Es geht auch um finanzielle Phantasie

Der Ärger mit dem Pokalfluch

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Bremen - Thomas Eichin zögerte keine Sekunde, um die Frage nach seiner Erwartungshaltung für Werders Pokalspiel gegen den Regionalligisten FV Illertissen zu beantworten: „Weiterkommen, basta!“ Ja, ja – mit dem DFB-Pokal ist das inzwischen so eine Sache bei Werder. Lange Jahre war es der Lieblingswettbewerb der Bremer und machte fast nur gute Laune – nun scheinen die Hanseaten verflucht und sind deshalb genervt. Drei Mal in Folge blamierte sich der Club bei Drittligisten und flog raus. Am Sonntag geht es zum Viertligisten FV Illertissen (14.30 Uhr/Sky live), der für diese Partie nach Ulm umzieht. Und Eichin und Co. müssen sich im Vorfeld viele unangenehme Fragen gefallen lassen.

Zum Beispiel nach der Vorbereitung auf die Partie: Wird Illertissen wirklich so ernst genommen wie ein Bundesligist? „Ja“, betont Trainer Robin Dutt und erklärt: „Wir haben die letzten vier Spiele von Illertissen beobachtet, so machen wir das mit jedem Gegner.“

Wird die Einstellung stimmen? „Ja“, versichert Dutt: „Es ist eine reine Mentalitätsfrage: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wir müssen zeigen, was wir sind: die bessere Mannschaft. Und das werden wir auch zeigen.“

Hat die Mannschaft womöglich Angst, die vierte Pokal-Blamage in Folge zu erleben? „Natürlich wird jetzt jede Menge Druck von außen aufgebaut. Der wird auch bei uns ankommen“, gesteht Dutt, doch das bereitet ihm keine Sorgen: „Wir haben in der vergangenen Saison viel größere Druckphasen überstanden.“ Schon in der Woche hatte Dutt im Interview mit dieser Zeitung deutlich gemacht: „Du kannst heute nicht mehr sagen, die hauen wir mit der B-Truppe weg. Du musst dich aber auch nicht kleiner machen, als du bist.“

Deshalb erwähnt der Werder-Coach auch nur beiläufig einen „kleinen Vorteil“ des Regionalligisten, der bereits sechs Ligaspiele absolviert hat: „Sie sind schon im Rhythmus.“ Den muss Werder noch finden – und zwar möglichst schon in den ersten Minuten am Sonntag. Denn ein erneutes Ausscheiden wäre nicht nur peinlich, sondern auch finanziell schmerzhaft. Der Einzug in die zweite Runde ist im Budget fest eingeplant. Es geht um mindestens 270000 Euro (ohne Live-Übertragung im Free-TV) plus Zuschauereinnahmen. Es geht aber auch um finanzielle Phantasie. Denn spätestens ab dem Viertelfinale wird der DFB-Pokal zum Millionen-Geschäft – und damit für die klammen Bremer besonders interessant. Außerdem ist es mit sechs Spielen der kürzeste Weg ins internationale Geschäft.

kni/mr

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