Serie, Teil 5: Wo spielt eigentlich....?

Der gescheiterte Wandervogel

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Carlos Alberto im Trikot von Vasco da Gama. Für den damaligen brasilianischen Zweitligisten erzielte er 18 Tore in 61 Partien. Trotzdem kam‘s zum Bruch.

Rio de Janeiro · Auf der offiziellen Homepage von Carlos Alberto gibt es eine Video-Galerie. Fünf kleine Filmchen zeigen den Brasilianer bei seinen Tricks und Toren und natürlich beim Gewinn der Champions League mit dem FC Porto im Jahr 2004.

Allerdings ist der „neueste“ Beitrag schon über sechs Jahre alt. Seit 2005 lieferte der heute 26-Jährige kaum noch Vorzeigbares ab, fiel nur durch Eskapaden auf und neben dem Platz sowie durch neun (!) Vereinswechsel auf.

Auch Werder versuchte es im Sommer 2007 mit dem exzentrischen Mittelfeld-Spieler. Knapp 7,8 Millionen Euro zahlte der Bundesligist an Corinthians Sao Paulo. Trainer Thomas Schaaf meinte damals: „Er bringt eine Qualität ein, die wir so noch nicht hatten.“ Recht hatte der Fußball-Lehrer. Allerdings waren es nicht die Vorzüge auf dem grünen Rasen, die für Schlagzeilen sorgten. Eine ominöse Schlaf-Krankheit, wilde Partys und eine Schlägerei mit Boubacar Sanogo machten Carlos Alberto berühmt und berüchtigt. So wurde er zum größten Fehleinkauf in der grün-weißen Vereinsgeschichte.

Sein sportlicher Nachweis: 43 Minuten in der Bundesliga, vier Minuten in der Champions League. Nach nur einem halben Jahr flüchtete der fünffache Nationalspieler zurück in die Heimat. In den nächsten Jahren verlieh Werder sein Sorgenkind drei Mal. Erster Club: FC Sao Paulo. Der Traditionsverein schmiss den Rechtsfuß jedoch nach nur vier Monaten aus disziplinarischen Gründen wieder raus. Exakt so lange blieb er auch bei Botafogo. Die Brasilianer zahlten kein Gehalt, „Chaos Alberto“ verließ daraufhin den Verein. Sportlich besser lief es dagegen bei Vasco da Gama. Beim damaligen Zweitligisten wurde der Paradiesvogel sofort Stammspieler und gar zum Kapitän ernannt. Immerhin erzielte er 18 Tore in 61 Pflichtspielen.

Für Vasco war er so wertvoll, dass man den in Rio de Janeiro geborenen Profi gerne fest verpflichten wollte. Werder stimmte zu und ließ den Techniker 2010 ein Jahr vor Vertragsende ablösefrei ziehen. „Diesen Transfer können wir nicht mehr schönreden“, sagte Werder-Boss Klaus Allofs.

Typisch für Carlos Alberto: Vasco da Gama hielt es nur noch ein halbes Jahr mit dem Weltpokalsieger von 2004 aus. Seit Anfang 2011 spielte er bereits wieder für zwei Teams. Im Januar lieh ihn Gremio Porto Alegre aus. Oh Wunder, drei Monate später wurde er entlassen. Seit Juni kickt der Rasta-Mann nun für den Aufsteiger Esporte Clube Bahia.

Der tiefe Absturz des fußballerisch eigentlich überragenden Carlos Alberto. Sein Marktwert bei transfermarkt.de purzelte von 8,5 Millionen Euro (2004) auf aktuell 900 000 Euro. Nur noch die Homepage erinnert an die guten Zeiten. Allerdings läuft auch dort nicht alles nach Plan. Das Video von seinem Führungs-Treffer aus dem Champions-League-Finale gegen Monaco ist wegen Urheberrechts-Verletzungen gesperrt worden. · bis

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