Drittligist Werder II ändert ein wenig sein Konzept / Thy ist ein großer Hoffnungsträger

Und es geht immer noch jünger . . .

Werder-Bremen - Von Björn KnipsBREMEN · Als Frank Baumann vor einem Jahr das Ende seiner Karriere verkündete, da stand Thomas Wolter gleich bei ihm auf der Matte. „Ich hätte ihn gerne in meiner Mannschaft gehabt“, erinnert sich der Trainer des Drittligisten Werder Bremen II.

Doch der langjährige Kapitän der Profis lehnte ab – und setzte damit fast schon eine Tradition fort. „Die Zeiten, in denen Profis wie Uwe Harttgen, Björn Schierenbeck oder auch ich ihre Karriere in der zweiten Mannschaft ausklingen ließen, sind vorbei“, sagt Wolter durchaus mit Wehmut. Denn damit fehlen ihm erfahrene Kräfte in seinem Jungbrunnen. Doch statt zu jammern, wurde bei Werder einfach das Konzept ein wenig verändert. Bereits am Samstag kann sich beim Ligaauftakt im Heimspiel gegen Jahn Regensburg (14 Uhr/Platz 11) zeigen, ob es funktioniert.

Normalerweise darf eine Bundesliga-Reserve in der Dritten Liga drei Spieler auf dem Platz haben, die älter als 23 Jahre sind. Doch mangels Alternativen („So einem älteren Spieler muss man wirklich vertrauen, der kann auch vieles kaputt machen“) begnügt sich Wolter mit Sandro Stallbaum (28) und Kevin Artmann (24), der auch noch verletzt ist, als „Oldies“. Zumal Chefcoach Thomas Schaaf „die Idee hatte“, wie Wolter sagt, „eine noch jüngere Mannschaft zu stellen, damit jeder Spieler noch mehr Verantwortung übernehmen muss und sich nicht helfen lassen kann“. Deshalb sind aus den jungen Wilden nun die ganz jungen Wilden geworden, „mit einer sehr hohen Qualität“, wie Wolter hervorhebt.

Wenngleich der Abschied von Nicolas Feldhahn (Kickers Offenbach) und Tobias Kempe (Erzgebirge Aue) schmerzt, wie der Coach gesteht. Dagegen wurde der Vertrag von Addy-Waku Menga (SV Wehen Wiesbaden) nicht verlängert. Um auch Platz für Neue zu haben – und die sind durchaus namhaft. Leon-Aderemi Balogun hat sogar schon für Hannover 96 in der Bundesliga gespielt – ausgerechnet gegen Werder. Felix Kroos (Hansa Rostock) ist nicht nur der Bruder von Nationalspieler Toni Kroos, sondern auch selbst ein großes Talent. Und dann kehrt auch noch der UEFA-Cup-erprobte Kevin Schindler nach mehreren Ausleihen zurück. Damit nicht genug: Lennart Thy ist zwar noch A-Jugendlicher, aber ein echter Rohdiamant,

▪ Zum Auftakt gegen

▪ Jahn Regensburg

der auch schon bei den Trainingslagern der Profis funkelte. „Ich hoffe, dass er ordentlich durchstartet“, sagt Wolter über den Stürmer.

Aber Balogun, Kroos und Thy sind auch ein Beleg für die große Problematik der U 23. Die besten Akteure haben die Vorbereitung nämlich bei den Profis absolviert. „Das wollen wir zwar auch, aber bei dem frühen Saisonstart der Dritten Liga ist das eine Katastrophe für uns“, erklärt Wolter vor dem Start in seine neunte Saison als Coach von Werder II. Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Frank Bender musste er in dieser Woche sogar die Reißleine ziehen und die letzten Testspiele absagen, weil ihm 18 (!) Spieler (zehn Verletzte, acht Abstellungen zu den Profis) fehlten.

Trotzdem macht sich der Ex-Profi für Samstag gegen Jahn Regensburg keine Sorgen: „Wir kriegen das schon irgendwie hin – und es ist ja auch schön, dass die Dritte Liga die bundesliga-freie Zeit nutzt, um etwas mehr im Fokus zu stehen.“

Als Saisonziel hat Wolter das ansonsten so gerne benutzte Wort „Klassenerhalt“ aus seinem Wortschatz gestrichen. „Wir wollen den Jungs kein Alibi geben, sich mit irgendetwas zufrieden zu geben. Wir wollen uns einfach so weit wie möglich oben platzieren“, erklärt der 46-Jährige und fügt noch das Motto für diese Saison an: „Noch jünger, noch mehr Verantwortung.“ Und im Hinterkopf ist dabei immer das Ziel, der Bundesliga-Mannschaft Spieler wie Philipp Bargfrede zu liefern – wie in der letzten Saison.

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