Werder zum sechsten Mal in Folge im Rückstand / Tim Wiese: „Das nervt nur noch“

Die große Sehnsucht nach der Langeweile

Tim Wiese

Bremen - Diese Werte passen so gar nicht zu einer Spitzenmannschaft, eher zu einem Abstiegskandidaten. Gegen Köln geriet Werder zum sechsten Mal in Folge in Rückstand (diesmal sogar mit 0:2) – und zum neunten Mal in zwölf Bundesliga-Spielen.

„Das nervt nur noch, daran müssen wir arbeiten, das müssen wir ändern“, forderte Keeper Tim Wiese. Bei die Frage, warum Werder denn ständig hinterherrennt, zuckte der 29-Jährige jedoch nur mit den Schultern: „Ich weiß es nicht.“

Coach Thomas Schaaf hatte alles versucht, um seiner Mannschaft Konzentration und Wachsamkeit einzuschärfen. „Wir haben die ganze Woche darüber gesprochen, der Trainer hat jeden Tag darauf hingewiesen“, sagte Kapitän Clemens Fritz. Doch dann stand’s nach zwei Minuten und 42 Sekunden schon wieder 0:1 – und Schaaf schäumte an der Seitenlinie vor Wut. „Wir wollten Köln unter Druck setzen, sie nicht ins Spiel kommen lassen. Doch genau das haben wir getan – das war grausam“, schimpfte der 50-Jährige. So sah’s auch Wiese: „So einen Scheiß kannst du keinem anbieten.“

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Dennoch blieb Schaaf in der Halbzeit besonnen. „Er hat uns ein paar ordentliche Worte gesagt, war aber nicht lauter als sonst“, verriet Wiese. Die Ansprache wirkte, Werder drehte den Spieß noch um und besänftigte damit den Coach. „Die zweite Halbzeit war gut. Wir haben uns nicht unterkriegen lassen“, sagte Schaaf. „Wir haben es super umgebogen, damit hat doch keiner mehr gerechnet“, ergänzte Wiese, nachdem Werder in am Ende doppelter Überzahl noch triumphiert hatte.

Werder siegt gegen den 1. FC Köln

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Doch tolle Moral hin oder her. Die Bremer, die schon fünf Mal eine Partie drehten, wissen selbst, dass es nicht immer gutgehen kann. „Wir müssen vorsichtig sein. Irgendwann landen die Dinger, die jetzt reingehen, am Pfosten“, meinte Fritz.

Zwar haben die Bremer den 41 500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion „mal wieder ein Spektakel“ (Fritz) geboten, doch darauf kann Schaaf auch gerne verzichten: „Das Spiel hatte einen hohen Unterhaltungswert, aber ich als Trainer muss das nicht haben. Wir wollen auch mal einen langweiligen Sieg, diese Stufe müssen wir erreichen.“

Die Einzelkritik

Werder gegen Köln - die Einzelkritik

Darauf hofft auch Allofs („Ein bisschen mehr Souveränität wäre schon schön“), der trotz Platz drei noch keine hohen Ziele formulieren mag: „Es ist toll, dass wir da stehen und 23 Punkte haben, aber es hängt Woche für Woche am seidenen Faden und kann schnell in die andere Richtung gehen.“ · mr

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