Gegen Gladbach soll Wiedergutmachung gelingen / Geheimtraining für Standards

Skripnik sieht nur Kampf und darin Werders Chance

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Viktor Skripnik wirkt zwar ganz entspannt beim Training, schaut aber genau hin, was seine Spieler machen.

Bremen - Die Saison ist gerade mal zwei Spieltage alt, doch Viktor Skripnik hat schon alles gesehen. Jede Mannschaft mindestens einmal – die meisten Teams auf Video. Sein Urteil: „Es gibt zwei, drei Ausnahmen, die spielerische Lösungen bringen, die restlichen Mannschaften kämpfen nur. So ist es momentan im Fußball. Das wollen wir abrufen.“

Damit ist der Kampf gemeint. Und das soll für morgen durchaus Mut machen, denn auch der Gast aus Mönchengladbach gehört zur Kategorie Kampf. Überraschend, doch der Champions-League-Teilnehmer hat in dieser Saison noch keine spielerische Lösungen gefunden und beide Partien verloren.

„Gladbach kommt mit Schaum vorm Mund“, prophezeit Thomas Eichin. Er muss es wissen, der Werder-Sportchef hat noch beste Kontakte zu seinem Ex-Club, für den er seine 180 Bundesliga-Spiele bestritten hat. Und Eichin will nichts davon hören, dass die Borussia ganz unten steht: „Das ist kein Tabellenletzter für die Zukunft.“ Es hört sich wie eine Drohung an, dass die Gladbacher schon bald die ersten Punkte sammeln – womöglich schon in Bremen. „Wir müssen unser bestes Spiel machen, die richtige Einstellung bringen – nur dann haben wir eine reelle Chance“, warnt Eichin. Soll bloß keiner auf die Idee kommen, die abgestürzten Gladbacher zu unterschätzen.

Warum auch? Werder hat selbst erst einen Punkt auf dem Konto und auch noch das 0:3 im ersten Heimspiel gegen Schalke im Kopf. Dafür fordert Skripnik eine „Wiedergutmachung. Wir wollen die drei Punkte holen.“ Aber wie? Die Leistungen im Pokal (2:0 in Würzburg nach Verlängerung), gegen Schalke (0:3) und in Berlin (1:1) waren eher mäßig. Vor allem die fehlende Durchschlagskraft bereitet Sorgen, Werder kommt zu selten in die Box. Echte Torgefahr strahlt eigentlich nur Anthony Ujah aus, mit Abstrichen noch Fin Bartels, der seine Gesäßmuskelzerrung überwunden hat. „Es ist doch klar, dass wir vorne noch in der Findungsphase sind, wir haben schließlich zwei, drei neue Gesichter dabei“, erklärt Bartels und verweist auf Ujah, Aron Johannsson und Maximilian Eggestein.

Es ist also Geduld gefragt. Gleichzeitig setzt Skripnik auf Altbewährtes: die guten Standards aus der Vorsaison. Dafür hatte der Werder-Coach am Donnerstag-nachmittag extra ein Geheimtraining angesetzt. Keiner sollte zuschauen, wie Zlatko Junuzovic wieder in Form gebracht wird. Der Freistoß-König hat bislang enttäuscht, doch Bartels ist überzeugt: „Zladdi wird die Dinger wieder machen und die Köpfe unserer Hünen finden.“ Gemeint sind die Abwehrriesen Assani Lukimya und Jannik Vestergaard, der in Berlin immerhin schon den Pfosten traf.

Eine Szene, die Skripnik noch gut in Erinnerung hat und sich deshalb wünscht: „Wir brauchen auch Glück.“ So wie es Mainz beim 2:1 in Gladbach hatte, als die Rheinhessen die Druckphasen der stärkeren Gastgeber überstanden. „Mainz hat geackert, aber dann seine Chance gesucht und sie genutzt“, schwärmt Skripnik und möchte genau das morgen auch von seiner Mannschaft sehen.

kni

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