Auch Junuzovic klagt: „Wir helfen uns nicht“

Gefährliches Gefühlsgemisch

Z. Junuzovic
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Z. Junuzovic

Bremen - Die Worte von Werders Österreichern lassen tief blicken und klingen vor dem hammerharten Endspurt in der Bundesliga alles andere als ermutigend. Im Abstiegskampf, in den die Bremer durch neun Spiele in Folge ohne Sieg geschlittert sind, muss jeder für jeden alles geben.

Doch in dieser Hinsicht hapert es erheblich. „Wir sind keine Einheit mehr“, hatte Sebastian Prödl moniert. Zlatko Junuzovic pflichtete seinem Landsmann bei, bohrte gestern auch noch mal in dieser schmerzhaften Wunde. „Wir treten nicht als Mannschaft auf, helfen uns gegenseitig nicht. Das ist das größte Problem“, urteilte der 25-jährige Mittelfeldmann mit ernster Miene. Es klang schon ein wenig nach Resignation bei Junuzovic, der noch anfügte: „Alleine wird es keiner schaffen, wir kommen da nur gemeinsam wieder raus.“

Durch die lange Sieglos-Serie ist in der Mannschaft ein gefährliches Gefühlsgemisch entstanden. Selbstvertrauen, Überzeugung und Optimismus sind weg, stattdessen regieren nur noch Zweifel, Verunsicherung und Angst. „Wenn du so oft hintereinander nicht gewinnst, ist das so“, gestand Junuzovic: „Und wenn du Fehler machst, kommt irgendwann auch eine gewisse Angst, wenn du am Ball bist. Umso mehr muss man dann zusammenstehen, doch gegen Wolfsburg ging es leider genau in die andere Richtung.“ Das 0:3 am Samstag im Weserstadion war in jeglicher Hinsicht ein Offenbarungseid.

Der Bremer Teamgeist muss sich nun schleunigst deutlich verbessern. „Wir sollten noch mal was gemeinsam unternehmen“, meinte Junuzovic. Vor gut zwei Wochen (nach dem 0:2 im Heimspiel gegen Schalke) hatten die Bremer eine gemeinsame Radtour gemacht und in Leeste gefrühstückt. Viel gebracht hat diese Aktion offenbar nicht.

Sportchef Thomas Eichin glaubt dennoch fest an die Wende zum Guten: „Die Mannschaft ist jetzt gefragt, eine Reaktion zu zeigen. Die Frage ist, ob sie wieder aufsteht. Und ich bin mir sicher, dass es so sein wird.“ Im Auswärtsspiel am Samstag bei Bayer Leverkusen sollen die Bremer „trotz des ganzen Drucks“ bloß nicht mit zittrigen Beinen auflaufen, forderte Eichin: „Wenn dort alle Köpfe herunterhängen, wird da nichts zu holen sein.“ · mr

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