Gutes Gespräch mit Smuda, aber Boenisch lässt sich Zeit

Will mit seiner Antwort noch abwarten: Bremens Sebastian Boenisch.

Werder-Bremen - BREMEN (flü) · Gestern Morgen in aller Frühe ist Franciszek Smuda wieder von Bremen in seine Heimat geflogen. Doch der Trainer der Polen hatte keine Entscheidung von Sebastian Boenisch im Gepäck.

Obwohl er „zu 99 Prozent sicher“ ist, dass der Bremer schon in Kürze für Polen spielen wird. Werders Linksverteidiger, von Smuda heftig umworben, will jetzt seine Gedanken sammeln und in Ruhe über das Angebot des polnischen Verbandes nachdenken.

Nach der Partie gegen Dortmund hat sich Boenisch mit Smuda getroffen. „Es war ein sehr gutes Gespräch, er ist ein netter Mensch“, sagte der 22-Jährige gestern Mittag, „mir war es wichtig, ihn einmal persönlich kennenzulernen.“ Freilich sei auch über seine mögliche Zukunft im polnischen Nationalteam geredet worden, berichtete Boenisch, „sie bauen auf mich“, so der 22-Jährige, „gerade im Hinblick auf die EM 2012 im eigenen Land.“

Doch Boenisch bleibt dabei, keinen Schnellschuss abzufeuern. „Ich werde jetzt in Ruhe darüber nachdenken, und dann werden wir sehen, was dabei herauskommt“, erklärte der Werder-Profi.

Theoretisch könnte Boenisch in den kommenden Monaten bei den Polen reinschnuppern. Schließlich absolviert die Mannschaft aus dem Nachbarland, in der WM-Qualifikation kläglich gescheitert, bis zum Großereignis im eigenen Land, nur Testpartien. Erst bei einem Pflichtspiel für Polen gäbe es kein Zurück mehr. Doch derartige Gedankenspiele lehnt Boenisch kategorisch ab: „Wenn ich eine Entscheidung treffe, dann definitiv. Dann muss man auch dahinter stehen.“

Werder-Sportchef Klaus Allofs traf sich gestern mit Boenisch und riet seinem Spieler, Geduld zu haben: „Er ist gerade U 21-Europameister mit Deutschland geworden. Aus diesem Team haben Marko Marin und Mesut Özil schon den Sprung in die A-Nationalmannschaft erreicht, und auch bei Sebastian sehe ich das Potenzial. Diese Option sollte er sich nicht vorschnell verbauen.“

Auf der anderen Seite würde Allofs Boenischs Entscheidung, für Polen zu spielen, akzeptieren, „sollte sich herausstellen, dass die Perspektiven in Richtung DFB nicht vorhanden sind oder Sebastian aus persönlichen Gründen für Polen spielen will“.

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