Der Werder-Coach ändert sein Auftreten und verspricht ein gutes Spiel in Berlin

Gereizt und fokussiert: Dutt setzt alles auf Freitag

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Voll auf Hertha eingestellt: Robin Dutt hatte gestern den ernsten Blick in die Pressekonferenz mitgebracht und sein fröhliches Lächeln in der Kabine gelassen. ·

Bremen - Die Taktik seiner Mannschaft hat Robin Dutt in dieser Saison schon oft verändert – nun verpasste sich der neue Werder-Coach nach der 0:7-Blamage gegen die Bayern selbst einen anderen Auftritt.

Statt wie bislang freundlich und ausführlich über die nächste Bundesliga-Partie morgen Abend in Berlin (20.30 Uhr) zu sprechen, gab sich der 48-Jährige gestern auf der Pressekonferenz ungewohnt kurz angebunden und gereizt.

Eine Reaktion auf die kritische Berichterstattung der vergangenen Tage? „Ich habe nichts gelesen“, behauptete Dutt. Der Grund für sein Reizklima sei ein anderer: „Es liegt daran, dass ich eine absolute Fokussierung auf unser Spiel am Freitag habe. Ich möchte Ihnen und den Spielern ganz klar den Eindruck vermitteln, dass der Trainer nur auf das Spiel schaut und nicht auf die Vergangenheit.“

Bei der Mannschaft wähnt sich Dutt auf einem guten Weg. „Wir trainieren sehr gut und sehr hart – und das werden wir am Freitag auch sehen“, kündigte der Coach selbstbewusst an. Was genau er üben ließ und was dabei gut war, wollte Dutt diesmal allerdings nicht beantworten: „Ich glaube, es ist besser, am Freitag Taten walten zu lassen.“

Der Trainer setzt voll auf den nächsten Spieltag. In Berlin soll es zum Stimmungswandel kommen. Mit Punkten, am besten gleich drei. Denn nach nur einem Sieg aus neun Spielen hat sich Werder wieder selbst in Gefahr gebracht. Mit dem 0:7 als letztem und zugleich lautestem Alarmsignal. Doch Dutt macht seinen Spielern weiterhin keinen Vorwurf: „Die Fans können – unabhängig von dem Ergebnis letzte Woche – stolz auf ihre Jungs sein. Die Mannschaft hat immer ihr Bestes gegeben. Sie tut alles für den Verein. Ich stehe zu 100 Prozent hinter dieser Mannschaft.“

Ob es tatsächlich so ist, bleibt Spekulation. Denn Dutt wiederholte einmal mehr, dass er seine Spieler niemals öffentlich kritisieren werde. Im Gegenzug dürfe er sie intern umso härter anpacken. Dutt nennt das einen Deal. Einen erfolgreichen, wie er gestern betonte: „Das schweißt uns zusammen. Deswegen sind wir ein starkes Team.“

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So wie es die Berliner sind. Die aber nicht nur neben, sondern auch auf dem Platz. Mit 22 Punkten (sechs mehr als Werder) belegt Hertha BSC Platz sieben. Das ist hervorragend für einen Aufsteiger. „Die Hertha wirkt sehr eingespielt, hat defensiv wie offensiv eine gute Qualität. Ich kann nur gratulieren, dass sie den Weg, den sie in der zweiten Liga begonnen hat, konsequent weitergeht“, lobte Dutt. Klang da so etwas wie Neid in seiner Stimme? „Nein“, entgegnete der Werder-Coach: „Wenn Sie mich heute in zwei Jahren ansprechen, dann muss ich nirgends neidisch hinschauen. Bremen ist am Anfang des Weges, Berlin ist schon weiter.“ Weil Hertha-Coach Jos Luhukay ein Jahr länger mit seiner Mannschaft zusammenarbeite als er mit Werder, betonte Dutt.

Die Entwicklung brauche Zeit. Ein Bremer Dauerthema. Aber gestern beließ es Dutt bei seinem kurzen Hinweis, denn diesmal wollte er anders sein. Der Kritik an der angeblich fehlenden Entwicklung stellte er sich erst gar nicht, sondern sagte lediglich: „Es gibt nur ein Argument – Freitag, 20.30 Uhr!“ · kni

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