Werder hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf Platz 16 / Klaus Allofs hofft auf eine Siegesserie

Was für ein Gedränge im „Keller“

„Die Sorgen sind nicht größer geworden“, sagt Werder-Sportchef Klaus Allofs.

Bremen - Von Malte Rehnert· Das späte und glückliche 1:1 in Mainz war gut für die Psyche der Werder-Profis. Aber: „Der eine Punkt hat uns nicht so weit nach vorne gebracht“, weiß Sportdirektor Klaus Allofs. Genau genommen war’s sogar ein Rückschlag.

Die Bremer sprangen in der Tabelle zwar vom 15. auf den 13. Platz, durch die Siege der Konkurrenten Stuttgart und Köln rückten die bedrohten Teams aber noch enger zusammen. Vor dem 21. Spieltag hatte Werder noch drei Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16 – nun ist es nur noch einer. So dünn war das Polster zuletzt am vierten und fünften Spieltag.

In Panik verfällt Allofs aber nicht: „Größer sind die Sorgen nicht geworden, sie waren doch auch schon groß genug. Natürlich ist die Lage nicht angenehm, aber man muss es nüchtern betrachten: Es ist doch nicht so, dass die anderen Mannschaften, die unten stehen, keine Punkte holen. Stuttgart oder Köln können zum Beispiel jederzeit punkten.“

In der unteren Tabellenhälfte herrscht derzeit ein ziemliches Gedränge. Vom 16. (Köln/22) bis zum zehnten Platz (Frankfurt/27) sind’s gerade mal fünf Punkte. Werder möchte schnell raus aus dieser Region, wie Allofs unterstrich: „Auf einen hohen Spannungsbogen bis zum Schluss kann ich gerne verzichten. Um sich da unten ein wenig zu befreien, braucht man auch mal eine Serie. Wir wollen möglichst schnell einige Spiele gewinnen, damit die Situation etwas weniger dramatisch ist.“

Von einem Sieg war Werder in Mainz allerdings meilenweit entfernt. Vor dem späten Ausgleich durch Claudio Pizarro hatten die Bremer schwach gespielt, extrem wenig Chancen herausgearbeitet und total verkrampft gewirkt. „Am Willen oder der körperlichen Verfassung liegt’s nicht, die Leichtigkeit ist momentan einfach weg. Die Spieler haben Blei in den Füßen, weil sie an negative Dinge denken. Wenn man nicht von Erfolg zu Erfolg eilt, gehen die Sachen nicht mehr so leicht vom Fuß“, sagte Allofs und nannte ein Beispiel: „Man spielt nicht direkt, sondern überlegt erst und nimmt den Ball an – dadurch wird das Spiel langsamer.“

Werder kämpfe derzeit mit dem Gegner und sich selbst, meinte Trainer Thomas Schaaf: „Es ist alles sehr, sehr unruhig.“ Dass sehen auch die Spieler so: „Natürlich haben wir uns wohler gefühlt, als wir noch flüssigen Kombinationsfußball gespielt haben – so wie in den vergangenen Jahren. Aber jetzt ist es eben anders. Wir müssen uns alles sehr hart erarbeiten“, weiß Per Mertesacker. Kapitän Torsten Frings bringt auch noch das Selbstvertrauen ins Spiel, das „am Boden“ sei: „Wir haben gesehen, dass wir weiter hart arbeiten müssen, um es uns zurückzuholen.“

In den kommenden Wochen dürfte das aber schwer werden: Werder empfängt am Sonntag (17.30 Uhr) Hannover 96 (4.), tritt dann zum immer brisanten Duell beim Hamburger SV (8.) an und spielt danach gegen Bayer Leverkusen (2.). Ein heftiges Programm, das Allofs aber nicht nervös macht: „Was ist schon heftig in der Bundesliga? Für uns ist es zurzeit fast zweitrangig, gegen wen wir spielen. Ich sehe es positiv: Von den nächsten drei Spielen haben wir zwei im eigenen Stadion. Gegen Hannover können wir gewinnen, gegen den HSV und Leverkusen ebenfalls gut aussehen. Wir müssen an unsere Stärke glauben – und dafür war der Punkt in Mainz ziemlich hilfreich. Insgesamt müssen wir aber noch mehr zulegen.“

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