Schaaf preist den Twente-Sturm, in der Europa League war selbiger aber nur ein laues Lüftchen

Gefährliche Offensive mit Ladehemmung

Hat sein Glück in Enschede gefunden. Der ehemalige 96-Profi Blaise Nkufo erzielte bereits 111 Tore für Twente.

Werder-Bremen - ENSCHEDE · Der Mann ist 34 Jahre alt und bei Twente Enschede eine Legende. Blaise Nkufo, Schweizer Nationalspieler in Reihen des FC Twente, war in den vergangenen Jahren so etwas wie die personifizierte Tormaschine des niederländischen Spitzenclubs. Seit seinem Wechsel von Hannover 96 nach Enschede vor sechseinhalb Jahren hat Nkufo 111 Treffer für Twente erzielt – Club-Rekord.

Werder-Verteidiger Per Mertesacker weiß vielleicht nicht alles über den zentralen Stürmer im 4-3-3-System des Gegners, aber gewiss ziemlich viel. Vermutlich sogar, ob Nkufo schnarcht. Denn in seinem ersten Trainingslager für „96“ teilte Mertesacker das Zimmer mit dem gebürtigen Kongolesen, der nach Stationen bei Mainz 05 (2000-2002) und Hannover (2002/2003) sein Glück in Enschede gefunden hat. „Er ist gewissermaßen der erfahrene, robuste Stürmer in Twentes Angriff“, sagt Mertesacker über den ehemaligen Kollegen.

Dessen Zeit in Enschede neigt sich allerdings dem Ende entgegen. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, Nkufo wird im Winter seiner Karriere vermutlich bei den Seattle Sounders aus der Major League Soccer (MLS) der USA anheuern. Hintergrund: Seine Frau und die zwei Kinder leben in der von Seattle nur knapp 200 Kilometer entfernten Olympia-Stadt Vancouver.

Aktuell ist der 29fache Schweizer Nationalspieler aber noch fester Bestandteil des Twente-Sturms. Flankiert wird er von dem talentierten Slowaken Miroslav Stoch (20/Leihgabe vom FC Chelsea) und dem torgefährlichen Costa Ricaner Bryan Ruiz. Der 24-Jährige kam im Sommer als Ersatz für den vom Hamburger SV verpflichteten Eljero Elia und ist nach 23 Spieltagen mit 16 Treffern zweitbester Torjäger der Eredivisie. Nkufo bringt es auf neun Saisontore.

Hinter dieser typisch-niederländischen Dreier-Offensive zieht ein Mann die Fäden, der zwar noch ein Jahr älter ist als Blaise Nkufo, vor dem Werder-Coach Thomas Schaaf dennoch großen Respekt hat: Kenneth Perez, ehemaliger dänischer Nationalspieler. „Er verteilt die Bälle, ist selbst torgefährlich und zeigt auch in seinem hohen Alter noch hervorragende Leistungen“, sagt Schaaf über den Mittelfeldspieler. Vor drei Jahren stand Perez Werder schon einmal gegenüber, scheiterte damals mit Ajax Amsterdam nur knapp (0:3 und 3:1) in der Runde der letzten 32 Teams des UEFA-Cups an den Bremern.

Nkufo und Perez gepaart mit Stoch und Ruiz – das sei eine gefährliche Offensive, „die wir nicht auf uns zurollen lassen sollten“, mahnt Schaaf. Seine Einschätzung deckt sich jedoch nicht mit den Statistiken der Europa League. Darin steht zu lesen: Kein anderes Team der K.o.-Runde hat sich mit weniger Toren durch die Gruppenphase gequält als Twente Enschede. Nur fünf waren es in sechs Partien. Zum Vergleich: Vorjahresfinalist Werder war mit 17 Treffern torhungrigstes Team.

Per Mertesacker lässt sich folglich von den Qualitäten des ehemaligen Bettnachbarn Nkufo und dessen Kollegen nicht bange machen: „Angst gehört im Fußball nicht zu meinem Sprachgebrauch…“

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