Nach der Blamage im Breisgau ist gegen Wolfsburg Wiedergutmachung geplant

Geprügelte Bremer wollen morgen „einen auspacken“

+
Sebastian Prödl (li.) im Kopfballduell mit Freiburgs Karim Guede. „35, 36 Punkte können für den Klassenerhalt reichen“, sagt der Bremer Verteidiger. ·

Bremen - Kübelweise Schimpf und Schande – das ist es, womit Thomas Eichin gerechnet hätte. Im Normalfall. Der wäre eingetreten, wenn Werder Bremen im Wochenend-Rhythmus spielen müsste.

Doch die aktuelle Englische Woche in der Bundesliga mit dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg morgen (20 Uhr) lenkt die Aufmerksamkeit aller in die Zukunft und bewahrt die Bremer nach dem 1:3 beim SC Freiburg vor einem medialen Kreuzfeuer der Kritik. „Gut, dass wir gleich wieder spielen. Dann habt ihr nicht bis Samstag Zeit, über die Partie zu schreiben“, sagte der schlecht gelaunte Werder-Sportchef in Freiburg den Journalisten.

Er ist freilich nicht der Einzige bei Werder, der sich auf und über die Partie morgen freut. Jeder ist froh, dass nach der Blamage im Breisgau die Chance zur Wiedergutmachung schnell kommt. Verteidiger Assani Lukimya: „Gegen Wolfsburg können wir es besser machen.“ Was genau? „Na, alles“, meint „Luki“ und formuliert einen Satz, der nach einer Leistung wie der in Freiburg überraschend kommt: „Ich bin positiv gestimmt, dass wir gegen Wolfsburg wieder einen auspacken.“

Nun weiß man spätestens seit dieser Rückrunde, dass Lukimya ein Meister im Wegstecken von Rückschlägen und ein Könner in Sachen schneller Wiederauferstehung ist. Doch davon auszugehen, gegen den Tabellensechsten einen „auszupacken“, wenn es gerade beim – bis dato – Drittletzten der Liga Prügel gesetzt hat, ist ausgesprochen mutig. Aber es wäre eben typisch Werder, wenn jetzt gegen Wolfsburg die große Reaktion käme, meint Lukimya: „Wir wurden schon oft für tot erklärt in dieser Saison und sind immer wieder zurückgekommen. Das ist jetzt wieder so ein Spiel, in dem wir zeigen können, dass wir es drauf haben.“

Besser wäre es natürlich gewesen, die Bremer hätten in Freiburg Qualität bewiesen. Haben sie aber nicht. Und die große Chance, einen Riesenschritt Richtung Klassenerhalt zu machen, rauschte den Bach, der in Freiburg Dreisam heißt, runter. Nach dem Fünferpack gegen die direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg folgen nun die Partien gegen die vermeintlich Besseren der Liga. Der Druck ist wieder groß. Doch das mögen die Bremer – sagt wieder Assani Lukimya: „Damit können wir gut umgehen.“

Training ohne Prödl

Werder-Training ohne Prödl

Die Geschichte dieser Saison gibt ihm Recht. In der Hinrunde siegte Werder in Hamburg und gegen Leverkusen, als sich die Lage zuzuspitzen drohte. In der Rückrunde gelang wieder gegen den HSV ein Befreiungsschlag. Aber ebenso beständig, wie sich Werder aus dem Schlamassel befreit, kehrt der Club dorthin zurück. Vor dem 27. Spieltag ist es wieder so weit. Nur sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze sind angesichts des Bremer Restprogramms (siehe unten) eher beunruhigend, als entspannend. Die Wochen der Wahrheit mit den fünf Duellen gegen noch schlechter platzierte Teams haben eben nicht die gewünschte Wahrheit gebracht. „Wir haben acht Punkte aus diesen Spielen geholt – das ist okay, das ist vernünftig. Aber das ist nicht das, was wir uns erträumt hatten“, bilanziert Sebastian Prödl und erklärt: „Wir alle wissen, dass die Aufgaben jetzt schwerer werden.“

Der „Fahrplan“ zum Klassenerhalt steht aber. „Wir brauchen noch zwei, drei Siege. 35 oder 36 Punkte können reichen“, rechnet Prödl vor und behauptet trotz des Debakels in Freiburg tapfer: „Wir haben auch die Qualität dafür, das steht außer Frage.“ Angedachter Beginn der Bremer Beweisführung: morgen gegen Wolfsburg. · csa

„Himmelfahrts-Frühschoppen“ in Bierden

„Himmelfahrts-Frühschoppen“ in Bierden

Ex-Präsident Obama beim Kirchentag umjubelt

Ex-Präsident Obama beim Kirchentag umjubelt

Leaks nach Attentat: May will Trump zur Rede stellen

Leaks nach Attentat: May will Trump zur Rede stellen

Kreisverbandsschützenfest in Oerdinghausen

Kreisverbandsschützenfest in Oerdinghausen

Meistgelesene Artikel

Schierenbeck zu Sargent-Gerücht: „Das ist mir neu“

Schierenbeck zu Sargent-Gerücht: „Das ist mir neu“

Werders teure Pleite beim BVB: Zwölf Millionen Euro sind futsch

Werders teure Pleite beim BVB: Zwölf Millionen Euro sind futsch

Lukimya verlängert beim Liaoning FC

Lukimya verlängert beim Liaoning FC

Begegnungen für den Telekom-Cup stehen

Begegnungen für den Telekom-Cup stehen

Kommentare