Werder kassiert Pleite in Gladbach

Rückfall in alte Zeiten

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EINMAL MEHR wurde deutlich: Theodor Gebre Selassie (rechts, gegen Patrick Herrmann) ist als Linksverteidiger allenfalls eine Notlösung.

Mönchengladbach - Von Carsten Sander. Diesmal war es deutlich: Mit 1:4 (0:1) hat Fußball-Bundesligist Werder Bremen gestern bei Borussia Mönchengladbach verloren. Und es entbehrte nicht einer tieferen Bedeutung, dass der einzige Bremer Torschütze ein Gladbacher war.

Havard Nordtveit unterlief beim Stand von 2:0 für sein Team ein Eigentor – selbst hätten die Bremer wohl nicht getroffen. Zu harm- und hilflos waren die Angriffsbemühungen. In der gesamten Partie kam die Mannschaft von Trainer Robin Dutt nur zu zwei Chancen – das Eigentor von Nordtveit eingerechnet.

Bundesliga-tauglich ist eine solche Offensiv-Leistung nicht. Dabei hatte Dutt in der ersten Halbzeit noch gute Ansätze gesehen. „Im Spielaufbau“, urteilte der Coach, „war das heute zwei Klassen besser als in den drei Partien zuvor.“

Tatsächlich spielte Werder zunächst mit. Aber es führte nur zu einem Kräftegleichgewicht in den ersten 30 Minuten der Partie und einer Möglichkeit für Sebastian Prödl, der einen Freistoß vor Zlatko Junuzovic beinahe verwertet hätte (32.). Nur drei Minuten später ging jedoch Gladbach in Führung. Juan Arango stand nach einem langen Pass von Granit Xhakas frei vor Sebastian Mielitz und tunnelte den Werder-Keeper. Dass der Venezolaner knapp im Abseits gestanden hatte, wurmte Dutt („das 0:1 verändert alles“) und Sportchef Thomas Eichin („ein blödes Gegentor zu einem blöden Zeitpunkt“), konnte letztlich aber nicht ernsthaft als Grund für die Niederlage angeführt werden. Zu dürftig war das, was seine Mannschaft vorher und nachher zu bieten hatte. „Es war“, gab Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic zu, „sicher unser schlechtestes Spiel bisher.“

Das Spiel in Bildern

Bremen verliert in Gladbach 1:4

Dutt hatte seine Startelf im Vergleich zum 0:1 bei Borussia Dortmund eine Woche zuvor auf vier Positionen geändertes Team. Kapitän Clemens Clemens Fritz, Eljero Elia, Felix Kroos und Nils Petersen rutschten rein, Marko Arnautovic, Mehmet Ekici, Özkan Yildirim und Assani Lukimya rutschten raus. Insgesamt war Werder eine Spur offensiver ausgerichtet, versuchte es zunächst mit frühem Pressing gegen die kombinationssicheren Gladbacher. Aber torgefährlich wurden die einfallslosen Bremer bis zur Pause nur nach bereits beschriebenem Freistoß. Auch die Einwechslung von Neuzugang Franco Di Santo für den angeschlagenen Elia (Beckenkammprellung) nach einer halben Stunde änderte daran nichts. Wenngleich der Argentinier erneut aufblitzen ließ, dass er eine Verstärkung für Werder sein kann.

Die Spieler in der Einzelkritik

Gegen Gladbach: Die Noten der Werder-Spieler

Nach einem neuen Torhüter wollte sich Werder nicht umgucken. Mielitz hat das volle Vertrauen – zahlte es gestern aber nicht zurück. Einen Distanzschuss von Tony Jantschke ließ er abprallen, in der Mitte schaltete Raffael schneller als Sebastian Prödl und staubte zum 2:0 für die Borussia ab (53.). Gleich darauf wollte Werder einen Handelfmeter, bekam ihn aber nicht. Spiel entschieden? Im Grunde schon. Denn die Bremer Angriffsbemühungen blieben ungefährlich. Nur weil Nordtveit eine Freistoßflanke von Junuzovic per Kopf ins eigene Tor abfälschte (69.), durfte Werder hoffen. Aber nur kurz. Dann machte die Borussia deutlich, was passiert, wenn Dutts Team die defensive Ordnung aufgibt: Dann ist Werder wieder das Werder aus der Vorsaison – vogelwild! Der Ex-Bremer Max Kruse nutzte das nach einem tollen Spielzug und erhöhte nur fünf Minuten nach dem Anschlusstreffer auf 3:1. Patrick Herrmann vollendete schließlich per Konter und nach feiner Vorarbeit von Kruse zum 4:1 (85.). Die Bremer Minimalisten und Abwehrkünstler der ersten drei Spieltage wurden nun vorgeführt. Dutt erkannte: „Änderst du etwas in der Offensive, geht das sofort zu Lasten der Defensive. Aber wir mussten ins Risiko gehen. Eine knappe Niederlage hilft uns schließlich auch nichts.“

Auch wenn die Pleite schlussendlich deutlich und „auch in dieser Höhe verdient“ (Stürmer Nils Petersen) war, wollte kein Bremer von einem Rückschlag sprechen. Stellvertretend für alle stand das Fazit von Thomas Eichin: „Wir haben kein gutes Spiel gemacht. Aber wir sind auch nie davon ausgegangen, dass wir alle Gegner wegfideln.“

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