Lukas Schmitz ist ein Gewinner der bisherigen Vorbereitung und hat ein besonderes Ziel

Gegen Gelbsucht geimpft

Voll konzentriert: Lukas Schmitz will in dieser Saison seinen Platz auf der linken Abwehrseite nicht hergeben. ·

Bremen - Den 21. Januar 2012 wird Lukas Schmitz nicht vergessen. An diesem Samstagabend, dem ersten Rückrundenspieltag der vergangenen Saison, verlor der linke Verteidiger vom SV Werder seinen Stammplatz. Schuld war seine fünfte Gelbe Karte und die daraus resultierende Sperre von einem Spiel.

Nachwuchsmann Florian Hartherz bekam seine Chance und durfte vorerst bleiben. Vielleicht liegt es auch daran, warum Schmitz in dieser Vorbereitung noch ein bisschen mehr Gas gibt, als er es ohnehin schon immer tut. Bislang zählt der 23-Jährige zu den Gewinnern in der Bremer Mannschaft – und nicht noch einmal soll ihn die Gelbsucht erwischen. Schmitz hat sich geimpft.

„Als Verteidiger lässt sich nicht jede Gelbe Karte verhindern. Aber zu meinen Zielen gehört in dieser Saison auch, dass ich die Anzahl der Karten verringere und möglichst mit vier auskomme“, sagt der Werder- Profi und lächelt verschmitzt. Natürlich weiß der Ex-Schalker, dass es auf seiner Position fast unmöglich ist, der Gelben Gefahr ständig zu entgehen. Taktische Fouls gehören einfach dazu und werden von den Unparteiischen fast immer mit einem Gelben Karton bestraft. Doch insgeheim hofft Schmitz auf weniger Arbeit. Und das ausgerechnet, weil Werder nun offensiver, nicht mehr mit zwei, sondern mit drei Angreifern spielt. „Ich habe festgestellt: Mit Außenstürmern ist weniger Alarm auf der eigenen Abwehrseite, weil sich der Außenverteidiger des Gegners nicht mehr so nach vorne traut. Unser Außenstürmer muss nur Gefahr ausstrahlen, dann läuft das.“ Neuzugang Eljero Elia beherrscht das bestens, findet Schmitz: „Es macht Spaß, mit ihm zu spielen. Wir verstehen uns gut. Ich hoffe, das bleibt so.“

Der Nachsatz ist ihm wichtig. Schmitz hat zwar ausreichend Selbstvertrauen, ist aber clever genug, sich nun nicht zu forsch zu äußern. Lieber weist er darauf hin, dass „wir noch in der Vorbereitung sind“. Immerhin gestattet sich Schmitz Aussagen wie „Ich fühle mich gut“ und „Für mich läuft’s gut“. Für Letzteres gab es die Beweise in den Testspielen. Schmitz gehörte zur A-Elf. Er hat das Näschen vorne. Konkurrent Hartherz stand am Mittwoch gegen Aberdeen nicht einmal im Kader. Ein klarer Fingerzeig von Trainer Thomas Schaaf – und zugleich ein Weckruf für Hartherz. Der 19-Jährige hat verstanden und kündigte bereits an: „Ich weiß, dass ich noch viel tun muss. Aber wenn ich mein Bestes heraushole und dabei konstant bin, werde ich wieder spielen – davon gehe ich aus.“

Schmitz hat kein Problem mit dieser Kampfansage. „Die alte Weisheit, Konkurrenz belebt das Geschäft, ist wahr. Wir sind eine Mannschaft. Wir wollen alle für den Verein das Beste, und wir wollen alle spielen, das ist doch klar“, sagt der 23-Jährige und fügt noch an: „Florian und ich gehen fair miteinander um.“

Das passt zur guten Stimmung im Team. Auch Schmitz lacht noch häufiger als in der vergangenen Saison. „Es macht Spaß. Wir trainieren gut, die Ergebnisse sind gut.“ Doch auch an dieser Stelle ist Schmitz vorsichtig. „Wir dürfen uns jetzt nicht zu sicher fühlen und uns ausruhen.“ Er wird es jedenfalls nicht tun. „Wir müssen uns verbessern, ich muss mich verbessern“, lautet sein Motto. Und was die Gelben Karten betrifft, sind seine Aussichten gar nicht so schlecht. Nach zehn Spielen hatte er in der Vorsaison seinen Stammplatz zurück – und sah in den sechs folgenden Partien nur noch einmal Gelb. Nach zuvor fünf Verwarnungen in 15 Spielen eine klare Verbesserung. · kni

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