2:0 gegen den Meister - Werder beendet das Zittern

Bremen - Es ist vollbracht – und die 40 600 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion durften gestern Nachmittag nach langer Zeit mal wieder richtig feiern! Mit einem 2:0 (1:0) gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund hat Werder Bremen das Abstiegsgespenst endgültig verjagt und am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga den Klassenerhalt perfekt gemacht.

„Natürlich sind wir alle sehr froh, dass das Ganze jetzt vorbei ist“, pustete Werder-Keeper Tim Wiese hinterher erst mal tief durch. „Wir waren in einer sehr brenzligen Situation, endlich ist das abgehakt“, atmete auch Sportchef Klaus Allofs auf.

Dass Werder es unbedingt selbst erledigen und sich gar nicht erst auf fremde Hilfe verlassen wollte, war gleich von Anfang an klar. Bei herrlichem Sommerwetter und 25 Grad legten die Bremer einen absoluten Traumstart hin und gingen bereits in der sechsten Minute in Führung. Nach einer abgewehrten Ecke bekam Mikael Silvestre den Ball erneut vor die Füße – und traf von halbrechts mit links ins lange Eck. „Ein schönes Tor“, schmunzelte der starke Franzose später über seinen ersten Treffer für Werder. Kleiner Wermutstropfen: Silvestre verletzte sich kurz vor Schluss, wegen einer Adduktorenzerrung ist die Saison für ihn bereits vor dem letzten Spiel in Kaiserslautern beendet.

Impressionen vom Spiel

Werder besiegt den Meister

Ansonsten aber gab’s für Werder gestern keine negativen Nachrichten mehr. Mit der Führung im Rücken machten die Hausherren weiter Dampf und hätten beinahe prompt nachgelegt: Marko Marin traf allerdings nur den linken Pfosten (12.). Danach ebbten die Angriffswellen zwar deutlich ab, aber das machte überhaupt nichts. Denn der Meister zeigte nicht das, was ihn die ganze Saison über ausgezeichnet hatte. Hellwach waren nur die rund 4 000 mitgereisten Fans – die Spieler hingegen wirkten müde, bei weitem nicht so dynamisch wie gewohnt. Mangelndes Engagement wollte Trainer Jürgen Klopp seinem Team aber nicht vorwerfen: „Für uns war es vor allem wichtig, dass wir uns sehr, sehr, sehr vernünftig präsentieren. Und jeder, der hier war, dürfte gesehen haben, dass es so war. Wir haben ein ordentliches Auswärtsspiel gezeigt und alles gegeben, auch wenn das in der einen oder anderen Situation nicht gut genug war.“

Damit schmeichelte der Coach seiner Elf allerdings, denn der BVB hatte fast gar keine gefährlichen Szenen. Silvestre musste kurz vor der Pause ein Mal retten (45.) – das war’s für lange Zeit. Wiese konnte sich ein bisschen sonnen, hatte auch nach der Pause einen extrem ruhigen Nachmittag. Heiß her ging’s weiter nur auf der anderen Seite: Marin scheiterte noch knapp (62.), doch dann sorgte Torjäger Claudio Pizarro endgültig für klare Verhältnisse. Der Peruaner traf aus 18 Metern wuchtig mit links ins rechte untere Eck (63.) und jubelte später: „Ich bin erleichtert, dass wir es endlich geschafft haben.“ Das Weserstadion bebte mal wieder, die Nichtabstiegsparty konnte beginnen. Etwa eine Viertelstunde vor Schluss schwappte sogar mal wieder die „La Ola“ durchs weite Rund, die hatte es angesichts von zuvor sieben Heimspielen ohne Sieg seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gegeben. Der BVB bäumte sich nicht mehr auf, hatte durch den eingewechselten Jakub Blaszczykowski nur noch eine dicke Chance, doch da durfte sich auch Wiese mal auszeichnen (90.+1).

Der Rest war Freude und Erleichterung in Grün-Weiß – und Pizarro kündigte schon mal an: „Wir werden heute sicherlich ein bisschen feiern.“ Bis Dienstag hat Trainer Thomas Schaaf der Mannschaft frei gegeben.

Das sagen die Trainer:

Thomas Schaaf (Werder Bremen): „Wir hatten das Glück, dass wir gut in die Partie gekommen sind. Dem Dortmunder Druck haben wir in der zweiten Halbzeit standgehalten und selber immer wieder nachgesetzt. Wir sind froh, dass der Abstiegskampf jetzt erledigt ist.“

Jürgen Klopp (Borussia Dortmund): „Uns war wichtig, dass wir uns hier in Bremen vernünftig präsentieren. Nach anfänglichen Problemen haben wir noch ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Am Ende hat Werder Bremen aber verdient gewonnen.“

Von Malte Rehnert und Arne Flügge

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