1:3 gegen Aue, 0:0 gegen Sivasspor – Werder enttäuscht in Testspielen

Ernüchternder Doppelpack und Sorge um Bargfrede

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Jannick Vestergaard stemmt seine 1,99 Meter zum Kopfball hoch – und hat doch keinen Erfolg. Werder kommt im Test gegen Sivasspor nur zu einem 0:0.

Belek - Wenn man gemein sein will, kann man sagen: Das Beste aus Werder-Sicht waren gestern die Schlusspfiffe. Beim Testspiel-Doppelpack in Belek gab es erst ein übles 1:3 gegen Drittligist Erzgebirge Aue und dann ein maues 0:0 gegen den türkischen Erstligisten Sivasspor.

Die Bremer haben bis zum Punktspielstart am 24. Januar auf Schalke noch jede Menge Arbeit vor sich. Grund zur Sorge geben auch noch zwei andere Dinge: Philipp Bargfrede ist wieder angeschlagen – und Werder hat offenbar keinen Spieler mehr, der Elfmeter verwandeln kann.

Trainer Viktor Skripnik, der in beiden Spielen im Mittelfeld zunächst eine Raute (erste Halbzeit) und dann eine „flache Vier“ (zweite Halbzeit) testete, war hinterher aber gnädig und wollte seine Mannschaft – obwohl es durchaus angebracht gewesen wäre – partout nicht kritiseren: „Natürlich ist es gut, wenn man gewinnt, aber wir achten hier nicht so sehr aufs Ergebnis. Die Jungs haben nach den harten Trainingseinheiten Elefantenbeine. Ich war zufrieden damit, wie sie sich gequält haben.“

Werder verliert Testspiel - Aue feiert

Werder - Erzgebirge Aue 1:3 (1:3): Es begann vor 300 Zuschauern feurig. Auer Fans entzündeten ein Dutzend rote Bengalos und räucherten die Tribüne voll. Auf dem Platz machten die Spieler des Drittligisten Dampf, gerieten aber in Rückstand, Werders Georgier Giorgi Papunashvili traf in den linken Winkel – 1:0 (18.). Das war es aber auch schon mit der Bremer Herrlichkeit. Die B-Formation, die schon im ersten Test gegen Adana Demirspor (7:0) begonnen hatte, ließ sich von einem robusten Gegner den Schneid abkaufen. Der Drittligist machte durch Mario Kvesic (24./31.) und den Ex-Bremer Max Wegner (28.) aus einem 0:1 ein 3:1. Nach dem Seitenwechsel passierte fast nichts mehr. Der Außenseiter war nach wie vor das bessere Team. Werder – beobachtet vom ehemaligen Co-Trainer Wolfgang Rolff (bei Hannover 96 jetzt wieder Assistent von Thomas Schaaf) – hatte keine einzige Torchance mehr. Die Aue-Fans grölten, zündelten weiter und bejubelten einen verdienten Sieg.

Werder: Zetterer - Guwara, Lukimya, Hüsing, Sternberg, Papunashvili, Kroos, Öztunali, Bartels, U. Garcia, Lorenzen (70. Fröde).

Werder - Sivasspor 0:0:  Die Bremer Mannschaft, die in dieser Formation auch gegen Schalke beginnen könnte, wirkte besser eingespielt. Aber das brachte nichts, weil die wenigen Chancen nicht genutzt wurden und das Niveau immer weiter runter ging. Eine müde, zerfahrene Nullnummer. Kurz vor der Pause musste dann Bargfrede raus. „Er hat leider wieder Probleme mit der Achillessehne. Wir müssen ihn genauer untersuchen“, stöhnte Skripnik. Schon beim Hinrundenfinale in Frankfurt (1:2) war der Mittelfeldmann wegen solcher Beschwerden ausgewechselt worden.

Werder Bremen und Sivasspor trennen sich torlos

Die beste Chance hatte Kapitän Clemens Fritz, der in der Nachspielzeit einen Elfmeter (Foul an Florian Grillitsch) vergab. Sivasspor-Keeper Ernest Setkus hielt den Ball sogar fest. „Der war schwach geschossen“, gestand Fritz. Allmählich bekommt Werder ein echtes Elfer-Problem. In der Bundesliga gegen Köln war zuletzt schon Anthony Ujah gescheitert.

Werder: Wiedwald - Gebre Selassie, Vestergaard, Galvez, S. Garcia, Bargfrede (40. Fröde), Fritz, Grilitsch, Eggestein, Pizarro, Ujah.

mr

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