Geschäftsführung scheitert mit Vorschlägen / Schwarze Null bleibt das Saisonziel

Kein Geld vom Aufsichtsrat: Eichin schließt Einkäufe aus

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Thomas Eichin und Robin Dutt

Bremen - Seit Wochen bastelt Thomas Eichin an dem Transfer von Bryan Ruiz, dem Kapitän von WM-Viertelfinalist Costa Rica. Er hätte es sich sparen können, weil Werder sparen will. „Derzeit ist es nicht möglich, ihn zu verpflichten“, stellte der Werder-Sportchef klar – und verwies auf das Ergebnis der brisanten Aufsichtsratssitzung am Mittwochabend: „Es wurde beschlossen, den Weg der Konsolidierung weiterzugehen und sich der schwarzen Null weiter anzunähern. Deshalb sprechen wir jetzt nicht über Neuzugänge, sondern eher von Verkäufen.“

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Die Bitte der Geschäftsführung nach einem Kurswechsel und der Bereitstellung von zusätzlichem Geld zu Lasten des Eigenkapitals und zu Gunsten der sportliche Wettbewerbsfähigkeit hatte das Kontrollgremium abgelehnt. Ganz so krass formulierte Eichin das zwar nicht, aber er berichtete vielsagend, dass sich die Geschäftsführung aufgrund der Investitionen der Konkurrenz Gedanken gemacht und diese beim Treffen mit dem Aufsichtsrat konkret vorgetragen habe: „Wir haben verschiedene Szenarien und Wege aufgezeigt. Dann wurde sich auf den Weg geeinigt, der hier schon die ganze Zeit beschritten wird.“ Also Konsolidierung, kein Minus mehr, nur noch das ausgeben, was da ist. Der Frage, ob er mit der Entscheidung des Kontrollgremiums zufrieden sei, wich Eichin aus: „Ob ich das interessant finde oder lieber einen anderen Weg gegangen wäre, ist völlig unerheblich.“ Um trotz eines eher zerknirschten Gesichtsausdrucks bloß keine Zweifel an seiner Motivation aufkommen zu lassen, fügte der 47-Jährige noch wortreich an: „Ich kenne die Situation doch. Auch die macht mir großen Spaß. Ich fange nicht an zu jammern. Mit diesem Weg kann man genauso Berge versetzen wie mit dem anderen Weg.“

Ähnlich vereinstreu äußerte sich auch Robin Dutt, der bei der Pressekonferenz für das Hertha-Spiel neben Eichin saß und ebenfalls zum verordneten Sparzwang befragt wurde. „Wir werden den Verein in stürmischen Zeiten loyal begleiten und doppelt so hart arbeiten“, versicherte der Chefcoach und fügte schmunzelnd an: „Für mich ist das nichts Neues. Wir hatten gestern kein Geld, haben heute kein Geld und haben wahrscheinlich auch morgen kein Geld. Ich hatte nicht gehofft, dass nach der Sitzung ein Geldkoffer auf dem Schreibtisch von Thomas steht.“

Eichin irgendwie schon. Denn diesen Ruiz will er sehr gerne haben. Nicht für die vom FC Fulham aufgerufenen sieben Millionen Euro. Auch nicht für die vermeldeten vier Millionen Euro, die er gar nicht geboten hat. Eichin hoffte auf ein Schnäppchen, doch selbst das kann er sich nach dem Beschluss des Aufsichtsrats nicht leisten. Eigentlich muss er sogar noch Spieler verkaufen, um das Ziel der schwarzen Null zu erreichen.

Das sorgt nicht gerade für Freude. Und so soll es bei der viereinhalbstündigen Sitzung am Mittwochabend hoch hergegangen sein. Mit einem Eichin in Angriffslaune. Denn dem Sportchef war schon übelst aufgestoßen, dass der Termin überhaupt öffentlich geworden war. Noch mehr ärgerte ihn die Kritik aus dem Aufsichtsrat an seiner Transferpolitik – anonym geäußert in dieser Zeitung. Es sollen deutliche Worte gefallen sein – mit der klaren Forderung von Eichin, dass nur noch er zu sportlichen Dingen öffentlich spricht – und der Aufsichtsrat schweigt. „Es ist alles in bester Ordnung“, betonte Eichin. Während Aufsichtsratschef Willi Lemke für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung stand – und es auch keine offizielle Pressemitteilung des Kontrollgremiums gab.

Eichin stürzt sich jetzt wieder ins Tagesgeschäft – mit etwas weniger Stress. Um Ruiz muss er sich ja nicht mehr kümmern. Oder vielleicht doch? Der Sportchef, der schon bei der ablösefreien Verpflichtung von Izet Hajrovic Poker-Qualitäten bewiesen hatte, ließ eine Hintertür offen. Er sprach davon, dass ein Ruiz-Transfer „derzeit“ nicht möglich sei. Wechsel sind aber noch bis zum 2. September möglich. kni

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