Fan-Betreuer Till Schüssler nach den Protesten in Heidenheim: „Der Rückhalt ist nach wie vor groß“

„Gemütslage ist bei einigen Fans angespannt“

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Till Schüssler

Bremen - Er war am dichtesten ran, als der Zorn der Fans über die Mannschaft von Werder Bremen hinwegtobte. Als hauptamtlicher Fan-Betreuer hat Till Schüssler (26) den direkten Kontakt zur Anhängerschaft – auch am Samstag nach dem blamablen Pokalaus beim 1.

FC Heidenheim. Als Vermittler zwischen der Mannschaft in und den aufgebrachten Fans vor dem Bus hatte er versucht, die Sitzblockade mit guten Worten aufzulösen. Was auch gelang. Im Rückblick beschreibt der Mitarbeiter der Fan- und Mitgliederbetreuung, wie es zu der Fast-Eskalation der Wut kam.

Herr Schüssler, nach den Fan-Protesten in Heidenheim sprach ein Bremer Profi von blankem Hass, der der Mannschaft entgegengeschlagen war. Wie haben Sie es erlebt?

Till Schüssler:Ich finde, es war kein extremer Zorn, keine massive Wut. Insgesamt standen etwa 80, 90 Leute um den Bus herum, vielleicht 50 davon haben sich an der Sitzblockade beteiligt. Einige waren sehr erregt und – wie schon berichtet wurde – auch stark alkoholisiert. Da reichen dann schon fünf Leute, um eine aggressive Stimmung zu machen.

Die Spieler sagen, sie seien bepöbelt, bespuckt und beworfen worden.

Kurzzeitig war es auch so. Einzelne Fans sind am Bus hochgesprungen, haben gepöbelt. Aber das waren nur wenige Minuten. Mit Ausnahme von zwei, drei Leuten waren alle schnell wieder beruhigt. Wer im Bus saß, muss aber schon den Eindruck gehabt haben, dass es außen sehr aggressiv war. Es war nach einer Diskussion aber alles relativ schnell wieder in relativ kontrolliertem Rahmen.

Gibt es Anzeichen für weitere Proteste – etwa beim Testspiel gegen den FC Everton heute oder am Samstag beim Ligastart gegen den 1. FC Kaiserslautern?

Nein. Ich gehe davon aus, dass der gewünschte Rückhalt wieder da sein wird.

Auch nach weiteren Niederlagen?

Die Gemütslage ist bei den Fans angespannt, das Fass bei einigen ziemlich voll.

Die Befürchtung eines Spielers, dass er sich bei fortgesetztem Misserfolg möglicherweise nicht mal mehr in der Stadt blicken lassen kann, ist also nicht unberechtigt?

Nein. Die Unterstützung in der Stadt ist nach wie vor groß. Das sind doch überwiegend Fans, die mit Werder schon durch dick und dünn gegangen sind. Ich glaube, es kann sich wirklich jeder Spieler in der Stadt blicken lassen – problemlos. Die Fans in Bremen denken schon einmal mehr drüber nach, bevor sie etwas machen. · csa

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