Werders Argentinier verbringen viel Zeit zusammen

Gemeinsame Extra-Schichten und Plaudern mit Mate-Tee

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Hand in Hand: Franco Di Santo (r.) und Santiago Garcia (l.) unternehmen viel zusammen – auch abseits des Platzes. In diesem Duell zwischen Stürmer und Verteidiger geht's jedoch zur Sache.

Bremen - Neulich am Weserstadion. Kaum Autos auf dem Spieler-Parkplatz und Stille auf den Trainingsplätzen. Klarer Fall: Montag, freier Tag für die Werder-Profis. Nur zwei im grünen Trainingsdress sind fleißig.

Die Argentinier Franco Di Santo und Santiago Garcia drehen in hohem Tempo ihre Runden auf dem Rasen. Der Trainer, verrät Garcia anschließend, habe ihnen geraten, „noch eine Schicht extra“ zu absolvieren. Aber gerne doch, meint Di Santo: „Wir wollen doch auch schnell unseren Rhythmus finden.“

Er, der Stürmer, ist dabei sicherlich schon weiter als sein Landsmann. Zwei Wochen und zwei Bundesliga-Einsätze beträgt Di Santos Vorsprung auf Garcia – aber wenn in neun Tagen Eintracht Frankfurt im Weserstadion gastiert, wollen beide nicht nur auf einem Niveau sein, sondern auch in der Startelf stehen. Trainer Robin Dutt sieht eine „große Chance“, dass die Fans das Südamerika-Duo „relativ schnell“ in der Stammformation sehen werden.

Auf jeden Fall schon heute, wenn Werder um 18.30 Uhr im Stadion „Hoheluft“ in Hamburg gegen Zweitligist FC St. Pauli testet. Ein Spiel extra für die Neuzugänge arrangiert. Damit sie ins Team finden. „Ich bin fit und freue mich auf das Spiel“, sagt Garcia. Der erst vor fünf Tagen verpflichtete Linksverteidiger braucht diese Partien, um sich einzufinden. Bei Franco Di Santo hat Dutt dagegen das Gefühl, „dass er überhaupt keine Eingewöhnungszeit benötigt hat“.

Der 24-Jährige findet sich im Spiel bestens zurecht – und nach Feierabend weiß er mittlerweile auch, was er machen kann: Santiago Garcia treffen. Beide wohnen noch im Park-Hotel, beide sind neu in der Stadt – logisch, dass sie zusammen die Zeit totschlagen, wenn gerade kein Spiel, Training oder eine Extra-Schicht ansteht. „Franco ist sehr wichtig für mich. Es ist schön, einen Anlaufpunkt zu haben“, sagt Garcia. Aber was machen zwei Argentinier in Bremen, wenn sie Langeweile haben? Erstens: Rumsitzen mit Mate-Tee. Die argentinische Spezialität gehört – auch wenn es total klischeehaft ist – für die beiden Profis dazu. „Wir gehen spazieren, gucken uns die Stadt an, setzen uns irgendwohin und trinken Mate-Tee“, beschreibt Di Santo das eine „Freizeitvergnügen“. Das andere: Rumsitzen ohne Mate-Tee. Nochmal Di Santo: „Wir treffen uns einfach auf dem Zimmer, unterhalten uns. Wir müssen nicht unbedingt was unternehmen, haben auch Spaß, wenn wir einfach nur entspannen.“

„Rodolfo Cardoso? Nie gehört“

Hört sich irgendwie alles gar nicht südamerikanisch an. Aber ein Argentinier ist eben kein Brasilianer, meint Di Santo: „Wir sind uns nicht so ähnlich.“ Argentinier gelten als disziplinierter, professioneller. Darum mag Robin Dutt Spieler aus dem Land des zweifachen Weltmeisters ganz besonders. Er habe, erzählt der 48-Jährige, als Trainer des SC Freiburg immer einen Argentinier haben wollen. Hat aber in drei Jahren keinen gefunden. „Jetzt bin ich erst kurz in Bremen und habe gleich zwei – das ist schon kurios“, meint der Coach.

Die Bilder vom Mittwochs-Training

Werder-Training am Mittwoch

Einen Argentinier gibt es übrigens, der war vor Dutts Zeit bereits in Freiburg und später auch in Bremen. Rodolfo Esteban Cardoso (44), heute Trainer des Hamburger SV II. Der ehemalige argentinische Nationalspieler (acht Einsätze) ist den beiden neuen Werder-Gauchos allerdings unbekannt. „Nie gehört“, gibt Di Santo zu. „Der Name“, meint Garcia, „ist mir geläufig. Aber mehr auch nicht.“ csa

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