Stürmer kann noch ziemlich lange fehlen

Es gibt kein „Wann“ bei Johannsson

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Aron Johannsson braucht viel Geduld.

Bremen - „Wann?“ Immer wieder bekommt Werder-Profi Aron Johannsson dieses „Wann?“ zu hören. „Tagtäglich, 20, 30 mal“, stöhnt er im Werder-TV: „Natürlich nervt das langsam.“ Denn der 25-Jährige kann darauf keine Antwort geben: „Im Moment gibt es kein genaues Datum, wann ich wieder bei der Mannschaft bin.“ Thomas Eichin hat sich schon mal festgelegt – und zwar im negativen Sinne.

„Wir haben Aron für diese Saison abgehakt und planen ihn nicht mehr mit ein“, sagte der Sportchef in der „Bild“. Was er nicht sagte: Eigentlich kann Werder den Stürmer, der seit Ende September verletzungsbedingt fehlt, auch nicht für die nächste Saison einplanen. Denn es ist alles möglich – von schneller Genesung bis zum vorzeitigen Karriereende.

Im Interview mit dem Vereins-TV bleibt ihm die unangenehme Frage danach erspart. Doch seine anderen Aussagen geben einen guten Eindruck, wie verzwickt sich die Situation darstellt. „Es ist ein Nerv, der mir weitaus größere Probleme bereitet, als wir am Anfang gedacht haben. Es ist eine unglaublich frustrierende Situation für mich“, berichtet der Isländer, der für die USA spielt: „Ich war schon bei einem Spezialisten in Berlin. Einiges davon hat funktioniert, einiges nicht. Deswegen müssen wir jetzt weiter schauen, wie wir die Situation verbessern können.“

Das klingt schon etwas ratlos. Ende Oktober war Johannsson in Berlin an der Leiste operiert worden. Übrigens nicht zum ersten Mal in seiner Karriere, 2014 musste er schon mal unters Messer – damals noch in Diensten des AZ Alkmaar. Danach startete er voll durch, erzielte neun Tore in 21 Ligaspielen und wurde im Sommer 2015 Werders Wunschkandidat als Nachfolger von Franco Di Santo, der sich kurzfristig Richtung Schalke verabschiedet hatte. 4,5 Millionen Euro überwies Werder nach Alkmaar. Viel Geld für den finanziell angeschlagenen Club – und Eichin ging dabei nicht nur ein sportliches Risiko ein, ob Johannsson Bundesliga tauglich ist, sondern auch ein gesundheitliches. „Es ist uns bekannt gewesen, dass er da ein paar Probleme hatte“, gestand Eichin nach Johannssons Leistenoperation im Oktober und erklärte: „Bei der medizinischen Untersuchung vor der Vertragsunterschrift war festgestellt worden, dass da noch etwas kommen kann.“ Doch Eichin betonte auch, „dass ist nichts, weshalb er nicht mehr Fußball spielen kann“. Dabei verwies der Sportchef auf den langfristigen Vertrag mit dem US-Nationalspieler bis 2019. „Aron hat noch viel Zeit“, sagt Eichin auch jetzt. Er will damit die Öffentlichkeit, aber auch den Spieler beruhigen.

Bei Johannsson wird das allerdings zunehmend schwieriger. „Es ist wirklich eine harte Zeit, weil es einfach nicht besser wird oder so wird, wie wir uns das vorstellen“, seufzt der 25-Jährige, der mit zwei Toren in sechs Pflichtspielen so einen guten Start in Bremen hingelegt hatte. An Aufgabe denkt er natürlich nicht. Jeden Morgen ist er um neun Uhr im Weserstadion, lässt sich behandeln und arbeitet mit Leistungsdiagnostiker Axel Dörfuss. Nach dem Mittagessen wird das Programm wiederholt. Dazu ist er offen für andere Lösungen. „Ich will jede Möglichkeit nutzen, alles versuchen“, betont Johannsson: „Ich will am Ende sagen können, ich habe wirklich alles getan, um wieder fit zu werden.“ kni

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