Von Generälen und Kanonenfutter

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Mit der Pfeife im Mund: Werder-Trainer Thomas Schaaf gab gestern Morgen in der Kaserne von Delmenhorst den "Spieß".

Bremen (flü) - Stillgestanden! Für die Werder-Profis ging’s gestern Morgen nicht auf den Trainingsplatz, sondern auf einen alten Truppenübungsplatz der „Feldwebel-Lilienthal-Kaserne“ in Delmenhorst.

Statt wie sonst üblich durch Fahnenstangen mussten sich die Spieler über einen Trainings-Parcour für Soldaten hangeln. Das Ganze freilich mit dem nötigen Ernst, aber auch mit einer Menge Spaß – eine weitere teambildende Maßnahme von Werder-Coach Thomas Schaaf im harten Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Die Spieler traten in verschiedenen Gruppen gegeneinander an.

Keine Einzelkämpferausbildung also, sondern „Drill“ in Trupps, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Das alles freilich unter den gestrengen Augen von Ausbilder Schaaf und seinen Feldwebeln Wolfgang Rolff, Matthias Höhnerbach und Michael Kraft. Technik, Schnelligkeit, Ausdauer und der Zusammenhalt in der Gruppe – alles wurde von den Rekruten verlangt. 

„Es war ein sehr gutes Training. Da war alles dabei“, sagte Schaaf später mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Wobei diese etwas ungewöhnliche Maßnahme keinesfalls als Jux-Veranstaltung zu werten ist. Intensität und Intention waren vorhanden. Aber es war einfach mal die etwas andere Art von Training . „Da war einiges dabei. Wir mussten uns durch LKW-Reifen zwängen, durch den Sand robben, Gruben überwinden“, sagte Abwehrspieler Mikael Silvestre. Für ihn und seine Kollegen war’s eine willkommene Abwechslung: „Jetzt haben wir zwei Mal eine Fahrradtour gemacht und heute etwas anderes. Es ist einfach wichtig, auch mal vom Fußball-Platz runterzukommen.“

Auch Klaus Allofs fand die Aktion prima: „Solche teambildenden Maßnahmen haben wir ja jetzt schon einige Male durchgeführt. Heute ging es in die Kaserne nach Delmenhorst. Damit hat sicher nicht jeder gerechnet“, meinte der Werder-Sportchef. „Und ein Ergebnis gab es auch“, sagte Coach Thomas Schaaf. Die Spieler der Gewinnergruppen, wie beispielsweise Clemens Fritz, bekamen ein grünes T-Shirt mit dem Aufdruck „General“ übergestreift – die Verlierer, wie Kevin Schindler, wurden in ein weißes Hemdchen mit der Aufschrift „Kanonenfutter“ gesteckt.

Dass die Aktion, zu der keine Fotografen oder Kamerateams zugelassen waren, lange geheimgehalten wurde, begründete Schaaf damit, dass „die Mannschaft mal unter sich bleiben wollte. Wir wollten uns nicht auf einen Präsentierteller stellen, sondern uns ganz auf uns konzentrieren.“ Mit dabei war in Delmenhorst der gesamte Kader. Auch die Langzeitverletzten Sebastian Prödl, Naldo und Daniel Jensen feuerten ihre Teamkollegen an.

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