2:1 – Petersen und De Bruyne drehen das Spiel

Es geht auch ohne Allofs: Werder jubelt in Unterzahl

+
Der Siegerjubel: Mit seinem späten Tor zum 2:1 gegen Düsseldorf schoss Kevin De Bruyne Werder auf Platz sieben der Bundesliga. ·

Bremen - Was für ein Kraftakt – und was für eine Erleichterung! In Spiel eins nach dem geräuschvollen Weggang von Sportchef Klaus Allofs zum VfL Wolfsburg feierte Werder Bremen gestern einen 2:1 (0:1)-Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf.

Bemerkenswert dabei: Die Bremer holten einen Rückstand auf und schafften nach dem Platzverweis gegen Assani Lukimya (77.) in Unterzahl den Siegtreffer durch Kevin De Bruyne (82.). Zuvor hatte Nils Petersen (51.) das 0:1 von Jens Langeneke (10.) egalisiert.

Durch den vierten Sieg im sechsten Heimspiel machte Werder einen satten Satz von Platz zwölf hoch auf sieben – und diesen Sprung hatten sich die Bremer mit einem leidenschaftlichen Auftritt verdient. „Das Spiel heute spricht für unsere Moral und unseren Kampfgeist. Wir haben immer an uns geglaubt, das haben wir super gemacht“, schwärmte Keeper Sebastian Mielitz.

Die Anfangsphase konnte der Bremer Keeper damit jedoch nicht gemeint haben. Werder geriet schon wieder früh in Rückstand – diesmal „dank“ Sokratis. Der Grieche foulte Robbie Kruse im eigenen Sechzehner. Es gab Elfmeter für Düsseldorf, den Jens Langeneke souverän – hart und in die Mitte – zum 1:0 für den Aufsteiger verwandelte.

Die Einzelkritik

Werder: Die Einzelkritik

Werder war geschockt und hätte sich fast noch das zweite Gegentor eingefangen. Doch Mielitz parierte glänzend gegen Ken Ilsö – und den Nachschuss blockte Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie gerade noch ab (21.). Bremer Chancen gab es zwar auch, doch Nils Petersen (22.) und Eljero Elia (23./33.) schlugen kein Kapital daraus.

Das Gute gestern aus Bremer Sicht: Werder ließ sich nicht entmutigen. „Das Anrennen war nicht einfach, aber wir haben nicht nachgelassen“, meinte Kapitän Aaron Hunt. Die Hausherren probierten es nach der Pause im mit 42 100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion immer und immer wieder, setzten die nur noch auf Konter lauernden Gäste enorm unter Druck. Die passenden Zahlen dazu: Werder hatte 63 Prozent Ballbesitz, Düsseldorf 37. Werder hatte zehn Ecken, Düsseldorf eine. Und Werder hatte insgesamt 24 Torschüsse, Düsseldorf nur drei. „Es war sensationell, wie wir angerannt sind. Wir hatten Ballbesitz bis ins Unendliche“, meinte WerderTrainer Thomas Schaaf.

Werder Bremen siegt gegen Fortuna Düsseldorf

Werder Bremen siegt gegen Fortuna Düsseldorf

Die Dominanz schlug sich dann auch in Toren nieder. Zunächst gelang Petersen mit einem Kopfball aus kurzer Distanz der Ausgeich. Lukas Schmitz hatte sich an der Eckfahne den Ball erkämpft und mustergültig in die Mitte geflankt. „Das war super-klasse von ihm“, lobte Schaaf seinen starken Linksverteidiger.

Werder drückte weiter und war auch durch die zu harte Gelb-Rote Karte – ausgerechnet gegen den Ex-Düsseldorfer Lukimya – nicht mehr auszubremsen. Nach einem Pass von Schmitz flanke Hunt von links, in der Mitte vollendete Mittelfeldmann De Bruyne per Dropkick flach ins linke Eck und krönte mit dem 2:1 die Bremer Energieleistung.

Das Weserstadion bebte, die Spieler jubelten nach dem Schlusspfiff, als hätten sie gerade einen Titel gewonnen. „Die Freude ist riesengroß, dass wir es in Unterzahl geschafft haben. So ein Spiel kann auf jeden Fall einen Schub geben“, meinte Hunt. Und den können die Bremer gut gebrauchen, denn am Samstag geht’s zum wiedererstarkten VfL Wolfsburg (gestern 3:1 in Hoffenheim) und dessen neuen Sportchef Klaus Allofs. Hunt schmunzelte: „Das ist schon ein besonderes Spiel.“ · mr

Das könnte Sie auch interessieren

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Artistisches Abschlusstraining

Artistisches Abschlusstraining

Krause-Sause in der Halle 7

Krause-Sause in der Halle 7

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Delaney schwärmt von Nouri

Delaney schwärmt von Nouri

Klasnic: Neue Niere, neues Leben

Klasnic: Neue Niere, neues Leben

Kommentare