DFB-Kontrollausschuss erwägt Ermittlungen / Allofs: „Lächerlich“ / Wiese für drei Spiele gesperrt

Geht’s Frings an den Kragen?

Sportchef Klaus Allofs (li.) sprang Torsten Frings (re.) gestern zur Seite. Wegen seiner Äußerungen zur Leistung von Schiri Thorsten Kinhöfer droht dem Kapitän Ungemach.

Werder-Bremen - Von Arne Flügge · Torsten Frings droht Ungemach. Werder Bremens Kapitän hatte nach dem 1:3 gegen die Bayern vor allem wegen des nicht gegebenen Handelfmeters in erster Erregung heftige Kritik an der Leistung von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) geäußert – jetzt erwägt der DFB-Kontrollausschuss, Ermittlungen gegen den 34-Jährigen aufzunehmen.

„Wir werden uns den genauen Wortlaut anschauen, dann entscheiden. Ich lasse mir das durch den Kopf gehen“, wird DFB-Chefankläger Anton Nachreiner auf „bild.de“ zitiert.

Frings hatte die Leistung von Kinhöfer als „grottenhaft“ eingestuft, eine „klare Benachteiligung“ seiner Mannschaft festgestellt und behauptet, Kinhöfer sei „ein bisschen für Bayern“ gewesen. Muss der Mittelfeldstar jetzt mit einer Geldstrafe oder gar einer Sperre rechnen?

„Warum?“, fragt Frings, „ich habe den Schiedsrichter nicht persönlich beleidigt, sondern seine Leistung kritisiert. Wir stehen da unten drin, für uns geht es um sehr, sehr viel, und dann werden wir benachteiligt. Da darf man doch sauer und enttäuscht sein. Ich bleibe dabei: Das war ein ganz klarer Elfmeter. Und da müssen wir das Recht haben, auch mal kritisieren zu dürfen.“

Der gleichen Meinung ist Klaus Allofs. Der Werder-Boss sprang seinem Kapitän gestern sofort zur Seite. „Wir haben gleich gesagt, dass wir die Fehlentscheidung nicht als Ausrede für die Niederlage sehen, dass wir nicht von unseren Fehlern ablenken wollen. Aber wir müssen das Recht haben, auf Fehler der Schiedsrichter hinzuweisen. Wir sind in letzter Zeit in vielen Entscheidungen benachteiligt worden. Jetzt wird gesagt, der Ball ist Gustavo vorher an die Hüfte gesprungen. Das ist lächerlich“, ereiferte sich Allofs.

Das Verhältnis zu Kinhöfer und seinem Assistenten Detlef Scheppe (Wenden) ist ohnehin angespannt. Im Pokalfinale gegen die Bayern 2010 war Per Mertesacker der Ball im Strafraum an die Hand gesprungen. Damals gab das gleiche Gespann Elfmeter für die Münchner. „Das war eine ähnliche Situation – und jetzt wurde nicht gepfiffen. Es ist doch klar, dass man sich über solche Dinge aufregt“, erklärte Allofs: „Es kann nicht sein, dass willkürlich mal so und mal so entschieden wird.“ Grundsätzlich, so Allofs, sollten die Schiedsrichter „nicht so empfindlich sein und Fehler auch mal eingestehen“.

Keine zwei Meinungen gab es dagegen bei der Roten Karte für Tim Wiese. „Das war eine unnötige Aktion von Tim, und ich bin immer noch verärgert, dass uns in dieser schwierigen Phase ein so wichtiger Spieler jetzt erstmal nicht zur Verfügung steht“, knurrte Allofs. Wiese wurde gestern vom DFB-Sportgericht für drei Spiele gesperrt, Werder hat das Urteil angenommen.

Der Nationalkeeper verpasst damit die Spiele in Mainz, gegen Hannover und beim HSV, steht Werder erst am 27. Februar im Heimspiel gegen Leverkusen wieder zur Verfügung. „Ich wollte niemanden absichtlich verletzen, und da war auch überhaupt kein Frust dabei. Das möchte ich einmal klarstellen“, sagte Wiese, der mit „zwei, drei Spielen Sperre“ gerechnet hatte, gestern: „Ich komme zu spät, treffe den Ball nicht, dafür den Gegenspieler. Das sieht natürlich blöd aus und ist jetzt bitter für mich und die Mannschaft.“ Auf die Frage, ob er beim Stand von 1:3 nicht hätte besser im Tor bleiben und ein viertes Tor riskieren müssen, antwortete der 29-Jährige: „Am Ende ist man immer schlauer. Aber ich muss in Bruchteilen von Sekunden entscheiden.“

Für Wiese wird nun Sebastian Mielitz zwischen den Pfosten stehen, der die Nummer eins schon im Herbst ausgezeichnet vertreten hatte. „Ich gehe das ganz locker an, alles andere wäre der falsche Weg“, sagte der 21-Jährige: „Ich versuche, meine Leistung zu zeigen und zu bestätigen, um der Mannschaft helfen zu können.“

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