Wieder rauf oder weiter runter? Werder vor einem richtungweisenden Spiel in Mainz

Im Gedränge der Möchtegerne

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Nach oben wollen sie, wieder weiter nach oben. Kapitän Clemens Fritz erinnert bei allen Ambitionenaber auch an die vergangene Saison, die als Ausgangslage für die aktuelle genommen werden müsse.

Bremen - Noch eine Niederlage? Nein, die darf es nicht geben. Auf keinen Fall. „Wir brauchen mal wieder einen Sieg“, hatte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs gesagt, nachdem das Bremer Team beim FC Augsburg nur einen, statt der eingeplanten drei Zähler eingefahren hatte.

Denn in der Tabelle ist der Club als Sechster mitten ins Gedränge der Möchtegerne geraten – jener Teams, die hoffnungsvoll auf Rang zwei schielen können, aber auch den Sturz auf Platz acht befürchten müssen.

Nur drei Punkte liegen zwischen diesen Positionen, die einen so großen Unterschied in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit ausmachen – entweder Spitzenteam oder Mittelmaß.

In der Zone zwischen Borussia Dortmund (19 Punkte) und 1899 Hoffenheim (16) sind Gefahr und Verheißung die Begleiter aller. Klaus Allofs mag sich zwar nicht mit der prickelnden Lage in der Liga auseinandersetzen, sagt: „Solange wir keine Spiele gewinnen, müssen wir nicht auf die Tabelle schauen.“ Doch die Spieler tun es trotzdem – in erster Linie allerdings, um die eigene Situation in ein möglichst positives Licht zu rücken.

Training am Dienstag

Werder-Training am Dienstag

Denn dass es in der oberen Hälfte so eng geworden ist, hat auch mit den eigenen Niederlagen gegen Hannover 96 und Borussia Dortmund zu tun. Statt sich die Konkurrenten vom Hals zu halten, ist der ehemalige Zweite Werder überholt worden. Trotzdem herrscht die Meinung, dass gar nicht viel passiert sei. Wie bei Marko Marin. „Uns fehlen doch nur zwei Punkte auf Platz zwei.“ Naldo macht sogar Platz eins zum Fixpunkt seiner Überlegungen. „Wir sind Sechster, aber bis zu den Bayern sind es für uns nur fünf Punkte. Die Tabelle ist noch sehr eng, die Meisterschaft deshalb völlig offen.“

Werder, das ergänzt der Brasilianer eilig, sei aber kein ernsthafter Anwärter auf die Schale. „Für uns“, sagt Naldo, „muss es um Platz zwei oder drei gehen.“ Oder um Rang vier, der neuerdings wieder zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. Die Plätze fünf und sechs führen in die Europa League. Werder fühlt sich deshalb in einer Liga mit nur wenigen klaren Konturen voll im Soll.

Der Kontakt nach oben ist (noch) nicht abgerissen. Der nach unten allerdings durch nur einen Punkt aus drei Partien hergestellt. Ärgerlich? Natürlich, meint Clemens Fritz, der es mit dem Haareraufen aber nicht übertreiben will, sondern lieber an die vergangene Saison zurückdenkt: „Wir haben jetzt 17 Punkte – darüber hätten wir uns vor einem Jahr gefreut.“ Damals hatten die Bremer nach zehn Spieltagen 14 Zähler auf dem Konto, waren Elfter. Besser wurde es nicht mehr. Der Rest der Saison war der reine Horror mit Abstiegsangst fast bis zum Schluss. Mit diesen Erfahrungen im Gepäck bewertet sich Platz sechs natürlich anders.

Zumal ein Sieg schon reichen kann, um in der Tabelle wieder nach oben zu schießen. Am Samstag in Mainz könnte Werder – vorteilshafte Ergebnisse der Konkurrenz vorausgesetzt – einen solchen „Big Hit“ landen. „Wir müssen die drei Punkte holen“, fordert Naldo. Wenn‘s nicht gelingt, geht‘s noch weiter runter.

Es wird eben ein richtungweisendes Wochenende für Werder. „Wie für jede Mannschaft da oben“, sagt Verteidiger Andreas Wolf, der freilich nicht erwartet, dass sich das Getümmel zwischen Platz zwei und acht in Kürze auflöst: „Auch in der Woche drauf gibt‘s wieder ein Schlüsselspiel und danach auch…“ · csa/kni

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