Fünf Gründe, warum es bei Werder Bremen so gut läuft / Schaaf schwärmt über Unberechenbarkeit

Die Geheimnisse des Erfolges

Zusammenhalt nicht nur beim Torjubel ist ein Faktor, der Werder derzeit den Erfolg garantiert. Die Unberechenbarkeit der Offensivabteilung ein anderer.

Bremen - Von Carsten Sanderund Björn Knips · Schade, dass die Bundesliga jetzt Pause macht! Bei Werder Bremen läuft es derzeit so rund wie seit Monaten nicht mehr.

Platz vier in der Liga, im DFB-Pokal im Achtelfinale, in der Europa League mit der Optimalausbeute von sechs Punkten aus zwei Partien, insgesamt nur eine Niederlage in 14 Pflichtspielen. „Wir stehen gut da“, bilanziert Sportdirektor Klaus Allofs zufrieden das erste Saisonviertel. Das schreit förmlich nach einem Versuch, die Geheimnisse des Erfolges zu entschlüsseln. Hier also fünf Gründe, warum es bei Werder so gut läuft:

Teamwork

Während Stuttgarts Manager Horst Heldt am Sonntag den Egoismus einiger Spieler („Das Schlimmste, was dir im Fußball passieren kann“) geißelte, lobten die Bremer sich selbst. „Wir wachsen weiter zusammen“, sagte Kapitän Torsten Frings. Anfänglich gab es noch große Probleme – zum Beispiel mit der defensiven Einstellung der Ballkünstler Mesut Özil und Marko Marin. Doch seit auch sie gelernt haben, verlorenen Bällen hinterherzuhecheln, gibt es keinen Anlass mehr, sauer aufeinander zu sein. „Ineinander arbeiten“, nennt Coach Thomas Schaaf das Prinzip und meint die Bereitschaft, die Fehler des anderen auszubügeln. Ergebnis: „Wir harmonieren im Moment sehr gut“, so Schaaf.

Lust am Lernen

Wenn man so will, dann hat Werder seit Saisonbeginn richtig viel gepaukt. „Die Spieler sind bereit, dazuzulernen. Es macht der Mannschaft richtig Spaß, Dinge, die nicht gut laufen, zu verbessern, weil sie danach die Ergebnisse sieht“, erklärt Schaaf. Beispiel: Nach dem blamablen Saisonstart gegen Eintracht Frankfurt (2:3) konzentrierte sich das Team voll auf die Festigung der Abwehr. Seither gab es in sieben Liga-Partien nur noch drei weitere Gegentreffer.

Trainer Thomas Schaaf darf beim Aspekt „Lust am Lernen“ ebenfalls nicht ausgeklammert werden. Als klar wurde, dass die „Doppel-6“ als System nicht das Nonplusultra für sein Team ist, stellte er wieder auf die erfolgreiche Raute um – gut dazugelernt!

Unberechenbarkeit

Wie will sich ein Gegner auf diese Offensive einstellen? Die Viererbande mit Claudio Pizarro, Marko Marin, Mesut Özil und Aaron Hunt ist einfach unberechenbar. Gemeinsam haben sie den Verlust von Diego aufgefangen, gemeinsam schießen sie Werder nach vorne. Wettbewerbsübergreifend kommt Pizarro auf 9 Tore und 3 Assists, Özil auf 5/9, Hunt auf 4/4 – nur Marin (0/4) wartet noch auf einen Treffer.

Diese Breite in der Offensive begeistert sogar den ansonsten zurückhaltenden Trainer. Schaaf schwärmt: „Mal schaut man nur auf Özil, aber Hunt ist da. Dann schaut man auf Hunt, und Marin ist da. Oder Pizarro. Und Philipp Bargfrede macht auch auf sich aufmerksam.“ Nicht zu vergessen Naldo, der als Prototyp des „Abwehrstürmers“ auch schon siebenmal getroffen hat. „Die Unberechenbarkeit war unser großes Plus in den vergangenen Spielen. Diesen Zustand wollten wir auch erreichen“, erklärt Schaaf.

Disziplin

Nur Bayern und der HSV (je sechs) haben weniger Gelbe Karten kassiert als die Bremer (7). Einen Ausreißer stellt „Gelb-Rot“ für Sebastian Prödl am ersten Spieltag dar. Ebenfalls zum Auftakt wurde Torsten Frings wegen Meckerns verwarnt – seither gab es „Gelb“ nur für Fouls. So soll es sein. So hatte es Kapitän Frings gefordert: „Die Disziplin hat uns im Jahr davor gefehlt und uns die Saison kaputt gemacht.“ Tätlichkeiten wie die von Pizarro und Diego gegen den Karlsruher SC gehören (hoffentlich) der Vergangenheit an. „Disziplin“, sagt Verteidiger Per Mertesacker, „gehört zum Erfolg dazu.“

Besonnenheit

Oder nennt man es besser die Weigerung, zufrieden zu sein? Jedenfalls zwingt sich Werder immer wieder selbst auf den Boden zurück. Die Serie von zwölf Pflichtspielen ohne Niederlage wird registriert, aber nicht gefeiert. Motto: Bloß nicht vom Erfolg einlullen lassen. „Wir haben einen guten Weg eingeschlagen. Den müssen wir jetzt weitergehen“, fordert Torsten Frings. Und Thomas Schaaf veranschaulicht: „Wir haben das Auto schon gut bepackt, aber es geht immer noch ’was rein.“

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