Werder in Stuttgart

Noch einmal Abstiegskampf

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So jubelte Fin Bartels nach seinem 2:0 im Hinspiel gegen Stuttgart. Gibt es heute wieder Grund zur Freude?

Bremen - Werder hat zuletzt schwer gegeizt mit Toren. Die Mannschaft, die sich neben Erfolg auch gepflegten, unterhaltsamen Fußball auf die Fahnen geschrieben hat, trifft kaum noch. 1:0 gegen Freiburg, 0:4 gegen Bayern München, 1:1 gegen Köln 0:0 gegen Mainz – macht in der Summe lediglich zwei Tore in vier Partien.

Keine Frage: Es könnte ruhig wieder etwas mehr werden. Und siehe da: Heute (17.30 Uhr) muss der SV Werder beim VfB Stuttgart ran – und gegen diesen Gegner sind Tore garantiert. Allerdings nicht, weil der VfB aktuell Bundesliga-Letzter ist, sondern weil die Statistik sagt, dass es klingeln wird. Denn wenn Bremen und Stuttgart sich treffen, dann fallen Tore. 69 waren es in den vergangenen 17 Partien – macht im Schnitt etwas mehr als vier Treffer pro Spiel.

Natürlich verteilt auf beide Seiten. Werder ist auch nicht so vermessen, in der Mercedes-Benz-Arena auf leichtes Spiel zu hoffen. Im Gegenteil. „Wir kennen doch die Situation“, meint Verteidiger Assani Lukimya: „Stuttgart ist Letzter und wird alles reinhauen. So haben wir es doch auch gemacht, als wir ganz unten standen.“ Soll wohl heißen: Werder muss heute doch noch in den Abstiegskampfmodus schalten, obwohl der Abstiegskampf eigentlich schon so gut wie passé ist. Mit Platz neun im Rücken und zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz haben die Bremer eindeutig einen Vorteil in Sachen Selbstbewusstsein. Siehe Lukimya, der klipp und klar sagt: „Stuttgart wird kämpfen. Aber wenn wir dagegenhalten, sind wir die bessere Mannschaft und werden gewinnen.“

Deutlich zaghafter sprechen die VfB-Offiziellen über die eigene Siegchance. „Es war zuletzt eine Aufwärtstendenz in den Heimspielen zu erkennen“, konstatiert Sportdirektor und Ex-Werder-Coach Robin Dutt und verweist auf das 0:0 gegen Hertha BSC und das 3:1 gegen Eintracht Frankfurt. Es war der erste Heimsieg nach quälend langen sechs Monaten für das mit Abstand schwächste Heimteam der Liga und ein Mutmacher im schweren Abstiegskampf. „Es ist alles andere als Resignation zu spüren“, sagt Dutt deshalb. „Viele Sachen machen zuversichtlich“, meint auch Trainer Huub Stevens. Zum Beispiel die Rückkehr von Antonio Rüdiger nach viermonatiger Verletzungspause wegen einer Meniskusoperation. Der Nationalverteidiger gibt dann auch gleich den Wortführer, spornt die Mitspieler an: „Gut reicht nicht. Wir müssen laufen bis zum Gehtnichtmehr. Wir brauchen Eier, wir brauchen den Killerinstinkt“, fordert er.

Werder hat das alles – allerdings erst, seit Viktor Skripnik den Trainerposten von Robin Dutt übernommen hat. Der Knoten platzte gleich im ersten Spiel nach der Dutt-Entlassung, das 2:1 beim FSV Mainz 05 war im zehnten Saisonspiel der erste Sieg. Es folgte der 2:0-Heimsieg über den VfB Stuttgart. Seither hat sich die Mannschaft – aktueller Torgeiz hin oder her – auf einem lange nicht für möglich gehaltenen Niveau stabilisiert. Sogar auswärts. Von den vier Gastspielen in der Rückrunde verloren die Grün-Weißen kein einziges. Zwei Siege und zwei Unentschieden lautet die Bilanz der laufenden Auswärtstour 2015.

Nicht nur deshalb dürfen sich die Bremer berechtigte Hoffnungen auf die Qualifikation zur Europa League machen. Während Sportchef Thomas Eichin die Aussicht darauf als Motor für die restlichen Spiele versteht, stellt Kapitän Clemens Fritz das Thema immer noch in die zweite Reihe. „Wichtig ist erst mal, dass wir den Klassenerhalt fix machen. Aber die Europa League ist ein Ziel, das durchaus möglich ist. Um da reinzukommen, brauchen wir aber schon noch eine Serie.“ Vielleicht mit Start heute in Stuttgart. csa

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