Werder-Talente

Gestatten, wir sind die Zukunft

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Lange verletzt, jetzt bereit für die Bundesliga? Levent Aycicek gilt als eines der größten Werder-Talente.

Bremen - Robin Dutt verwandelt das Bremer Rätsel in eine lässige Frage: „Warum sollten die Spieler in Bremen untalentierter sein als anderswo?“ Er sagt es so, als ob die Antwort kristallklar ist: Es gibt keinen Grund.

Dass in den vergangenen Jahren dennoch nur wenige Nachwuchskicker den Weg in den Bremer Profi-Kader gefunden haben, ist zwar ein Fakt, aber auch ein Thema der Vergangenheit. Und damit nicht Dutts Thema. Der neue Werder-Trainer ist für die Zukunft verantwortlich. Er muss eine neue Mannschaft kreieren – auch mit eigenen Talenten.

Özkan Yildirim hat seine Bundesliga-Taufe schon hinter sich. Jetzt will er richtig durchstarten.

Obwohl er noch gar nicht sonderlich tief in den Verein Werder Bremen eingetaucht sein kann, ist sich Robin Dutt sicher, dass die Jugend-Abteilung Spieler liefern wird, die den Club in der Bundesliga wieder weiter nach oben bringen können. Nicht sofort, aber vielleicht „in drei, vier Jahren“. Die Rechnung, die er dabei aufmacht, ist denkbar einfach: Gute Nachwuchsarbeit in Deutschland bedeutet auch gute Nachwuchsarbeit in Bremen. „In Deutschland darf man mittlerweile doch die Hoffnung haben, dass ein hochtalentierter Spieler richtig durchstartet“, sagt Dutt. Dass er dabei an Mario Götze, Thomas Müller oder Julian Draxler denkt, darf ihm sicher unterstellt werden.

Davie Selke ist ein Junge mit Torjäger-Qualitäten. 20 Tore in 25 Partien der A-Junioren-Bundesliga sind Beleg dafür.

Nun wäre es allerdings eine übertriebene Erwartungshaltung, auch im Werder-Nachwuchs kleine Götzes, Müllers und Draxlers zu finden. Die Werder-Zielsetzung ist auch eine andere, eine bescheidenere. Dem Verein geht es erstmal darum, dass nicht noch einmal Spieler wie Max Kruse, Martin Harnik oder Dennis Diekmeier durch die bislang offenbar schlecht verschweißte Naht zwischen Jugend- und Profi-Bereich entwischen können. Wer in Bremen ausgebildet ist, soll künftig auch Bremen helfen. Nicht Freiburg, Stuttgart oder dem HSV.

„Wir müssen Faktoren schaffen, dass sich ein junger Spieler gut bei uns entwickeln kann“, fasst Dutt die Anforderungen zusammen. Ein Faktor sei die „enge Kommunikation“ zwischen den Abteilungen – mit einem Jugend-Trainer als „Co“ für Dutt. Er hofft, dass sich „im nächsten halben Jahr jemand herauskristallisiert“, der diese Doppelrolle ausfüllen kann. Welche Namen der dann dem neuen Chefcoach zuflüstert? Anwärter sind da.

Gestatten, wir sind die Werder-Zukunft!

Levent Aycicek (19): Gehörte auch unter Dutt-Vorgänger Thomas Schaaf schon zum Profi-Team, kam wegen schwerer Knie-Verletzungen bislang aber noch nicht in Fahrt. Der Mittelfeldspieler misst zwar nur 1,69 Meter, ist aber eine der größten Bremer Hoffnungen.

Martin Kobylanski (19): Sohn des früheren Bundesliga-Profis Andrzej Kobylanski und Kapitän der polnischen U 19. Der offensive Mittelfeldspieler schießt beidfüßig. Ein Leistungsträger in der U 23.

Cimo Röcker (19): Wie Aycicek schon Bestandteil des Profi-Kaders, aber noch ohne Bundesliga-Einsatz. Als Linksverteidiger mit guten Aussichten.

Davie Selke (18): Ein echter Torjäger. Selke kam erst im Winter von 1899 Hoffenheim nach Bremen. In der vergangenen Saison erzielte der U 18-Nationalspieler in 25 Partien der A-Jugend-Bundesliga 20 Tore – zwölf für Hoffenheim, acht für Werder.

Marcel Hilßner (18): Wie Selke ein U 18-Auswahlspieler. Im offensiven Mittelfeld zu Hause. Der Linksfuß ist mehr Vorbereiter (14 Assists in 25 Spielen) als Vollstrecker (zwei Tore).

Julian von Haacke (18): Seine Schnupperkurse bei den Profis hat der waschechte Bremer (seit der D-Jugend bei Werder) in wenigen Trainingseinheiten und Testspielen absolviert. Ein Mittelfeldakteur, der defensiv denkt.

Nicht zu vergessen Özkan Yildirim, Florian Hartherz, Johannes Wurtz und Tom Trybull – alle haben ihre Bundesliga-Taufen schon hinter sich, sind aber mit 20 oder 21 Jahren noch voll im Talentealter.

Linksverteidiger Cimo Röcker wartet noch auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz. ·

Robin Dutt wird sich von allen mit Hilfe der „engen Kommunikation“ ein Bild machen und dann mit der nötigen Vorsicht vorgehen. „Ganz wichtig ist der Moment des ersten Einsatzes. Manchmal ist es gut, jemanden früh reinzuwerfen, um zu sehen, wo seine Grenzen sind. Bei anderen ist es vielleicht wichtig, noch zwei, drei Monate zu warten“, sagt der 48-Jährige, der sich „relativ zügig“ mit den jungen Spielern befassen will. Aber auch nicht zu schnell. Priorität hat der bestehende Bundesliga-Kader: „Man darf sich da nicht verzetteln. In den ersten zwei, drei Monaten muss ich mich auf die erste Mannschaft konzentrieren.“ · csa

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