Eichin: „Wir sind im Soll“

Gedämpfter Optimismus

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Neuzugang Cedric Makiadi sieht Werder auf einem guten Weg, er mahnt aber auch: „Wir haben noch einiges zu tun.“ ·

Bremen - In vier Tagen wird‘s endlich wieder ernst! Mit dem DFB-Pokalspiel bei Drittligist 1. FC Saarbrücken startet Werder am Sonntag (14.30 Uhr) in die neue Saison – und erst dann wird sich zeigen, wo die Bremer nach einer intensiven Vorbereitung mit vielen Neuerungen wirklich stehen. Spieler und Verantwortliche blicken dem Auftakt mit einer Mischung aus Zuversicht und Vorsicht entgegen.

Die Zuversicht

„Wir sind voll im Soll“, urteilt Werder-Sportchef Thomas Eichin nach knapp fünf Wochen Vorbereitung. Zu Beginn musste sich der neue Trainer Robin Dutt erst mal ein genaues Bild verschaffen: Welche Stärken und Schwächen haben die Spieler? Wer ist wie fit? Wen kann ich wo einsetzen? Welche Taktik wird das neue Werder-System? Um diese Fragen zu beantworten, brauchte Dutt drei Wochen. Nun hat er ein klares Bild, einen neuen Spielstil (Grundausrichtung 4:3:3) und inzwischen auch seine Idealformation für den Pflichtspielstart gefunden. In den Tests gegen Erfurt (6:0) und Fulham (1:0) begann die Elf, die wohl in Saarbrücken auf dem Platz stehen wird. Diese Mannschaft spielt sich (auch in den Trainingseinheiten) immer besser ein.

Dutt nimmt die Fortschritte im taktischen und konditionellen Bereich erfreut zur Kenntnis: „Wir haben gut gearbeitet in der viel zu kurzen Zeit. Die Bausteine Spielaufbau, Umschalten und Pressing passen immer besser zusammen. Das konnte die Mannschaft gegen Fulham fließend aneinander reihen. Wenn wir das gegen Saarbrücken auch machen, sind wir gut vorbereitet. Da, wo man nach drei Wochen taktischer Arbeit stehen kann, stehen wir.“

Richtig glücklich sind alle Bremer darüber, dass gegen Erfurt und Fulham gleich zwei Mal hintereinander die Null stand. „Das tut sehr gut, denn auch da wollen wir uns unbedingt verbessern“, sagt Kapitän Clemens Fritz mit Blick auf die vergangene Bundesliga-Saison, in der Werder 66 Gegentore und damit die zweitmeisten aller 18 Clubs kassiert hatte. Offensichtlich verinnerlichen die Bremer Profis mehr und mehr, dass die Defensivarbeit bei allem Offensivdrang nicht vernachlässigt werden darf. „Die Art und Weise, wie wir in den letzten beiden Spielen alle zusammen verteidigt haben, war gut. Nur so kann es gehen“, betont Neuzugang Cedric Makiadi, dem selbst eine entscheidende Rolle im Defensivbereich zufällt. Hat Werder den Ball, ist er meistens der zentrale Aufbauspieler. Und bei Ballbesitz des Gegners ordnet er die Bremer Dreierreihe vor der Abwehr – in der Regel völlig unaufgeregt. „Er hat die Ruhe und die Erfahrung, das hat uns in der vergangenen Saison ein bisschen gefehlt“, urteilt Vizekapitän Aaron Hunt. Makiadi, der gegen Erfurt gleich vier Tore einleitete, fühlt sich nach seiner Oberschenkel-OP (Mai) und leichten Knieproblemen (Juni) immer besser. „Die Fitness kommt zurück. So kann ich mein Spiel spielen. Ich denke, ich bin auf einem guten Weg. Das gilt aber auch für die ganze Mannschaft.“

Und dieser Weg muss am Sonntag in die zweite Pokalrunde führen, fordert Makiadi: „Das ist unsere Pflicht. Über alles andere brauchen wir uns nicht zu unterhalten.“

Die Vorsicht

Die zwischenzeitliche Misserfolgsserie in den Testspielen (ein Remis, dann vier Niederlagen) hat viele Fans nervös gemacht. Nach den Siegen gegen Erfurt und Fulham dürften die Sorgenfalten wieder ein wenig geglättet sein. Doch die Bremer mögen die Vorbereitungs-Ergebnisse, ob positiv oder negativ, nicht überbewerten und bleiben realistisch. „Wir haben noch einiges zu tun“, weiß Makiadi. „Es ist nicht alles super“, mahnt Fritz und fügt an: „Wir haben noch viel Arbeit, sollen und werden nicht zufrieden sein.“ Besonders ausbaufähig ist die Chancenverwertung: Gegen Fulham ließ Werder einige Hochkaräter ungenutzt. „Das war das absolute Manko“, moniert Fritz.

Auch Dutt ist weit davon entfernt, nach den zuletzt guten Ergebnissen in grenzenlosen Optimismus zu verfallen. Er hat nicht nur Saarbrücken oder den Bundesliga-Start eine Woche später bei Aufsteiger Eintracht Braunschweig im Blick, sondern die Entwicklung der Mannschaft. „Wir haben einen Plan für die nächsten Monate, für das komplette Jahr. Es ist nicht so, dass wir jetzt nur noch an kleinen Rädchen drehen müssen. Wir müssen das große Rad drehen, Stück für Stück.“ · mr

Werder-Bremen-Spieler der Saison 2013/2014

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