Plädoyer vom Pauli-Coach / Werder-Trainer vor Nordderby ganz cool: „Mit geht’s gut“

Gegner Stanislawski springt Schaaf zur Seite

Ein Klaps vom Gegner: Holger Stanislawski unterstützt Thomas Schaaf. Die Aufnahme entstand vor einem Jahr beim Pokalspiel, das die Bremer im Weserstadion mit 2:1 gewannen.

Werder-Bremen - Von Björn Knips · Die Krise von Werder Bremen hat viele Gesichter – zum Beispiel das von Thomas Schaaf. Die „Bild“-Zeitung schreibt vom „0:15-Tore-Gesicht“ und einem leidenden Schaaf. Doch dem widerspricht der 49-Jährige. „Mir geht‘s gut“, behauptet Schaaf vor dem Nordderby morgen gegen den FC St. Pauli (15.30 Uhr/Weserstadion).

Keine Spur von Resignation, dabei gibt’s morgen gegen den Aufsteiger Abstiegs- statt Titelkampf. Doch die Rückendeckung von Verein und Fans hat dem Ex-Profi offenbar gut getan. Und jetzt machen ihm auch noch die Gegner Mut. In Hamburg hielt Pauli-Coach Holger Stanislawski gestern ein flammendes Plädoyer für seinen Bremer Kollegen.

„Ich habe kein Vorbild, aber ich schätze Thomas Schaaf sehr. Wenn man zwölf Jahre auf diesem Niveau so viel bewegt, obwohl man immer wieder Leistungsträger abgeben musste, ist das aller Ehren wert. Er ist einer der besten deutschen Trainer der letzten zehn Jahre, und er hat es verdient, dass man die Durststrecke gemeinsam übersteht“, forderte Stanislawski, war damit aber noch lange nicht fertig und brachte auch Werder-Boss Klaus Allofs ins Spiel: „Was Klaus Allofs und Thomas Schaaf in mehr als einem Jahrzehnt aufgebaut haben, das verdient größten Respekt, und das wird es in Deutschland lange nicht mehr geben.“

Werder-Training am Freitag

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Schade nur, zumindest aus Bremer Sicht, dass Stanislawski nur mit Worten hilft. „Werder braucht die Punkte, wir wollen sie“, sagte der 41-Jährige, der seit fünf Bundesliga-Spielen auf einen Sieg wartet. Bei Schaaf sind es zwar „nur“ vier Partien, dazu kommen allerdings noch die Champions-League-Pleiten gegen Twente Enschede und Tottenham Hotspur sowie das Pokal-Aus beim FC Bayern München. Seit nunmehr 450 (!) Minuten warten die Grün-Weißen auf ein Tor. Schlimmer geht’s eigentlich nicht. Doch Schaaf will von seiner vermeintlich schwierigsten Zeit als Werder-Trainer nichts wissen. Denn da hat er eine ganz andere Phase im Kopf, seinen Jobantritt 1999, als er den fortgejagten Felix Magath ersetzte. „Da war der Verein praktisch abgestiegen. Keiner hat mehr einen Pfennig auf uns gesetzt. Und dann haben wir auf unglaubliche Weise den Klassenerhalt geschafft. Das war eine ganz andere Situation als heute“, behauptete Schaaf. Und Bewertungen seines Seelenzustandes von Außenstehenden interessieren ihn ohnehin nicht: „Die, die mit mir zusammenarbeiten, die haben ihre Meinung. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“

Andere haben gesprochen, wie zum Beispiel Allofs. Inhalt: Werder setzt weiter auf Schaaf. Der Trainerstuhl hat sich dank der Erfolge in den vergangenen Jahren so tief in den Grund des Weserstadions gebohrt, dass er unumstößlich scheint. Auch von St. Pauli, obwohl Allofs vor dem Duell mit dem Aufsteiger gestand: „Mit jeder Niederlage und mit jeder Enttäuschung wird der Druck auf uns als Club größer und die Situation unangenehmer.“ Deshalb war seine Forderung auch unmissverständlich: „Wir müssen jetzt Punkte sammeln!“ Damit der freie Fall ein Ende hat und die Gesichter in Bremen nicht noch länger werden.

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