · Er ist eben ein kühner Optimist, dieser Claudio Pizarro. Nach dem 1:1 (0:1) beim FSV Mainz 05 glaubt er – trotz einer über weite Strecken nicht gerade Mut machenden Leistung – fest an bessere Zeiten für Werder.

„Wir sind wieder da. Ich habe keine Zweifel, dass wir eine Mannschaft sind. Das war die Wende“, unkte der 32-jährige Peruaner, der Werder mit einem tollen Tor in der Nachspielzeit das sehr glückliche Unentschieden beschert hatte.

Für Pizarro war’s das vierte Saisontor in der Bundesliga – und das erste, das direkt für Zählbares sorgte. Zuvor hatte er beim 4:1 in Gladbach (zum 4:1), beim 2:3 gegen Nürnberg (zum 2:3) und beim 2:1 gegen Hoffenheim (zum 1:0) getroffen.

„Ein langer Ball, ,Merte‘ verlängert, ich schieße das Ding rein – das war’s“, schilderte Pizarro grinsend sein „super wichtiges Tor“ und fügte noch an: „Ich habe irgendwo gelesen, dass ich gegen Mainz noch nie verloren habe. Das war eine Extra-Motivation.“ Nach Kopfball-Verlängerungen von Sebastian Prödl und dann Per Mertesacker hatte sich „Piza“ den Ball in der Luft zurechtgelegt und ihn dann volley links unten ins Netz gedroschen. Es war ein genialer Moment – und die letzte Ballberührung der Partie.

Die Noten der Spieler

Die Noten: Mainz 05 - Werder Bremen

Anschließend durfte Pizarro ein wenig im Lob der Kollegen, der Bremer Verantwortlichen und sogar des Gegners baden. „Wir haben wieder gesehen, wie wichtig Claudio ist“, meinte Torwart Sebastian Mielitz. „Ein tolles Tor“, schwärmte Marko Marin. „Das hat er klasse gemacht“, fand der Mainzer Christian Fuchs. Und Bremens Sportchef Klaus Allofs stellte erfreut fest: „Das ist kein Zufall, das ist eben Claudio.“

Vor der finalen Glanztat hatte Pizarro allerdings kaum auf sich aufmerksam gemacht – und wenn, dann negativ. Er foulte (satte sieben Mal), er haderte, er wandelte (schon verwarnt) am Rande eines Platzverweises. Dass die sonstige Frohnatur mächtig angefressen war, lag sicher auch am lange Zeit schwachen Bremer Spiel. Die dominierende und einsatzfreudigere Mannschaft war eindeutig Mainz, das 1:0 durch Andre Schürrle (19.) demnach folgerichtig. Und Werder antwortete nicht, die beiden Spitzen Marin und Pizarro hingen ziemlich in der Luft. Erst eine gute Viertelstunde vor Schluss gab Marin den ersten Schuss aufs Mainzer Tor ab. „Wir haben erst spät gemerkt, wie wir hier nur bestehen können – mit Einsatzhärte. Das hat uns Mainz lange vorgemacht“, monierte Mertesacker. Auch Trainer Thomas Schaaf sah erneut einige Kritikpunkte: „Wir haben es dem Gegner zu leicht gemacht, vor unser Tor zu kommen. Da müssen wir uns noch mehr wehren.“

Der Coach und die Spieler wollten jedoch nicht alles schlechtreden, sie suchten – und fanden – einige positive Aspekte. „Man sieht den Kampf, die Bereitschaft“, unterstrich Schaaf. „Der Wille war da, von der ersten bis zur letzten Minute. Wer das nicht gesehen hat, hat nicht richtig hingeschaut. Wir haben uns alle gegenseitig geholfen“, sagte Prödl. Von guter oder toller Moral sprachen Kapitän Torsten Frings und Mielitz.

Dass Werder mit dem Remis den Absturz auf Relegationsplatz 16 verhinderte und sogar auf Rang 13 kletterte, bewertete bei den Bremern niemand über. „Viel wichtiger war der Punkt“, meinte Frings. Werder weiß, dass die Abstiegsgefahr noch lange nicht gebannt ist, wähnt sich aber auf einem guten Weg. „Nur so kann und soll es weitergehen“, urteilte Mielitz. Und Mertesacker ergänzte: „Wir sind die ganze Zeit als Mannschaft aufgetreten – das macht Hoffnung für die Zukunft.“

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