Werders Fußballerinnen bekommen es im Viertelfinale des DFB-Pokals mit dem 1. FFC Frankfurt zu tun

Goliath zu Gast auf „Platz 11“

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Außenseiterin: Werders Stephanie Goddard. ·

Bremen - Seit ein paar Wochen geht Stephanie Goddard immer besonders gerne ran, wenn im Callcenter von Werder Bremen das Telefon klingelt.

Favoritin: Frankfurts Kerstin Garefrekes. ·

„Sonst ist da kaum eine Nachfrage an Tickets für Frauenfußball“, sagt sie, „aber seit der Pokalauslosung kommen pro Tag bestimmt zwei, drei Anrufe.“ Die Freude ist bei Goddard gleich doppelt groß, schließlich ist die 25-Jährige die Mannschaftsführerin des grün-weißen Zweitligisten und fiebert dem Viertelfinalduell am Sonntag entgegen. Um 13 Uhr ist auf „Platz 11“ am Weserstadion kein Geringerer als der 1. FFC Frankfurt zu Gast. Genau, jenes Frankfurt, das acht Mal in den letzten 15 Jahren den DFB-Pokal gewann, zudem sieben Mal Deutscher Meister und drei Mal Uefa-Cup-Sieger wurde und souverän die Bundesliga-Tabelle anführt. Jenes Frankfurt also, ein echtes Hammerlos. Was gibt es da für den Fünften der Zweiten Liga schon zu holen? Eine ganze Menge, hofft Goddard: „Es rechnen sowieso alle damit, dass wir verlieren. Und wenn, dann hatten wir wenigstens ein Mega-Event.“

Das Spiel des Jahres soll es werden – und mehr noch: eine ideale Werbeplattform für die Bremerinnen. Wo sie sonst vor höchstens 100 Zuschauern spielen, könnten es nun 1 000 werden, die sie „mit Leidenschaft überzeugen wollen“, auch sonst mal ihre Spiele anzuschauen. „Wenn man jemanden auf der Straße fragt, weiß sicher keiner, wann wir an den Wochenenden spielen“, meint Goddard, „wir sind eben kein Publikumsmagnet wie die Männer.“

Das soll sich am Sonntag ändern. Doch die Mission scheint nahezu aussichtslos, denn Frankfurt und Werder trennen Welten. Der größte Unterschied liegt wohl darin, dass die Spielerinnen des FFC durchweg von ihrem Fußballerinnendasein leben können, die Bremerinnen haben alle noch „richtige“ Jobs. Wie auch Goddard, die im Callcenter arbeitet und in Dortmund Sport und Deutsch auf Lehramt studiert. Während die Frankfurterinnen bis zu acht Mal die Woche trainieren können, muss Werder mit vier Einheiten auskommen. Kaum noch vorstellbar für FFC-Mannschaftsführerin Kerstin Garefrekes: „Ich erinnere mich, dass es auf Dauer sehr anstrengend ist mit einem Vollzeitjob nebenher. Daher sind wir hier schon sehr glücklich darüber, das Hobby zum Beruf gemacht zu haben.“ In puncto Athletik und Spielschnelligkeit sind die Hessinnen daher klar im Vorteil.

Ein winziger Vorteil der Bremerinnen könnte aber sein, dass sie sehr viel mehr über ihre Gegnerinnen wissen als umgekehrt. „Kerstin ist als Rechtsaußen eine Waffe“, lobt Goddard, „die macht so viele Kilometer und bereitet unzählige Tore vor. Mit der muss man immer rechnen.“ Für die Frankfurterinnen wird es dagegen eine Umstellung, auf einmal vor so kleiner Kulisse zu spielen, gegen größtenteils unbekannte Gegnerinnen. „Wir nehmen das Spiel sehr ernst“, betont Garefrekes, „Werder ist ja nicht umsonst so weit gekommen.“

Sehr wichtig ist den Bremerinnen die Partie als Standortbestimmung. „Es ist unsere Chance, gegen einen Erstligisten zu sehen, wie weit wir sind und ob das Ziel Aufstieg überhaupt realistisch ist“, sagt Goddard: „Aber wir wollen das Spiel natürlich auch richtig genießen.“ · phi

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