Werder nur mit 16 Spielern nach Stuttgart

Der geheimnisvolle Herr Schaaf

THOMAS SCHAAF ließ gestern offen, warum er nur mit einem kleinen Kader nach Stuttgart reist.

Werder-Bremen - BREMEN. 18 Fußball-Profis darf ein Trainer für eine Bundesliga-Partie nominieren – und in der Regel wird das auch gemacht: Doch Werder Bremen reiste gestern mit nur 16 Akteuren zum Krisengipfel beim VfB Stuttgart (heute, 17.30 Uhr).

Das Verletzungspech lässt grüßen. Warum Thomas Schaaf allerdings nur Leon Balogun aus der zweiten Mannschaft – immerhin ein Drittligist – hochzog, blieb sein Geheimnis. Denn Schaaf redet momentan nicht mehr wie sonst üblich nach Übungseinheiten mit Journalisten – offenbar als Reaktion auf die Berichterstattung über seine Fan-Kritik und seine Medienschelte. Es sind ungemütliche Zeiten in Bremen . . .

Bargfrede fällt aus

Aber heute soll den Werder-Fans endlich mal wieder warm ums Herz werden. „Wir müssen in Stuttgart gewinnen“, gab Claudio Pizarro als Marschroute aus. Und dafür fordert der Torjäger mehr Konzentration vor dem eigenen und vor dem gegnerischen Gehäuse: „Wir dürfen nicht mehr so viele Fehler machen und müssen vorne treffen.“

Personell drückt vor allem hinten der Schuh. Clemens Fritz und Petri Pasanen sind nicht rechtzeitig fit geworden. Zudem fällt auch Mittelfeldmann Philipp Bargfrede (Oberschenkelprobleme) aus. Grünes Licht gab’s dagegen von Marko Marin, der nach dem Abschlusstraining fröhlich verkündete: „Ich hatte keine Probleme mit den Adduktoren, ich kann spielen.“ Und der Nationalspieler hofft, dass sein Team etwas frischer als Stuttgart ist. Schließlich waren die Schwaben noch am Donnerstag in der Europa League im spanischen Getafe im Einsatz. Werders Champions-League-Partie liegt zwei Tage länger zurück. „Vielleicht ist das ein Vorteil“, meinte Marin. Wohlwissend, dass Werder ein herbes 0:2 gegen Twente Enschede verdauen musste und der VfB ein bemerkenswertes 3:0 feierte. Was wiederum der Ex-Bremer Martin Harnik für seine Schwaben positiv bewertete: „Das könnte ein Vorteil für uns sein.“

Allerdings schlagen sich die Stuttgarter genauso wie Werder mit großen Personalsorgen herum. Besonders in der Innenverteidigung läuten die Alarmglocken: Matthieu Delpierre, Georg Niedermeier und Khalid Boulahrouz sind angeschlagen, Nationalspieler Serdar Tasci (Muskelfaserriss) fällt definitiv aus. Interimscoach Jens Keller ist trotzdem zuversichtlich: „Der Sieg in Getafe hat uns Selbstvertrauen gegeben. Außerdem haben wir ein Heimspiel. Mit unseren Fans im Rücken können wir mit breiter Brust auftreten.“

Das Verhältnis zwischen Werder und seinen Fans ist dagegen von Schaaf auf eine harte Probe gestellt worden. Der Coach hatte die Pfiffe gegen Mikael Silvestre kritisiert und behauptet, das seien „keine richtigen Werder-Fans“. In Stuttgart muss er sich da keine Sorgen machen. Auswärts sind nur die Treuesten der Treuen dabei, die pfeifen fast nie. Deshalb dürfte wohl auch Silvestre wieder auflaufen. Große andere Möglichkeiten gibt’s fast gar nicht. Übrigens auch, weil Schaaf gestern zum Beispiel Felix Kroos lieber in der Zweiten spielen ließ, als ihn für die definitiv wichtigere Bundesliga-Partie zu nominieren.

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