15 Punkte und Platz acht – Werder steht besser da als erwartet

„Genau unsere Leistungskraft“

+
Ein Bild sagt alles: Robin Dutt ist mit der Situation bei Werder Bremen vollauf zufrieden.

Bremen - Dem Mann muss langweilig geworden sein in den vergangenen Wochen. Nichts ist bei Werder Bremen passiert, was Robin Dutt nicht so oder so ähnlich erwartet hatte.

Die knappen (Arbeits)Siege zu Beginn, die deutlichen Klatschen gegen Gladbach (1:4), Frankfurt, Wolfsburg (jeweils 0:3), dann wieder der euphorisierende Erfolg über Hannover 96 – alles hatte der Werder-Coach kommen sehen. Sagt er jedenfalls. Natürlich nicht im Detail und jedes Resultat für sich, aber das große Ganze ähnelt laut Dutt aktuell sehr den eigenen Ahnungen. „Alles, mit dem wir vor der Saison gerechnet haben, ist so eingetroffen“, sagt er.

So gesehen dürfte der 48-Jährige nicht überrascht sein, dass Werder Bremen nach einem Drittel der Saison mit 15 Punkten auf Platz acht rangiert. Doch das Ranking betreffend, hatte Dutts Glaskugel offenbar trübe Flecken. „Wir stehen vom Tabellenplatz her besser da, als wir es erwarten durften“, gibt der Trainer zu. Aber das sei auch dem „breiten Mittelfeld der Liga“ geschuldet, meint Dutt. Immerhin: Werder gehört dazu. Und darüber sei man natürlich froh, erklärt der ehemalige DFB-Sportdirektor.

Sich im Durchschnitt der Liga tummeln zu dürfen, ist auf jeden Fall mehr als das, womit die Schwarzseher vor Saisonbeginn gerechnet hatten. Doch denen, die Fatalismus versprühten und den Abstiegskampf heraufbeschworen hatten, gehört augenblicklich nicht die Bühne in Bremen. Zufriedenheit prägt die Stimmungslage. Aber auch Vorsicht. Robin Dutt ist um eine ausgewogene Betrachtung der Lage bemüht. Hinweis eins lautet deshalb: „Mit dem einen oder anderen Gegentor mehr könnten wir auch weiter unten stehen.“ Hinweis zwei besagt aber auch: „Wenn wir die Heimspiele gegen Nürnberg (3:3 nach 2:0, d. Red.) und Freiburg (0:0, d. Red.) gewonnen hätten, wären wir deutlich weiter oben.“

Auf Rang fünf, um genau zu sein. Doch dass das des Guten zuviel wäre, ist allen klar. Vize-Kapitän Aaron Hunt: „Wir wissen schon, wo wir hingehören. Für uns ist es wichtig, dass wir uns Luft nach unten verschafft haben.“ Für Dutt entsprechen „die 15 Punkte und der achte Platz genau unserer Leistungskraft – bis hierhin.“

Auffallend ist, dass die Bremer sich vor allem gegen die Nordclubs nährten. 1:0 in Braunschweig, 2:0 beim HSV, nun 3:2 gegen Hannover – das sind schon mal neun von 15 Zählern. Nur gegen den VfL Wolfsburg patzte Werder. Aber auch ein Resultat wie das 0:3 und die Leistung, die dazu führte, gehören bei Dutt zu den einkalkulierten Rückschlägen. „Dass es Aufs und Abs geben würde, war doch klar. Wichtig war aber, dass wir nach den drei Spielen, in denen wir unter die Räder gekommen sind, immer wieder gut die Kurve gekriegt haben.“ Und ja, so der Coach, auch damit hatte er gerechnet: „Ich war mir sicher, dass wir mit Misserfolgen gut umgehen werden. Das hat sich bestätigt.“ Für Hunt ist das ebenfalls einer der wichtigsten Aspekte des ersten Saisondrittels. „Wir haben uns nach nicht so guten Spielen immer aufgerappelt und haben gepunktet. Das zeigt, dass die Mannschaft intakt ist.“

Mit der gleichen Aussage hätte er in der vergangenen Saison nur Gelächter geerntet. Jetzt bleibt sie ohne Widerspruch – wenngleich Werder fraglos nicht immer funktioniert, sondern für fußballerische Aussetzer weiter zu haben ist. Aber eben deutlich seltener als in der vergangenen Saison. Und nie, das ist Dutt wichtig zu betonen, musste er bislang über die Einstellung der Truppe mäkeln: „Von der Wettkampfmentalität bin ich sehr angetan.“

Wie Dutt im Grunde von allem angetan ist, was er in Bremen vorgefunden hat und wie sich die Dinge im ersten Drittel der Spielzeit entwickelt haben. Jetzt gilt es, den guten Eindruck und die beruhigende Tabellensituation auch mit in die Winterpause zu nehmen. Bis zum Ende der Hinrunde warten aber noch einige Brocken auf Werder. Gibt es gegen Schalke, Mainz, Hoffenheim, Bayern, Hertha und Leverkusen mehr Haue als Punkte, wäre die Lage schon wieder eine ganz andere. „Wir haben noch ein schweres Programm vor uns“, meint Aaron Hunt und wünscht sich für die Wochen bis Weihnachten vor allem mehr Konstanz in den Leistungen und Ergebnissen: „Gegen Wolfsburg haben wir klar verloren, gegen Hannover dann wieder gewonnen. So geht das gefühlt Woche für Woche. Wir brauchen mehr Stabilität.“ csa/mr

Mehr zum Thema:

DHB-Auswahl im Schongang ins WM-Achtelfinale

DHB-Auswahl im Schongang ins WM-Achtelfinale

Werder-Training am Dienstag

Werder-Training am Dienstag

Hochgeschlossen ist das neue Sexy

Hochgeschlossen ist das neue Sexy

Strick, Flausch, Promis - Berliner Fashion Week startet

Strick, Flausch, Promis - Berliner Fashion Week startet

Meistgelesene Artikel

Garcia-Gespräche: Die Luft ist raus

Garcia-Gespräche: Die Luft ist raus

Grillitsch geht! Ein Wechsel, der Werder wehtut

Grillitsch geht! Ein Wechsel, der Werder wehtut

Nächste schlechte Nachricht von Grillitsch

Nächste schlechte Nachricht von Grillitsch

Das sagt Sportchef Baumann zum Grillitsch-Wechsel

Das sagt Sportchef Baumann zum Grillitsch-Wechsel

Kommentare