Vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Hoffenheim macht sich Werder unsichtbar

Geheimes Training, offenkundige Ambitionen

Ein Bild von Thomas Schaaf aus der Ferne der Ostkurvenloge geschossen – mehr war gestern nicht möglich.

Werder-Bremen - Von Carsten Sander · Geheimkommando DFB-Pokal: Beim Abschlusstraining vor dem enorm wichtigen Viertelfinale heute im Weserstadion gegen 1899 Hoffenheim (20.30 Uhr/ARD live) sperrte Thomas Schaaf gestern Zuschauer und Medien aus. Wird der Werder-Trainer jetzt zum absoluten Geheimniskrämer?

Die Einheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit war jedenfalls ein Novum. Das hat es so bei Werder noch nicht gegeben – nicht mal vor Champions-League-Spielen. Wieso dann gestern? Schaaf erklärte das Ganze zu einer Frage der Sicherheit. Weil die Trainingsplätze vor dem Stadion alle vereist waren (selbst der mit der Rasenheizung) und „ein Training so nicht zu realisieren“ gewesen sei, beorderte der Coach die Spieler kurzerhand ins Stadion. Dort liefen parallel aber die Aufbauarbeiten für das Spiel, niemand sollte im Wege stehen – also jedenfalls nicht dem einen Gabelstapler, der Werbebanden durch die Gegend fuhr.

Soweit nicht nachvollziehbar. Noch weniger, dass die Medienvertreter, die bereits im hochsicheren Bereich der Ostkurvenloge Stellung bezogen hatten, ebenfalls des Feldes verwiesen wurden. Wieder Schaaf: „Auch da wäre nicht zu überprüfen gewesen, wer dazugehört und wer nicht.“

Mediendirektor Tino Polster hätte es bestimmt gekonnt. Aber er komplimentierte alle Journalisten höflichst hinaus. Also doch eine Geheimsache, um neue, überraschende Varianten einzustudieren? Erneut widersprach Schaaf – und zwar mit dem einzigen stichhaltigen Argument: „Ich glaube nicht, dass wir mit irgendwas überraschen können. Unser Kader ist dafür zu bekannt.“

Das stimmt wohl. Und schon gar kein Geheimnis ist, dass Werder im DFB-Pokal sowieso meistens zur Höchstform aufläuft. Sechs Triumphe stehen bereits in der Club-Historie zu Buche, dazu insgesamt neun Finalteilnahmen und 18 Halbfinaleinsätze.

Der 19. soll morgen folgen. Nein, er muss sogar folgen. Denn wie im Vorjahr droht auch in der laufenden Saison in der Liga das Mittelmaß. Und wie im Vorjahr bietet sich der Pokal auf dem Weg ins europäische Geschäft als Abkürzung förmlich an. Zwei Siege sind es nur noch bis zum Endspiel am 15. Mai in Berlin. Sollte dort der Gegner beispielsweise Bayern München oder Schalke 04 heißen und bereits für die Champions League qualifiziert sein, wäre die Europa League erreicht, ohne das Finale gespielt zu haben.

Das hört sich so leicht an, doch es ist so schwer, meinte Werder-Boss Klaus Allofs: „In Bremen scheint es ja fast schon als Selbstverständlichkeit betrachtet zu werden, dass Werder das Finale erreicht. Aber dem ist nicht so. Es kann ganz schnell vorbei sein.“ Gleichwohl wäre es „toll, eine Runde weiter zu kommen, weil uns das eine zusätzliche Möglichkeit eröffnen würde, das internationale Geschäft zu erreichen“, so Allofs.

Schaaf hält erstmal nichts von den vorausgaloppierenden Gedanken an die Europa League. Als alter Pokal-Haudegen (zwei Siege als Spieler, drei als Trainer) denkt er nur an das Ereignis als solches: „Wir wollen ins Halbfinale, dafür müssen wir uns gegen einen guten Gegner durchsetzen. Und dann geht’s hoffentlich weiter nach Berlin – darüber kann ich ja ein bisschen ’was erzählen.“

Gerne, aber bitte erst später. Im Moment ist interessanter, ob der 2:1-Sieg am vergangenen Freitag gegen Hertha BSC nur das Ende der Niederlagenserie war oder auch schon das Ende der Werder-Krise. Die Partie heute wird die Antwort bringen. Schaaf gibt sich zuversichtlich: „Gegen Berlin haben wir schon einige Dinge verbessert, die wir angesprochen hatten. Das tut gut und zeigt, dass man richtig gelegen hat. Es gibt auf dem Platz Selbstbewusstsein und Stärke. Aber wir brauchen mehr gute Ergebnisse als Bestätigung unserer Arbeit.“ Bis das böse Wort Krise wieder aus dem Sprachsatz verbannt werden könne, sei es „kein kurzer Weg“.

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